USD/JPY: US-Notenbank setzt das „Tapering“ fort

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Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den im Dezember begonnenen langsamen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, das sogenannte „Tapering“, auch bei der jetzigen Januar-Sitzung fortgesetzt. Wie der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) nach seinen zweitägigen Beratungen am Mittwochabend mitteilte, wird das Volumen der Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren ab Februar um weitere 10 Milliarden auf dann monatlich 65 Milliarden Dollar gesenkt. Bis einschließlich Dezember vergangenen Jahres wurden monatlich noch 85 Milliarden Dollar in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. In der Dezember-Sitzung wurde dann eine erste, ab Januar wirksame, Straffung auf 75 Milliarden Dollar beschlossen. Ökonomen hatten die Entscheidung mehrheitlich so erwartet. Die Notenbank zeigt sich somit von den zuvor sinkenden Börsen und den Währungskrisen in einigen Schwellenländern unbeeindruckt. Der Leitzins blieb dagegen erwartungsgemäß auf dem historischen Tief zwischen null und 0,25 Prozent.

Sorge bereitet den Währungshütern die niedrige Inflation. Eine Teuerungsrate dauerhaft unter dem Zielbereich von zwei Prozent könne Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung darstellen, heißt es im begleitenden Statement. Man würde die Entwicklung daher sorgfältig überwachen, obwohl die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin stabil seien. Die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen hätten in den vergangenen Monaten schneller zugelegt. Dagegen habe sich aber die Erholung am Immobilienmarkt abgeschwächt. Die Arbeitsmarktindikatoren seien zuletzt gemischt gewesen, würden aber unter dem Strich eine weitere Verbesserung anzeigen. Trotzdem bliebe die Arbeitslosenquote erhöht.

Erneut betont die Notenbank, dass der Leitzins auch noch lange Zeit, nachdem die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent gefallen ist, nahe null bleiben würde. Dies sei insbesondere solange der Fall, wie die prognostizierte Inflation unter dem Zielwert von zwei Prozent liege. Im Dezember war die Arbeitslosigkeit bereits auf nur noch 6,7 Prozent gefallen. Ursprünglich hatte die Fed die Schwelle von 6,5 Prozent als Mindestwert genannt, bevor man über eine erste Erhöhung nachdenken könne.

Die Notenbanksitzung war die letzte unter dem scheidenden Gouverneur Ben Bernanke. Die Entscheidung fiel dabei erstmals seit Juni 2011 einstimmig. Ab Februar wird die bisherige Vize-Gouverneurin Janet Yellen die Leitung der Notenbank übernehmen. Yellen gilt als Befürworterin des Kurses von Bernanke, weshalb durch den Führungswechsel keine größeren Änderungen an der Vorgehensweise der Notenbank erwartet werden. Ökonomen gehen mehrheitlich davon aus, dass die Fed nun voraussichtlich jeden Monat die Wertpapierkäufe um weitere 10 Milliarden senken wird, bis das Programm im Oktober ganz ausläuft.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Der Dollar hatte gegenüber dem Yen seine ursprünglich bereits im Oktober 2012 bei rund 78 begonnene Aufwärtsbewegung in den letzten Monaten des vergangenen Jahres fortgesetzt und am 2. Januar dieses Jahres ein Hoch bei 105,44 erreicht. Seitdem korrigiert das Paar aber deutlich nach unten. Nach dem Sitzungsergebnis der amerikanischen Notenbank ist USD/JPY inzwischen bis auf ein Tief bei 101,82 gefallen, wodurch sämtliche Gewinne seit Anfang Dezember wieder verloren sind. Auch aktuell liegt der Kurs nur wenig über 102 (Stand Mittwoch, 29.1.2014, ca. 23:00 Uhr). Die Chartsituation hat sich damit kurzfristig deutlich eingetrübt. Die nächsten Unterstützungen liegen bei 101,60 und 100,92. Für die langfristige Entwicklung sind allerdings erst die derzeit bei 100,01 liegende 200-Tageslinie und die Unterstützung bei 99,54 (Tagestief vom 19. November) entscheidend. Aus der Sicht von Dollar-Bullen sollte dieser Bereich nicht nachhaltig unterschritten werden. Andernfalls würde dies für weitere Abgaben bis 95,77; 93,77 und vielleicht in den Bereich 92,53/90,84 sprechen. Über eine kurzfristige Fortsetzung des Aufwärtstrends könnte dagegen frühestens wieder über 103,58 nachgedacht werden. Gelingt in diesem Fall anschließend auch eine Rückkehr über 105 und dann ein Anstieg über die Hochs bei 105,44 würden sich die nächsten Ziele bei 108 und 110 finden.

Tageschart USD/JPY (Stand Mittwoch, 29.1.14, ca. 23:00 Uhr):
USDJPY

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