USD/JPY: US-Notenbank beginnt das Tapering

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Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) wird ihre monatlichen Käufe von Staatsanleihen und immobilienbesicherten Wertpapiere ab Januar um 10 Milliarden auf 75 Milliarden verringern. Das teilte die Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung am Mittwochabend mit. Experten waren sich im Vorfeld uneinig, ob dieser „Einstieg aus dem Ausstieg“ aus der lockeren Geldpolitik, das sogenannte „Tapering“, schon jetzt beschlossen wird. In einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen hatte eine knappe Mehrheit die Ansicht vertreten, dass dies erst im kommenden Jahr der Fall sein würde.

Nach der letzten Notenbank-Sitzung unter seiner Leitung erklärte der scheidende Fed-Gouverneur Ben Bernanke, dass weitere Drosselungen der Anleihenkäufe im kommenden Jahr möglich seien. Allerdings betonte er, dass der Prozess „sehr bedachtsam“ sein werde. „Nicht bei jeder Sitzung wird es Reduzierungen geben.“ Die Geschwindigkeit hänge von der konjunkturellen Entwicklung ab. Außerdem bleibe die Geldpolitik unabhängig davon sehr expansiv. Auch der Leitzins würde noch lange Zeit nahe bei null bleiben. Dieses Niveau werde „weit länger als bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt“ beibehalten. Bisher hatte die Notenbank stets gesagt, dass man frühestens bei einer Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent über eine Erhöhung des Leitzinses nachdenken würde. Dieser Wert könnte nach den gleichzeitig veröffentlichten neuen Projektionen bereits Ende 2014 erreicht werden.

Die weitere konjunkturelle Entwicklung sieht die Fed etwas optimistischer, als zuvor. Nach einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,2 bis 2,3 Prozent im aktuellen Jahr, wird für 2014 ein Anstieg um 2,8 bis 3,2 Prozent und in 2015 um 3,0 bis 3,4 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote soll sich im kommenden Jahr zwischen 6,3 und 6,8 Prozent einpendeln. In 2015 soll es einen weiteren Rückgang auf 5,9 bis 6,2 Prozent und in 2016 auf 5,4 bis 5,9 Prozent geben. Sorge bereitet den Währungshütern die niedrige Inflation. Nach nur knapp einem Prozent im aktuellen Jahr, soll diese nur langsam anziehen und voraussichtlich frühestens Ende 2015 den Zielwert von 2,0 Prozent erreichen.

Bei der Abstimmung über die Reduzierung der Anleihenkäufe gab es eine Gegenstimme. Eric S. Rosengren, Präsident der regionalen Federal Reserve von Boston, war der Auffassung, dass es noch zu früh dafür sei.

Ab Februar wird die jetzige stellvertretende Gouverneurin Janet Yellen die Leitung der Notenbank übernehmen. Eine größere Änderung im geldpolitischen Kurs ist dadurch nicht zu erwarten. Bernanke sagte, dass Yellen „voll und ganz“ hinter den Beschlüssen stehe.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Der Dollar hatte gegenüber dem Yen bereits von Oktober 2012 bis Mai 2013 ausgehend von rund 78 bis zu einem damaligen Hoch bei 103,73 stark zugelegt. Die Gründe dafür lagen vor allem in der expansiven Ausweitung der japanischen Geldpolitik. Nach einer anschließenden Seitwärtsphase ist seit Ende Oktober wieder ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Die jetzige Fed-Entscheidung hat nun ausgehend von Kursen bei rund 103 bis aktuell 104,36 zu einer weiteren deutlichen Dollar-Aufwertung geführt (Stand Donnerstag, 19.12.2013, ca. 0:00 Uhr). Das Paar liegt damit auf dem höchsten Stand seit Oktober 2008. Das Chartbild ist auf allen Zeitebenen bullish. Zwar mahnt zur Vorsicht, dass sich der Kurs bereits nahe am überkauften Bereich bewegt und zudem der RSI-Indikator eine negative Divergenz zeigt. Trotzdem liegen die nächsten wichtigen Ziele bei 106 und 108. Eintrüben würde sich die Situation unter dem Tagestief von Dienstag bei 102,47 und insbesondere unter 101,60. Spätestens unter 99,54 und unter der derzeit ungefähr bei 98,87 liegenden 200-Tageslinie könnte nur noch von einer erneuten längeren Seitwärtsbewegung ausgegangen werden.

Tageschart USD/JPY (Stand Donnerstag, 19.12.13, ca. 0:00 Uhr):
USDJPY

 

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