Wichtige Wirtschaftstermine in der kommenden Woche

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In der kommenden Woche sind eine ganze Reihe wichtiger Termine vorhanden. Den Anfang macht in der Nacht zu Montag um 4:00 Uhr die Veröffentlichung des chinesischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal des Jahres. Zuletzt hatten sich die konjunkturellen Vorzeichen eingetrübt, was von den Märkten mit Sorge beobachtet wird, da China als Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft gilt. Im ersten Quartal war das BIP um 7,7 Prozent gewachsen, was aber für China ein eher niedriger Wert ist.

In der Nacht zu Dienstag wird die Reserve Bank of Australia (RBA) um 3:30 Uhr das Protokoll ihrer letzten geldpolitischen Sitzung veröffentlichen. Vor knapp zwei Wochen hatte die Notenbank keine Änderung an der Geldpolitik vorgenommen. Ökonomen gehen aber davon aus, dass es in den kommenden Monaten zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung kommen wird. Im Protokoll sind die persönlichen Ansichten und das Abstimmungsverhalten der entscheidungsberechtigten Mitglieder ersichtlich, wodurch man besser abschätzen kann, wie berechtigt diese Prognose ist. Entsprechende Marktbewegungen können dadurch entstehen.

Am Dienstag um 10:30 Uhr wird die Entwicklung der britischen Verbraucherpreise im Juni bekannt gegeben. Die Teuerung liegt seit geraumer Zeit deutlich über dem von der Notenbank angestrebten Wert von leicht unter zwei Prozent. Nach 2,4 Prozent im April stiegen die Preise im Mai um 2,7 Prozent. Die hohe Inflation ist ein wichtiger Punkt, welcher gegen weitere geldpolitische Lockerungen spricht.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Seit Dezember liegt der Index wieder im positiven Bereich. Am Jahresanfang schoss er sogar bis 48,5 Punkte regelrecht nach oben. Danach kühlte sich die Stimmung zwar wieder etwas ab, lag aber mit 36,3 Punkten im April, 36,4 Punkten im Mai und wieder ansteigenden 38,5 Punkten im Juni weiter auf einem hohen Niveau.

Am Mittwoch um 10:30 Uhr stehen erneut Veröffentlichungen in Großbritannien im Fokus. Neben den Arbeitsmarktdaten, wird dann das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Bank of England (BoE) bekannt gegeben. Dabei handelte es sich um die erste Sitzung unter Leitung des neuen Gouverneurs Mark Carney. Dabei wurden zwar keine geldpolitischen Änderungen beschlossen. Interessant sind nun aber die persönlichen Ansichten der entscheidungsberechtigten Mitglieder und deren genaues Abstimmungsverhalten. Bei den voran gegangenen Sitzungen hatten jeweils drei der neun Mitglieder für eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms gestimmt. Darunter war auch der bisherige Gouverneur Mervyn King. Man wird nun darauf achten, ob Carney ebenfalls für eine Ausweitung gestimmt hat und ob sich die Mehrheitsverhältnisse insgesamt verändert haben.

Stark beachtet werden Anhörungen des Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke vor dem amerikanischen Repräsentantenhaus am Mittwoch ab 16:00 Uhr und dem Bankenausschuss des Senats am Donnerstag ab 16:00 Uhr. Dieser wird den Abgeordneten die aktuelle Geldpolitik und die Einschätzungen der Notenbank erläutern. Anschließend können jeweils Fragen gestellt werden. Insbesondere wegen der anhaltenden Unklarheit über eine mögliche Reduzierung der Anleihenkäufe schon in diesem Jahr können durch Bernankes Äußerungen erhebliche Marktbewegungen entstehen.

Am Mittwoch um 16:00 Uhr gibt die Bank of Canada (BoC) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Es handelt sich um die erste Sitzung unter Leitung des neuen Notenbank-Gouverneurs Stephen Poloz und man ist gespannt ob dieser neue Akzente setzt. Um 16:30 Uhr folgt ein geldpolitischer Report der Notenbank und ab 17:15 Uhr eine Pressekonferenz.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann. Der Wert schwankte seit März mehr oder weniger um die Null-Linie herum, ist aber im vergangenen Monat überraschend deutlich auf 12,5 Punkte gestiegen. Man hofft, dass sich diese positive Entwicklung nun fortsetzt.

Weitere Termine die im Wochenverlauf beachtet werden sollten sind die amerikanischen Einzelhandels-Umsätze am Montag um 14:30 Uhr, die neuseeländischen Verbraucherpreise in der Nacht zu Dienstag um 0:45 Uhr, die amerikanischen Verbraucherpreise am Dienstag um 14:30 Uhr, die amerikanischen Baugenehmigungen am Mittwoch um 14:30 Uhr, die britischen Einzelhandelsumsätze am Donnerstag um 10:30 Uhr, sowie die wöchentlichen Erst-Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA am Donnerstag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung der Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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