Wichtige Termine in der kommenden Handelswoche

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In der kommenden Woche sind eine ganze Reihe wichtiger Termine vorhanden. Nach einem aus terminlicher Sicht noch ruhigen Montag, machen am Dienstag um 11:00 Uhr die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt den Anfang. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Der Index zeigt sich schon seit längerem sehr stark und war im Dezember mit 62,0 auf den höchsten Stand seit April 2006 gestiegen.

In der Nacht zu Mittwoch findet eine geldpolitische Sitzung der Bank of Japan (BoJ) statt. Größere Änderungen an der sehr expansiven Geldpolitik werden nicht erwartet. Dennoch werden das die Entscheidung begleitende Statement und die etwas später folgende Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Kuroda stets stark beachtet. Die genaue Uhrzeit der Veröffentlichung und der Pressekonferenz wird immer erst kurze Zeit vorher bekannt gegeben.

Am Mittwoch um 10:30 Uhr wird das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Bank of England (BoE) veröffentlicht. Diese hat ihre Wirtschaftsprognosen zwar angehoben, aber dennoch eine lang andauernde Fortsetzung der lockeren Geldpolitik angekündigt. Der auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent liegenden Leitzins soll frühestens bei einer Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent angehoben werden. Das Erreichen dieses Zielwertes wird erst für 2015 prognostiziert. Zudem würde laut Notenbank auch dies dann keinen Automatismus auslösen. Im Protokoll sind das genaue Abstimmungsverhalten und die persönlichen Ansichten der stimmberechtigten Mitglieder ersichtlich. Zum Arbeitsmarkt gibt es zeitgleich neue Informationen, da auch das britische Statistikamt die Arbeitslosenquote am Mittwoch um 10:30 Uhr bekannt gibt.

Am Mittwoch um 16:00 Uhr wird die Bank of Canada (BoC) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Die Notenbank hatte in ihren letzten geldpolitischen Statements eine Erhöhung des schon seit 2010 bei 1,0 Prozent liegenden Leitzinses in 2014 zwar nicht ausgeschlossen. Die meisten Experten erwarten einen solchen Schritt aber erst in 2015. Wie immer bei der ersten Notenbank-Sitzung eines Quartals werden außerdem zeitgleich neue Prognosen zur weiteren Entwicklung der Konjunktur und Inflation veröffentlicht. Da dies die Schlüsselfaktoren für die Geldpolitik sind, werden die Daten stark beachtet. Um 17:15 Uhr folgt eine Pressekonferenz mit dem BoC-Gouverneur Stephen Poloz.

Am Donnerstag stehen wichtige Konjunkturdaten im Fokus. Das Londoner Markit Institut wird dann 100 erste Schätzungen zum Einkaufsmanagerindex für Januar veröffentlichen. Den Anfang macht um 2:45 Uhr der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex. Später folgen die Schätzungen für den französischen (9:00 Uhr), deutschen (9:30 Uhr) und den Eurozonen-Einkaufsmanagerindex (10:00 Uhr). Dabei handelt es sich um wichtige monatlich ermittelte Konjunkturindikatoren, für welche Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrieunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Die jetzigen Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. In den vergangenen Monaten zeigte sich, dass die Eurozone ihre Rezession wohl hinter sich gelassen hat und wieder moderates Wachstum vorhanden ist. Sorge bereitet allerdings weiterhin Frankreich, wo sich der Einkaufsmanagerindex entgegen dem allgemeinen Trend zuletzt wieder eingetrübt hatte. Zu beachten ist, dass Abonnenten von Reuters die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindexe jeweils 2 Minuten vor dem angegebenen Veröffentlichungs-Termin erhalten. Daher kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die chinesische Industrieproduktion und Bruttoinlandsprodukt gleich in der Nacht zu Montag um 3:00 Uhr, die neuseeländischen Verbraucherpreise am Montag um 22:45 Uhr, die kanadischen Industrieverkäufer am Dienstag um 14:30 Uhr, die australischen Verbraucherpreise in der Nacht zu Mittwoch um 1:30 Uhr, die kanadischen Einzelhandelsumsätze am Donnerstag um 14:30 Uhr, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ebenfalls am Donnerstag um 14:30 Uhr, die amerikanischen bestehenden Hausverkäufe am Donnerstag um 16:00 Uhr, sowie die kanadischen Verbraucherpreise am Freitag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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