USD/JPY: Spannung vor BoJ-Sitzung

Die extrem expansive Geldpolitik in Japan setzt den Yen seit Monaten unter Druck. Während der Kurs von USD/JPY im Oktober vergangenen Jahres noch bei rund 78 lag, wurde am März dieses Jahres ein Hoch bei 96,71 erreicht. Das war der höchste Stand seit August 2009 und ist ein Anstieg um rund 24 Prozent in nur fünf Monaten. Seitdem hat das Paar allerdings wieder deutlich nach unten konsolidiert. Im Vorfeld der japanischen Notenbank-Sitzung, deren Ergebnis in der Nacht zu Donnerstag veröffentlicht wird, ging es in dieser Woche von über 94 bis zu einem Tief bei nur noch 92,53 nochmals deutlich nach unten. Aktuell liegt das Paar wieder über 93 (Stand ca. 15:00 Uhr). Die Korrektur könnte sich noch fortsetzen. Die nächsten wichtigen Unterstützungen finden sich bei 92 und 90,84. Erst darunter würde sich das im Moment langfristig immer noch bullishe Chartbild eintrüben. Nach oben würde ein Anstieg über 94,90 die Situation dagegen auch kurzfristig wieder aufhellen, wobei aber erst über 96,13 ein nachhaltiges Kaufsignal entstehen würde. Dann wäre anschließend ein Anstieg über das bisherige Jahreshoch bei 96,71 und eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis 97,78 und 100 wahrscheinlich.

Das Ergebnis der Notenbank-Sitzung in der Nacht zu Donnerstag könnte die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Dass es dabei zu einer neuerlichen geldpolitischen Lockerung und Ausweitung der Anleihenkäufe kommen dürfte, wird niemanden überraschen und wohl nicht für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends ausreichen. Dafür müsste der neue Notenbank-Gouverneur Kuroda die hohen Erwartungen der Märkte wohl übertreffen. Es besteht dagegen die Gefahr, dass die Beschlüsse der Bank of Japan enttäuschen, was dann zu einer deutlichen Yen-Aufwertung (also sinkendem USD/JPY-Kurs) führen würde.

Tageschart USD/JPY (Stand ca. 15:00 Uhr):
USDJPY

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