Wichtige Termine in der kommenden Woche

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In der kommenden Woche sind einige Termine vorhanden, welche für Bewegung in den Märkten sorgen könnten. In der Nacht zu Montag ab 2:30 Uhr und am frühen Morgen ab 8:15 Uhr wird der neue Gouverneur der Bank of Japan (BoJ) Haruhiko Kuroda in Tokio zwei Reden halten. Öffentliche Auftritte des Notenbank-Vorsitzenden können grundsätzlich immer zu Bewegungen in den Märkten führen, da nie ausgeschlossen werden kann, dass auch Hinweise zu weiteren Geldpolitik gegeben werden. Angesichts der beispiellosen geldpolitischen Lockerungen, welche die BoJ derzeit durchführt, steht Kuroda zudem unter besonderer Beobachtung.

In der Nacht zu Montag wird außerdem China um 4:00 Uhr mehrere wichtige Konjunkturdaten veröffentlichen. Da das Land eine wichtige Rolle für die Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft spielt, schauen Investoren genau auf die Entwicklung. Besonders im Fokus der veröffentlichten Daten ist das Bruttoinlandsprodukt.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Nach zuvor sechs Monaten mit Ergebnissen unter null, liegt der Index seit Dezember wieder im positiven Bereich. Im Januar und Februar schoss der Index sogar bis 31,5 und dann 48,2 Punkte regelrecht nach oben und hatte dabei jeweils alle Erwartungen deutlich übertroffen. Und selbst die Patt-Situation nach den Wahlen in Italien, konnte den Optimismus nicht bremsen. Auch im März ging es nochmal leicht um 0,3 auf 48,5 Punkte nach oben. Der Wert lag damit auf dem höchsten Stand seit April 2010. Man ist nun gespannt, ob oder wie stark sich die Erwartungen durch die Zypern-Krise verringert haben.

Spannend wird es am Mittwoch um 10:30 Uhr. Dann veröffentlicht die Bank of England (BoE) das Protokoll der letzten Sitzung ihres geldpolitischen Ausschusses (MPC). Vor knapp zwei Wochen hatte man sich gegen eine Ausweitung des derzeit bei 375 Milliarden Pfund liegenden (und ausgeschöpften) Volumens der Anleihenkäufe entschieden. Bei den beiden vorangegangenen Sitzungen im Februar und März hatten sich aber jeweils drei der neun stimmberechtigten Mitglieder dafür ausgesprochen. Darunter auch der Ende Juni aus dem Amt scheidende Notenbank-Gouverneur Mervyn King. Das Protokoll wird nun zeigen, ob die Stimmenverhältnisse so geblieben oder gar noch knapper ausgefallen sind. In diesem Zusammenhang sollten auch die Entwicklung der britischen Verbraucher- und Erzeugerpreise beachtet werden, welche bereits einen Tag vorher, am Dienstag um 10:30 Uhr, bekannt gegeben werden. Die hohe Inflation im Land ist nämlich einer der maßgeblichen Gründe, warum sich die Mehrheit im Moment noch gegen eine weitere geldpolitische Lockerung entscheidet.

Am Mittwoch um 16:00 Uhr wird die Bank of Canada (BoC) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt gegeben. Der Leitzins dürfte auf dem schon seit September 2010 gültigen Wert von 1,0 Prozent bleiben und auch sonst sind größere Änderungen eher unwahrscheinlich. Trotzdem schaut man mit Spannung auf das Sitzungsergebnis, das begleitende Statement und insbesondere auch auf die ab 17:15 Uhr stattfindende Pressekonferenz.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann. Nach einer Erholung zum Ende des vergangenen Jahres, rutschte der Index im Januar wieder in den negativen Bereich. Dabei ging es von minus 5,8 Punkten auf minus 12,5 Punkte im Februar sogar weiter nach unten. Im März gelang dann aber die Trendwende und das Ergebnis lag mit 2,0 Punkten wieder leicht im positiven Bereich. Man hofft, dass es nun weiter nach oben geht.

Ebenfalls beachtet werden sollten Anleihen-Auktionen von Italien am Montag um ca. 11:15 Uhr und Spanien am Dienstag und Donnerstag jeweils um 10:45 Uhr. Die schwierige politische Situation in Italien und die durch die Zypern-Krise wieder gestiegenen Sorgen um die Eurozone haben die Renditen für italienische Anleihen bisher nur leicht ansteigen lassen, während für Spanien kein Anstieg zu sehen war. Man hofft dass auch die jetzigen Aktionen erfolgreich bei hoher Nachfrage und akzeptablen Renditen abgeschlossen werden können.

Am Donnerstag und Freitag findet ein Treffen der G20-Finanzminister und Notenbank-Vorsitzenden statt. Ab Freitag folgt über das gesamte Wochenende eine Sitzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Bei beiden Veranstaltungen geht es auch um die internationale Wirtschafts- und Geldpolitik. Insbesondere die extrem expansive Vorgehensweise der Bank of Japan dürfte dabei auch eine Rolle spielen.

Die Einzelauftstellung der Termine finden Sie hier: http://www.tradernews.de/wirtschaftskalender

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