Wichtige Termine in der kommenden Woche

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Die kommende Woche wird aus terminlicher Sicht sehr spannend. Seitdem der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank (Fed), Ben Bernanke, im Juni nämlich signalisiert hatte, dass man bereits in diesem Jahr mit einem langsamen Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihenkäufen beginnen würde, sofern sich die Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten weiterhin im Rahmen der Prognosen bewegen, dreht sich in den Märkten alles mehr oder weniger nur noch um die Frage, wann genau dieser Zeitpunkt sein wird. Und für am wahrscheinlichsten halten die meisten Experten die in dieser Woche stattfindende zweitägige Notenbanksitzung, deren Ergebnis am Mittwoch um 20:00 Uhr bekannt gegeben wird. Anbieten würde sich die jetzige Sitzung insbesondere, da diesmal auch neue Projektionen zur weiteren Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes, der Arbeitslosigkeit und der Inflation zur Verfügung stehen, deren Veröffentlichung ebenfalls um 20:00 Uhr geschieht. Außerdem hätte Bernanke auf der um 20:30 Uhr beginnenden Pressekonferenz Gelegenheit die Entscheidung ausführlich zu begründen. Sicher ist der jetzige Zeitpunkt allerdings keineswegs. Es gibt durchaus auch Analysten, welche von einem späteren Termin ausgehen. Mit entsprechender Spannung wird das Ergebnis erwartet. Zudem steht auch bei einer Verringerung die Frage im Raum, wie stark diese ausfällt und wie schnell weitere Schritte folgen könnten. Man wird also in jedem Fall die Formulierungen im begleitenden Statement und insbesondere die Erklärungen von Bernanke sehr aufmerksam verfolgen und darauf entsprechend reagieren.

Falls die Notenbank sich dazu entschließen sollte die Anleihenkäufe vorläufig noch in gleichem Umfang fortzuführen, wäre eine Verringerung wahrscheinlich erst bei der Notenbank-Sitzung am 18. Dezember zu erwarten. Zwar trifft sich der Offenmarktausschuss auch schon Ende Oktober. Dies ist aber nur eine sogenannte „kleine“ Sitzung, bei welcher keine neuen Konjunktur-Prognosen erstellt werden. Zudem wird es dann nur ein begleitendes Statement und keine Pressekonferenz geben.

Doch auch neben diesem Wochen-Höhepunkt, sind einige Termine vorhanden, welche beachtet werden sollten. So wird in der Nacht zu Dienstag um 3:30 Uhr das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der australischen Notenbank (RBA) veröffentlicht. Diese hatte vor rund zwei Wochen die Geldpolitik zwar unverändert und den Leitzins somit auf dem Rekord-Tief von 2,5 Prozent belassen. Das begleitende Statement war aber nicht mehr so zinspessimistisch, wie noch zuvor. Daher kann man davon ausgehen, dass in der kommenden Zeit zunächst keine weiteren Zinsschritte zu erwarten sind. Im Protokoll wird sich nun zeigen, ob diese Annahme richtig ist.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Der Index zeigt sich schon seit längerem sehr stark, auch wenn er vor einem Monat mit 42,0 Punkten unter den Hochs aus Februar und März blieb.

Am Mittwoch um 10:30 Uhr wird das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Bank of England (BoE) veröffentlicht. Diese hatte zwar keine Änderung an der Geldpolitik vorgenommen. Interessant ist aber nun die Frage, ob die Abstimmungen einstimmig ausgefallen sind und welche Informationen zur weiteren Geldpolitik gewonnen werden können.

Am Donnerstag um 9:30 Uhr wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Größere Änderungen werden zwar nicht erwartet. Dennoch werden die Einschätzungen der Notenbank und die Hinweise zur weiteren Geldpolitik auf Interesse stoßen und können zu entsprechenden Bewegungen im Schweizer Franken führen.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann. Von minus 5,2 Punkte im Mai, schoss der Index anschließend bis auf plus 19,8 Punkte im Juli nach oben, hat sich im August aber wieder auf (plus) 9,3 Punkte verringert. Man hofft, dass es nun wieder nach oben geht.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die Entwicklung der britischen Verbraucherpreise am Dienstag um 10:30 Uhr, die Entwicklung der amerikanischen Verbraucherpreise am Dienstag um 14:30 Uhr, die amerikanischen Baugenehmigungen am Mittwoch um 14:30 Uhr, die Entwicklung des neuseeländischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal am Donnerstag um 0:45 Uhr, die britischen Einzelhandelsumsätze am Donnerstag um 10:30 Uhr, die amerikanischen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche am Donnerstag um 14:30 Uhr, die amerikanische bestehenden Hausverkäufe am Donnerstag um 16:00 Uhr, sowie die Entwicklung der kanadischen Verbraucherpreise am Freitag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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