Wichtige Termine in der kommenden Woche

Die kommende Woche beginnt zunächst recht ruhig, da am Montag keine Termine aus der ersten Reihe vorhanden sind. Im weiteren Wochenverlauf könnte es dann aber lebhaft werden. In der Nacht zu Dienstag wird die Bank of Japan (BoJ) über ihre weitere Geldpolitik entscheiden. Die Notenbank hatte in den vergangenen Monaten eine beispiellose Liquiditäts-Flut erzeugt mit dem Ziel die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen und insbesondere die seit Jahren vorhandene hartnäckige Deflation zu beenden. Innerhalb von maximal drei Jahren soll eine Inflationsrate von zwei Prozent erreicht werden. Der Nebeneffekt dieser ultralockeren Geldpolitik ist, dass sich der Yen erheblich abgeschwächt hat, was von der Notenbank ebenfalls erwünscht ist. Beachtet werden sollte, dass die Erwartungshaltung der Märkte an die BoJ inzwischen so groß ist, dass bei den Notenbank-Sitzungen immer auch ein gewisses Enttäuschungspotenzial vorhanden ist. Neben der Veröffentlichung der Entscheidung, steht insbesondere auch die etwas später stattfindende Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda im Fokus.

Am Dienstag und Mittwoch findet am deutschen Verfassungsgericht jeweils ab 10:00 Uhr eine mündliche Verhandlung zu Klagen gegen den europäischen Rettungsschirm ESM und das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Einen Eilantrag gegen den ESM hatte das Gericht bereits im vergangenen Jahr abgelehnt, allerdings Auflagen festgesetzt, welche das Mitbestimmungsrecht des Parlaments stärken sollten. Beobachter erwarten nicht, dass bei der jetzigen Verhandlung ein anderes Ergebnis herauskommt. Auch geht man nicht davon aus, dass die Richter das EZB-Anleihenkaufprogramm untersagen werden. Die Notenbank hatte angekündigt Anleihen von notleidenden Euro-Ländern zu kaufen, sofern diese sich dem Rettungsschirm und den damit verbundenen Auflagen unterwerfen. Auch wenn es also sehr unwahrscheinlich ist, dass das Verfassungsgericht die europäischen Stabilitätsmaßnahmen stoppen wird, schauen die Märkte trotzdem gespannt auf die Verhandlung. Schließlich stehen die maßgeblichen Faktoren des Euro-Rettungssystems auf dem Spiel. Ein endgültiges Urteil ist erst im Herbst zu erwarten, dennoch könnte das Gericht bereits jetzt eine Tendenz deutlich machen.

Am Mittwoch um 23:00 Uhr wird die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Diesbezüglich findet zur gleichen Zeit eine Pressekonferenz statt. Ökonomen erwarten keine Änderung an der Geldpolitik. Trotzdem stehen das begleitende Statement und insbesondere die Pressekonferenz im Fokus, da man darüber Hinweise erhalten könnte, wie der geldpolitische Kurs der RBNZ in der Zukunft aussehen wird.

Am Donnerstag werden am frühen Morgen um 3:30 Uhr in Australien die Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Am Nachmittag um 14:30 Uhr schaut man mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und den Einzelhandelsumsätzen auf wichtige Konjunkturdaten in den USA.

Am Freitag um 15:55 Uhr veröffentlicht die Universität Michigan ihre erste Schätzung zum Verbrauchervertrauen. Für diesen bereits seit 1978 ermittelten Index werden monatlich ca. 500 Haushalte befragt. Diese geben dabei Auskunft über ihre Einschätzung zur gegenwärtigen Situation und zu den Erwartungen für einen Zeitraum von einem und fünf Jahren. Dies sowohl im Hinblick auf den eigenen Haushalt, als auch insgesamt für das wirtschaftliche Klima. Außerdem werden Angaben über das voraussichtliche Kaufverhalten gemacht. Über den Indikator kann man somit die Entwicklung des Konsumverhaltens prognostizieren. Da dieses rund zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht, kommt der Veröffentlichung eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Eine Übersicht aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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