Wichtige Termine in der kommenden Woche

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Die kommende Woche ist dicht gefüllt mit wichtigen Terminen, welche für Bewegung in den Märkten sorgen könnten. Zunächst stehen im Wochenverlauf insbesondere die Notenbanken im Fokus, da gleich fünf geldpolitische Sitzungen von bedeutenden Zentralbanken stattfinden. Den Anfang macht am frühen Dienstagmorgen um 6:30 Uhr die Reserve Bank of Australia (RBA). Nachdem diese erst vor einem Monat den Leitzins auf 2,5 Prozent gesenkt hat, sind weitere geldpolitische Maßnahmen diesmal zwar unwahrscheinlich. Mit Spannung wird aber darauf gewartet, ob in dem begleitenden Statement Hinweise auf mögliche weitere Leitzinssenkungen in den kommenden Monaten enthalten sind.

Am Mittwochnachmittag um 16:00 Uhr gibt die Bank of Canada (BoC) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Auch hier geht man von keiner Änderung der Geldpolitik aus, wird aber genau auf das begleitende Statement achten.

Auch die geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) am frühen Donnerstagmorgen, sowie die etwas später folgende diesbezügliche Pressekonferenz wird auf größeres Interesse stoßen. Die BoJ dürfte wahrscheinlich ihren extrem expansiven Kurs bekräftigen und erste Erfolge erkennen. Allerdings sollten daher anderseits für die nahe Zukunft auch keine Gründe für eine weitere Lockerung vorhanden sein.

Am Donnerstag geben auch die Bank of England (BoE) um 13:00 Uhr und die Europäische Zentralbank (EZB) um 13:45 Uhr die Ergebnisse ihrer geldpolitischen Sitzungen bekannt. Da sich die konjunkturellen Vorzeichen in diesen Wirtschaftsräumen ebenfalls aufgehellt haben, ist auch hier von einer abwartenden Haltung ohne geldpolitische Änderungen auszugehen. Bekräftigt werden dürfte aber, dass man an der lockeren Geldpolitik noch lange festhalten wird. Bewegung in den Märkten könnte insbesondere während der ab 14:30 Uhr stattfindenden EZB-Pressekonferenz entstehen.

Neben den Notenbank-Entscheidungen stellen die amerikanischen Arbeitsmarktdaten für August, welche am Freitag um 14:30 Uhr veröffentlicht werden, einen weiteren Höhepunkt der Woche dar. Im Juli war die Arbeitslosenquote mit 7,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2008 gesunken. Trotzdem ist die Quote für amerikanische Verhältnisse noch hoch und deutlich von den 6,5 Prozent entfernt, ab welcher die amerikanische Notenbank frühestens über eine Erhöhung der Leitzinsen nachdenken möchte. Erwartet wird, dass sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt weiterhin nur langsam fortsetzt. Die jetzigen Daten könnten aber dennoch einen erheblichen Einfluss auf die September-Sitzung der Notenbank haben, wenn es darum geht, ob das Anleihenkaufprogramm bereits jetzt verringert wird.  Einen Vorgeschmack auf das Ergebnis können schon am Donnerstag um 14:15 Uhr der ADP Arbeitsmarktbericht und um 14:30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben.  Sollte es hier zu größeren Abweichungen von den Erwartungs-Werten kommen, wäre dies ein Indiz dafür, dass es auch bei den offiziellen Zahlen am Freitag eine Überraschung geben könnte.

Aber auch neben den genannten Höhepunkten der Woche sind weitere wichtige Termine vorhanden. So stehen gleich am Montagvormittag mit den finalen europäischen Einkaufsmanagerindexen für den Industriebereich wichtige Konjunkturindikatoren im Fokus. Dabei stehen weniger die großen Länder Frankreich und Deutschland im Mittelpunkt. Für diese wurden nämlich bereits Schnellschätzungen veröffentlicht. Spannend sind jetzt die Ergebnisse für die Krisenländer Spanien (9:15 Uhr) und Italien (9:45 Uhr), für welche es vorab keine Zahlen gab. Indexwerte über 50 Punkten deuten dabei auf eine sich verbessernde Situation bei den Unternehmen, während sich bei Werten unter 50 Punkten die Lage verschlechtert. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Abonnenten von Reuters erhalten die Ergebnisse jeweils schon 2 Minuten vor dem offiziellen Veröffentlichungs-Termin. Somit kann dann schon Bewegung in den Märkten entstehen. Die finalen Ergebnisse für den Dienstleistungsbereich folgen am Mittwoch. Die Ergebnisse zeigen schon seit einiger Zeit eine deutliche Stabilisierung. Man hofft, dass sich diese positive Entwicklung nun bestätigt und die Eurozone die bisher längste Rezession ihrer Geschichte nachhaltig hinter sich lassen kann.

Auch für Großbritannien wird am Montag um 10:30 Uhr der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und am Mittwoch um 10:30 Uhr für den Dienstleistungsbereich veröffentlicht. Außerdem erscheint am Dienstag um 10:30 Uhr der Einkaufsmanagerindex für die Baubranche.

Ein weiterer Einkaufsmanagerindex wird am Dienstag um 16:00 Uhr vom amerikanischen   Institute for Supply Management (ISM) für die USA veröffentlicht. Für diesen werden monatlich rund 400 Einkaufsmanager über deren Einschätzung zur aktuellen und zukünftigen Lage befragt. Genauso wie bei den europäischen Einkaufsmanagerindexen bedeuten Ergebnisse über 50 Punkten eine sich verbessernde Situation. Vor einem Monat wurde mit 55,4 Punkten der höchste Wert seit April 2011 ermittelt. Man ist gespannt, ob sich die positive Entwicklung nun fortgesetzt hat. Am Donnerstag, ebenfalls um 16:00 Uhr, folgt der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die australischen Einzelhandelsumsätze in der Nacht zu Dienstag um 3:30 Uhr, die amerikanische und kanadische Handelsbilanz am Mittwoch um 14:30 Uhr, die australische Handelsbilanz am Donnerstag um 3:30 Uhr, die Entwicklung der schweizerischen Verbraucherpreise am Freitag um 9:15 Uhr, die britische Industrieproduktion am Freitag um 10:30 Uhr, sowie der kanadische Einkaufsmanagerindex der Wirtschaftsschule Ivey am Freitag um 16:00 Uhr. Außerdem findet am Donnerstag und Freitag ein Treffen der G20-Staaten in Russland statt.

Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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