Wichtige Termine in der kommenden Woche

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In der kommenden Woche sind eine ganze Reihe wichtiger Termine vorhanden. Vor allem aber wird das Protokoll der geldpolitischen Sitzung der amerikanischen Notenbank (Fed) vom 30. November stark beachtet werden, welches am Mittwoch um 20:00 Uhr veröffentlicht wird. Seit Monaten wird darüber spekuliert, wann die Fed mit einer Verringerung des Volumens ihrer monatlichen Anleihenkäufe beginnt. Ursprünglich hatten die meisten Experten dies bereits für September erwartet. Überraschend hielt die Notenbank aber damals die wirtschaftliche Erholung noch nicht für ausreichend, ohne einen konkreten Hinweis auf einen wahrscheinlichen Termin zu geben. Auch aus dem begleitenden Statement der letzten Sitzung im Oktober blieben konkrete Hinweise aus. Möglicherweise wird man aber jetzt im Protokoll dazu Erkenntnisse gewinnen, da dort die Mehrheitsverhältnisse und die persönlichen Ansichten der stimmberechtigten Mitglieder ersichtlich sind. Nächstmöglicher Termin für eine erste geldpolitische Straffung wäre die kommende Notenbank-Sitzung Mitte Dezember. Viele Analysten halten inzwischen aber das kommende Jahr für wahrscheinlicher.

Bewegung in den Märkten könnte auch durch die Protokolle der letzten geldpolitischen Sitzungen der Reserve Bank of Australia (RBA) in der Nacht zu Dienstag um 1:30 Uhr und der Bank of England (BoE) am Mittwoch um 10:30 Uhr entstehen. Zumindest bei der RBA wird eine erneute Zinssenkung in den kommenden Monaten nicht ausgeschlossen, wenn auch die Wahrscheinlichkeit dafür abgenommen hat. Auch hier könnte man vielleicht über das Protokoll weitere Hinweise dazu erlangen.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Der Index zeigt sich schon seit längerem sehr stark und war vor einem Monat mit 52,8 Punkten auf den höchsten Stand seit April 2010 gestiegen.

In der Nacht zu Donnerstag findet eine geldpolitische Sitzung der Bank of Japan (BoJ) statt. Größere Änderungen an der sehr expansiven Geldpolitik werden nicht erwartet. Dennoch werden das die Entscheidung begleitende Statement und die etwas später folgende Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Kuroda stets stark beachtet. Die genaue Uhrzeit der Veröffentlichung und der Pressekonferenz wird immer erst kurze Zeit vorher bekannt gegeben.

Am Donnerstag werden vor allem Konjunkturdaten im Fokus stehen. Das Londoner Markit Institut wird dann erste Schätzungen zum Einkaufsmanagerindex für Oktober veröffentlichen. Den Anfang macht um 3:45 Uhr der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex. Später folgen die Schätzungen für den französischen (9:00 Uhr), deutschen (9:30 Uhr) und den Eurozonen-Einkaufsmanagerindex (10:00 Uhr). Dabei handelt es sich um wichtige monatlich ermittelte Konjunkturindikatoren, für welche Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrieunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Die jetzigen Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. In den vergangenen Monaten zeigte sich, dass die Eurozone ihre Rezession wohl hinter sich gelassen hat und wieder moderates Wachstum vorhanden ist. Man hofft, dass die jetzige Erhebung diese Tendenz bestätigt. Zu beachten ist, dass Abonnenten von Reuters die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindexe jeweils 2 Minuten vor dem angegebenen Veröffentlichungs-Termin erhalten. Daher kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann.

Am Freitag um 10:00 Uhrveröffentlicht das Münchener ifo-Institut seinen monatlich ermittelten Geschäftsklimaindex. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden regelmäßig rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Der Index war im Oktober mit 107,4 Punkten gegenüber dem Vormonat zwar leicht um 0,3 Punkte rückläufig gewesen. Trotzdem ist dies ein sehr guter Wert und man erwartet, dass sich das deutsche Geschäftsklima weiterhin stark präsentieren wird.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die amerikanischen Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze am Dienstag um 14:30 Uhr, die bestehenden Hausverkäufe in den USA am Dienstag um 16:00 Uhr, die amerikanischen Erzeugerpreise und wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag um 14:30 Uhr, sowie die kanadischen Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze am Freitag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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