Wichtige Termine in der kommenden Woche

In der kommenden Woche sind einige wichtige Termine vorhanden, welche für Bewegung in den Märkten sorgen könnten. So wird am Montag vor dem Finanzausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel ab 15:30 Uhr die vierteljährliche Anhörung von EZB-Präsident Mario Draghi stattfinden. Dort wird dieser die Notenbank-Einschätzungen zur weiteren konjunkturellen Entwicklung, sowie die gegenwärtige Geldpolitik erläutern. Anschließend können die Abgeordneten Fragen stellen. Dabei können überraschende Äußerungen von Draghi nicht ausgeschlossen werden, welche dann zu entsprechenden Marktbewegungen führen würden.

Auch die Eurokrise wird am Montag im Fokus stehen, da auf einem Treffen der Euro-Finanzminister ebenfalls in Brüssel der Fortschritt der Reformen in Griechenland beurteilt werden soll.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche ist das Protokoll der letzten Sitzung der amerikanischen Notenbank, welches am Mittwoch um 20:00 Uhr veröffentlicht wird. Diese hatte im Juni zwar keine Änderungen an der Geldpolitik beschlossen. Fed-Gouverneur Ben Bernanke hatte im Anschluss aber mitgeteilt, dass das Anleihenkaufprogramm bereits im Laufe dieses Jahres verringert und bis Mitte des kommenden Jahres komplett eingestellt werden könnte, sofern die Prognosen der Notenbank zur Entwicklung der Konjunktur und Arbeitslosigkeit eintreffen. Im Protokoll wird man nun noch genauere Informationen zu den Mehrheitsverhältnissen und Ansichten der Entscheidungsträger erhalten. Entsprechende Marktbewegungen können daraus entstehen.

Am Mittwoch ab 22:10 Uhr wird im amerikanischen Cambridge der Gouverneur der Fed, Ben Bernanke, eine Rede halten. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich dieser auch zur weiteren Geldpolitik äußerst, wodurch entsprechende Marktbewegungen entstehen könnten.

In der Nacht zu Donnerstag findet eine geldpolitische Sitzung der Bank of Japan (BoJ) statt. Diese hatte ihre schon zuvor expansive Geldpolitik in den vergangenen Monaten nochmals erheblich ausgeweitet. Ziel ist es die in Japan seit Jahren vorhandenen Deflations-Tendenzen zu überwinden und innerhalb von nur zwei Jahren eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen. Gleichzeitig soll die Konjunktur gestützt und der Yen geschwächt werden. Zuletzt hatte die BoJ aber einige Händler enttäuscht, da sie bei der letzten Sitzung nicht noch nachgelegt und Maßnahmen gegen die Ende Mai kurzfristig angestiegenen Anleihen-Renditen beschlossen hat. Auch jetzt erhofft man sich ein offensives Auftreten der Notenbank. Entsprechend ist aber auch wieder Enttäuschungspotenzial vorhanden. Nach Bekanntgabe des Sitzungsergebnisses folgt kurze Zeit später eine Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda.

Am Donnerstag werden am frühen Morgen um 3:30 Uhr in Australien die Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Am Nachmittag um 14:30 Uhr schaut man mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und den Einzelhandelsumsätzen auf wichtige Konjunkturdaten in den USA.

Am Freitag um 15:55 Uhr veröffentlicht die Universität Michigan ihre erste Schätzung zum Verbrauchervertrauen. Für diesen bereits seit 1978 ermittelten Index werden monatlich ca. 500 Haushalte befragt. Diese geben dabei Auskunft über ihre Einschätzung zur gegenwärtigen Situation und zu den Erwartungen für einen Zeitraum von einem und fünf Jahren. Dies sowohl im Hinblick auf den eigenen Haushalt, als auch insgesamt für das wirtschaftliche Klima. Außerdem werden Angaben über das voraussichtliche Kaufverhalten gemacht. Über den Indikator kann man somit die Entwicklung des Konsumverhaltens prognostizieren. Da dieses rund zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht, kommt der Veröffentlichung eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Auch die konjunkturelle Lage in China wird wieder im Fokus stehen, da am Dienstag um 3:30 Uhr die Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise, sowie in der Nacht zu Mittwoch die Handelsbilanz bekannt gegeben wird. China gilt als Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft. Entsprechende Sorge bereitet den Märkten, dass sich das Wachstum zuletzt etwas abgekühlt hat.

Weitere Termine, welche im Wochenverlauf beachtet werden sollten, sind die kanadische Baugenehmigungen am Montag um 14:30 Uhr, das australische Verbrauchervertrauen am Mittwoch um 2:30 Uhr, sowie die Entwicklung der amerikanischen Erzeugerpreise am Freitag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung der Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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