Wichtige Termine in der kommenden Woche

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Die kommende Woche könnte lebhaft werden, da eine ganze Reihe wichtiger Termine vorhanden sind. Insbesondere stehen Notenbank-Sitzungen im Fokus. Den Anfang macht die amerikanische Fed, deren geldpolitischer Ausschuss (FOMC) am Mittwoch tagt. Das Ergebnis wird um 20:00 Uhr bekannt gegeben. Diesmal handelt es sich um eine so genannte kleine Sitzung, bei welcher weder Konjunktur-Projektionen veröffentlicht werden, noch eine Pressekonferenz stattfindet. Auch gehen Ökonomen von keiner geldpolitischen Änderung aus. Trotzdem wird das begleitende Statement genauestens auf Informationen zur zukünftigen Geldpolitik untersucht werden.

Am Donnerstag um 13:00 Uhr gibt die Bank of England (BoE) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Hier steht zwar erneut die Frage einer möglichen Ausweitung der Anleihenkäufe im Fokus. Ökonomen erwarten aber keine Änderung an der Geldpolitik. Vor einem Monat hatte die BoE die Märkte überrascht, da ein begleitendes Statement herausgegeben wurde, obwohl auch damals die Geldpolitik unverändert blieb. Gewöhnlich geschieht dies nur im Falle einer geldpolitischen Änderung. Sollte es auch diesmal ein Statement geben, wird man dieses natürlich wieder genauestens analysieren, was gegebenenfalls zu größeren Bewegungen im Pfund führen könnte.

Am Donnerstag um 13:45 Uhr wird dann auch die Europäische Zentralbank (EZB) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Auch hier erwarten Ökonomen überwiegend keine Änderung der Geldpolitik. Allerdings kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass die Notenbank auf die Rezession in der Eurokrise reagiert und den bereits auf einem Rekordtief von 0,5 Prozent liegenden Leitzins weiter senkt. Auch die Möglichkeit den Einlagenzins, für welchen Banken Geld bei der EZB parken können, in den negativen Bereich zu senken, wird immer wieder diskutiert. Darauf sei die Notenbank „technisch vorbereitet“, hatte man schon mehrfach mitgeteilt. Bisher wurde dafür aber noch keine Notwendigkeit gesehen. Doch auch wenn die Geldpolitik erwartungsgemäß unverändert bleibt, wird man die Worte von EZB-Präsident Mario Draghi auf der um 14:30 Uhr folgenden Pressekonferenz genau auf Hinweise zur weiteren Vorgehensweise analysieren. Entsprechende Marktbewegungen können dadurch entstehen.

Neben den drei Notenbank-Entscheidungen stellen die amerikanischen Arbeitsmarktdaten für Juli, welche am Freitag um 14:30 Uhr veröffentlicht werden, einen weiteren Höhepunkt der Woche dar. Im Juni war die Arbeitslosenquote entgegen den Erwartungen von Ökonomen nicht gesunken, sondern gegenüber dem Vormonat mit 7,6 Prozent gleich geblieben. Trotzdem entspannt sich die Situation auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt seit dem Höhepunkt Ende 2009, als mehr als zehn Prozent der Menschen arbeitslos waren, kontinuierlich. Der Mai-Wert lag mit 7,5 Prozent nur 0,1 Prozent tiefer und war die niedrigste Arbeitslosenquote seit Januar 2009. Die Arbeitsmarktdaten werden von den Märkten sehr stark beachtet. Dies nicht nur wegen der Bedeutung für die amerikanische Konjunkturentwicklung, sondern insbesondere auch weil die Arbeitslosigkeit einen wichtigen Einfluss auf die Geldpolitik der Notenbank hat. Diese ist in den USA nämlich nicht nur der Geldwertstabilität, sondern auch der Vollbeschäftigung verpflichtet, und hat angekündigt den Leitzins auf einem „außerordentlich niedrigen Niveau“ zu belassen, bis die Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent gesunken ist. Dies wird frühestens am Ende des kommenden Jahres erwartet. Einen Vorgeschmack auf das Ergebnis können schon am Mittwoch um 14:15 Uhr der ADP Arbeitsmarktbericht und am Donnerstag um 14:30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben. Sollte es hier zu größeren Abweichungen von den Erwartungs-Werten kommen, wäre dies ein Indiz dafür, dass es auch bei den offiziellen Zahlen am Freitag eine Überraschung geben könnte.

