Wichtige Termine in der kommenden Handelswoche

In der kommenden Woche sind eine ganze Reihe wichtiger Termine vorhanden. Den Anfang macht das Sitzungsprotokoll der Bank of Australia (RBA) in der Nacht zu Dienstag um 1:30 Uhr. Die Notenbank hatte bei ihrer Sitzung vor knapp zwei Wochen keine Änderung an der Geldpolitik vorgenommen und den Leitzins auf dem seit Dezember gültigen Wert von 3,0 Prozent belassen. Im begleitenden Statement gab es außerdem auch keinen Hinweis auf eine anstehende Zinssenkung in der kommenden Zeit. Die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse und persönlichen Ansichten der entscheidungsberechtigten Ratsmitglieder werden aber erst jetzt aus dem Protokoll ersichtlich sein. Daher wird dieses stark beachtet.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Nach zuvor sechs Monaten im negativen Bereich, liegt der Index seit Dezember wieder im positiven Bereich. Im Januar und Februar schoss der Index sogar bis 31,5 und dann 48,2 Punkte regelrecht nach oben und hatte dabei jeweils alle Erwartungen deutlich übertroffen. Der Wert liegt damit inzwischen auf dem höchsten Stand seit April 2010. Man ist gespannt, ob sich der Index auf diesem Niveau behaupten kann. Angesichts der Patt-Situation nach den Wahlen in Italien, was vor einem Monat noch nicht berücksichtigt war, ist dies eher unwahrscheinlich.

Mit Spannung wird man auf das Protokoll der letzten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (MPC) der Bank of England (BoE) schauen, welches am Mittwoch um 10:30 Uhr veröffentlicht wird. Vor knapp zwei Wochen hatte man sich gegen eine Ausweitung des derzeit bei 375 Milliarden Pfund liegenden (und ausgeschöpften) Volumens der Anleihenkäufe entschieden. Bei der vorangegangenen Sitzung hatten sich aber drei der neun stimmberechtigten Mitglieder dafür ausgesprochen. Später hatte ein weiteres Mitglied öffentlich erklärt, nun auch eine Aufstockung der Mittel für sinnvoll zu halten. Das Protokoll wird nun zeigen, ob die Entscheidung tatsächlichen noch knapper ausgefallen ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine geldpolitische Lockerung im April ist.

Am Mittwoch entscheidet der Offenmarktausschuss (FOMC) der amerikanischen Notenbank (Fed) über die weitere Geldpolitik. Um 17:30 Uhr wird das Ergebnis und ein Statement veröffentlicht. Nicht weniger wichtig werden die Projektionen zur weiteren Entwicklung von Konjunktur und Inflation sein, welche um 19:00 Uhr bekannt gegeben werden. Ab 19:15 Uhr folgt eine Pressekonferenz mit Gouverneur Bernanke. Obwohl größere geldpolitische Änderungen unwahrscheinlich sind, ist die Notenbank-Entscheidung aus terminlicher Sicht der Höhepunkt der Woche. In letzter Zeit gab es immer wieder Bemerkungen von einzelnen Notenbank-Mitgliedern, welche sich einen früheren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorstellen können. Bernanke hatte dagegen stets betont, dass die Mehrheit des Ausschusses anderer Meinung sei. Man wird nun darauf achten, ob es dabei bleibt und Bernanke keine Zweifel daran lässt, dass die Notenbank noch lange Zeit die Märkte mit billigem Geld fluten wird.

Nach dem am Dienstag der ZEW-Index bereits die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten ermittelt hatte, folgt am Donnerstag ein noch wichtigerer Indikator. Dann wird nämlich das Londoner Markit Institut Schnellschätzungen von Einkaufsmanagerindexen veröffentlichen, also direkt die Einschätzungen aus Sicht der Unternehmen. Den Anfang macht um 2:45 Uhr der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex. Später folgen die Schätzungen für den französischen (9:00 Uhr), deutschen (9:30 Uhr) und den Eurozonen-Einkaufsmanagerindex (10:00 Uhr). Dabei handelt es sich um wichtige monatlich ermittelte Konjunkturindikatoren, für welche Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrieunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Die jetzigen Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. Die Indikatoren hatten sich nach einem hoffnungsvollen Januar im letzten Monat doch wieder leicht verschlechtert. Sorge bereitet insbesondere, dass die Schwergewichtsländer Deutschland und Frankreich immer weiter auseinander driften. Während in Deutschland die Konjunktur an Fahrt gewinnt, geht es in Frankreich immer stärker bergab. Man hofft, dass es nun auch dort Zeichen für eine Stabilisierung gibt. Zu beachten ist, dass Abonnenten von Reuters die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindexe jeweils 2 Minuten vor dem angegebenen Veröffentlichungs-Termin erhalten. Daher kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Am Donnerstagnachmittag stehen außerdem noch wichtige Konjunkturdaten aus den USA zur Veröffentlichung an. Beachtet werden insbesondere die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche um 13:30 Uhr, sowie um 15:00 Uhr die bestehenden Hausverkäufe und der Philly Fed Index. Für letzteren werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann. Nach einer Erholung zum Ende des vergangenen Jahres, liegt der Index seit Januar wieder im negativen Bereich. Dabei ging es von minus 5,8 Punkten auf minus 12,5 Punkte im Februar sogar weiter nach unten. Man hofft, dass nun wieder ein besseres Ergebnis erzielt wird.

Die Wirtschaftstermine der kommenden Woche finden Sie wieder auf unserer Internetseite unter http://www.profitsignale.de/termine.html

 

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