Wichtige Termine in der kommenden Handelswoche

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Die letzte Woche vor Weihnachten könnte nochmal sehr lebhaft werden. Es stehen zahlreiche wichtige Termine an, welcher zu entsprechenden Marktbewegungen führen können. Am Montag stehen zunächst wichtige Konjunkturdaten im Fokus. Das Londoner Markit Institut wird dann erste Schätzungen zum Einkaufsmanagerindex für Oktober veröffentlichen. Den Anfang macht um 2:45 Uhr der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex. Später folgen die Schätzungen für den französischen (9:00 Uhr), deutschen (9:30 Uhr) und den Eurozonen-Einkaufsmanagerindex (10:00 Uhr). Dabei handelt es sich um wichtige monatlich ermittelte Konjunkturindikatoren, für welche Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrieunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Die jetzigen Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. In den vergangenen Monaten zeigte sich, dass die Eurozone ihre Rezession wohl hinter sich gelassen hat und wieder moderates Wachstum vorhanden ist. Sorge bereitet allerdings weiterhin Frankreich, wo sich der Einkaufsmanagerindex entgegen dem allgemeinen Trend zuletzt wieder eingetrübt hatte. Zu beachten ist, dass Abonnenten von Reuters die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindexe jeweils 2 Minuten vor dem angegebenen Veröffentlichungs-Termin erhalten. Daher kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Am Montag ab 15:00 Uhr wird EZB-Präsident Mario Draghi bei einer Anhörung im Europäischen Parlament zur aktuellen Geldpolitik und den Einschätzungen der Notenbank Stellung beziehen. Dadurch könnten entsprechende Bewegungen im Euro entstehen. Auch der Gouverneur der Bank of England Mark Carney wird am Dienstag ab 16:00 Uhr vor dem britischen Parlament sprechen. Und am Dienstag ab 23:30 Uhr findet eine Anhörung des RBA-Gouverneurs Glenn Stevens vor dem australischen Parlament statt.

In der Nacht zu Dienstag wird man um 1:30 Uhr auf das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) schauen. Diese hatte zwar keine Änderungen an der Geldpolitik vorgenommen. Für die kommenden Monate wird eine erneute Senkung des bei 2,5 Prozent liegenden Leitzinses aber nicht ausgeschlossen, wenn auch die Wahrscheinlichkeit dafür abgenommen hat. Hier könnte man vielleicht über das Protokoll weitere Hinweise dazu erlangen.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Der Index zeigt sich schon seit längerem sehr stark und war im November mit 54,6 Punkten auf den höchsten Stand seit Oktober 2009 gestiegen.

Am Mittwoch um 10:00 Uhrveröffentlicht das Münchener ifo-Institut seinen monatlich ermittelten Geschäftsklimaindex. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden regelmäßig rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Der Index liegt schon seit geraumer Zeit auf sehr hohem Niveau und war im November mit 109,3 Punkten auf den höchsten Stand seit April 2012 geklettert.

Am Mittwoch um 10:30 Uhr wird das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Bank of England (BoE) veröffentlicht. Diese hatte zuletzt ihre Wirtschaftsprognosen angehoben, aber dennoch eine lang andauernde Fortsetzung der lockeren Geldpolitik angekündigt. Der auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent liegenden Leitzins soll frühestens bei einer Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent angehoben werden. Das Erreichen dieses Zielwertes wird erst für 2015 prognostiziert. Zudem würde laut Notenbank auch dies dann keinen Automatismus auslösen. Im Protokoll sind das genaue Abstimmungsverhalten und die persönlichen Ansichten der stimmberechtigten Mitglieder ersichtlich. Zum Arbeitsmarkt gibt es zeitgleich neue Informationen, da auch das britische Statistikamt die Arbeitslosenquote am Mittwoch um 10:30 Uhr bekannt gibt.

Der Höhepunkt der Woche ist das Sitzungsergebnis des Offenmarktausschusses (FOMC) der amerikanischen Notenbank (Fed) am Mittwoch um 20:00 Uhr. Neben einem begleitenden Statement werden diesmal auch neue Prognosen zur weiteren Entwicklung der Konjunktur, Inflation und Arbeitslosigkeit bekannt gegeben. Wichtig für die Märkte ist derzeit aber insbesondere die Frage, ob die Notenbank bereits jetzt mit einer Verringerung ihrer monatlichen Anleihenkäufe beginnen wird. Die Fed kauft im Moment Staatsanleihen und immobilienbesicherte Wertpapiere im Umfang von monatlich 85 Milliarden Dollar. Ein bald anstehender langsamer Ausstieg aus dem Programm wurde bereits mehrfach verbal vorbereitet, letztendlich aber immer auf unbestimmte Zeit verschoben. Es gibt einige Ökonomen welche nun bei der jetzigen Sitzung eine erste leichte Verringerung prognostizieren. Die meisten Experten sind aber der Ansicht, dass dies erst im kommenden Jahr geschehen wird. In jedem Fall dürfte das Sitzungsergebnis zu erheblichen Marktbewegungen führen. Auch falls diesmal alles unverändert bleibt, wird man nämlich auf Hinweise zum Zeitpunkt einer ersten geldpolitischen Straffung achten. Neben den wirtschaftlichen Prognosen und dem Statement, könnte es dazu insbesondere auch bei der ab 20:30 Uhr beginnender Pressekonferenz Informationen geben.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann.

In der Nacht zu Freitag findet eine geldpolitische Sitzung der Bank of Japan (BoJ) statt. Größere Änderungen an der sehr expansiven Geldpolitik werden nicht erwartet. Dennoch werden das die Entscheidung begleitende Statement und die etwas später folgende Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Kuroda stets stark beachtet. Die genaue Uhrzeit der Veröffentlichung und der Pressekonferenz wird immer erst kurze Zeit vorher bekannt gegeben.

Am Freitag um 8:10 Uhr veröffentlicht die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) das monatlich ermittelte Konsumklima für Deutschland. Dafür wurden rund 2000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren nach ihren Einkommens- und Konsumerwartungen auf Sicht von zwölf Monaten, sowie nach ihrer Anschaffungsneigung und ihren Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Situation befragt. Ziel ist es die Konsumneigung der Privathaushalte widerzuspiegeln. Diese spielt eine wichtige Rolle für die konjunkturelle Entwicklung und liegt in Deutschland seit längerem auf einem sehr guten Niveau.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die Entwicklung der britischen Verbraucherpreise im November am Dienstag um 10:30 Uhr, die amerikanischen Verbraucherpreise am Dienstag um 14:30 Uhr, die kanadischen Industrieverkäufe am Dienstag um 14:30 Uhr, das neuseeländische ANZ Geschäftsvertrauen in der Nacht zu Mittwoch um 1:00 Uhr, die amerikanischen Baugenehmigungen am Mittwoch um 14:30 Uhr, die Entwicklung des neuseeländischen Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal am Mittwoch um 22:45 Uhr, die britischen Einzelhandelsumsätze am Donnerstag um 10:30 Uhr, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA am Donnerstag um 14:30 Uhr, die bestehenden Hausverkäufe in den USA am Donnerstag um 16:00 Uhr, sowie die Entwicklung der kanadischen Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze am Freitag um 14:30 Uhr.

Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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