Neben diesen Höhepunkten, stehen aber auch noch eine ganze Reihe anderer wichtiger Termine im Wochenverlauf an. Am Dienstag um 8:10 Uhr veröffentlicht die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) das monatlich ermittelte Konsumklima für Deutschland. Dafür wurden rund 2000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren nach ihren Einkommens- und Konsumerwartungen auf Sicht von zwölf Monaten, sowie nach ihrer Anschaffungsneigung und ihren Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Situation befragt. Ziel ist es die Konsumneigung der Privathaushalte widerzuspiegeln. Diese spielt eine wichtige Rolle für die konjunkturelle Entwicklung und liegt in Deutschland seit längerem auf einem sehr guten Niveau.

Am Dienstag um 16:00 Uhr veröffentlicht das private amerikanische Forschungsinstitut „The Conference Board“ in New York ihr ermitteltes Verbrauchervertrauen. Dieses gilt als wichtiger Frühindikator für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA. Dafür werden monatlich rund 5000 repräsentativ ausgewählte Konsumenten über ihre Einschätzung zur aktuellen und zukünftigen konjunkturellen Entwicklung, sowie zum Arbeitsmarkt und erwartetem Einkommen befragt. Besonderer Wert wird dabei auf die Anschaffungsneigung gelegt.

Größere Beachtung werden außerdem am Donnerstagvormittag die finalen europäischen Einkaufsmanagerindexen für den Industriebereich finden. Dabei stehen weniger die großen Länder Frankreich und Deutschland im Mittelpunkt. Für diese wurden nämlich bereits Schnellschätzungen veröffentlicht. Spannend sind jetzt die Ergebnisse für die Krisenländer Spanien (9:15 Uhr) und Italien (9:45 Uhr), für welche es vorab keine Zahlen gab. Indexwerte über 50 Punkten deuten dabei auf eine sich verbessernde Situation bei den Unternehmen, während sich bei Werten unter 50 Punkten die Lage verschlechtert. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Abonnenten von Reuters erhalten die Ergebnisse jeweils schon 2 Minuten vor dem offiziellen Veröffentlichungs-Termin. Somit kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Auch für Großbritannien wird am Donnerstag um 10:30 Uhr der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und am Freitag um 10:30 Uhr der Einkaufsmanagerindex für die Baubranche veröffentlicht.

Ein weiterer wichtiger Einkaufsmanagerindex wird am Donnerstag um 16:00 Uhr vom amerikanischen Institute for Supply Management (ISM) für die USA veröffentlicht. Für diesen werden monatlich rund 400 Einkaufsmanager über deren Einschätzung zur aktuellen und zukünftigen Lage befragt. Genauso wie bei den europäischen Einkaufsmanagerindexen bedeuten Ergebnisse über 50 eine sich verbessernde Situation. Nachdem der Wert im Mai erstmals in diesem Jahr knapp unter die Wachstumsschwelle gefallen war, konnte sich dieser im Juni mit 50,9 Punkten wieder leicht darüber stabilisieren. Man hofft, dass die Tendenz nun weiter nach oben zeigt.

Weitere Termine, welche im Wochenverlauf beachtet werden sollten, sind die schwebenden Hausverkäufen in den USA am Montag um 16:00 Uhr, das neuseeländische ANZ Geschäftsvertrauen in der Nacht zu Mittwoch um 3:00 Uhr, die Entwicklung des kanadischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) für den Monat Mai am Mittwoch um 14:30 Uhr, die erste Schätzung zum Wachstum des BIP der USA im zweiten Quartal des Jahres ebenfalls am Mittwoch um 14:30 Uhr, der chinesische Einkaufsmanagerindex für den Industriebereich in der Nacht zu Donnerstag um 3:00 Uhr, die australischen Baugenehmigungen in der Nacht zu Freitag um 3:30 Uhr, sowie die australischen Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze ebenfalls in der Nacht zu Freitag um 3:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung der Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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