USD/JPY: Fed hält Verringerung der Anleihenkäufe noch in 2013 weiterhin für wahrscheinlich

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Die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed) sind weiterhin der Auffassung, dass die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr verringert und bis Mitte 2014 ganz auslaufen können. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung vom 17. und 18. September hervor. „Die meisten Teilnehmer waren der Meinung, dass ihre Konjunkturerwartungen im Großen und Ganzen im Einklang mit einer Verringerung des Tempos bei den Käufen von langlaufenden Wertpapieren in diesem Jahr und einer Beendigung des Programms bis Mitte 2014 stehen“, heißt es. Letztendlich haben sich die Mitglieder dann aber dafür entschieden, den Umfang von monatlich 85 Milliarden US-Dollar im Moment noch beizubehalten und die Märkte damit überrascht. Die meisten Experten hatten bereits jetzt eine leichte Verringerung erwartet.

Begründet wurde die Entscheidung mit der durch die Fiskalpolitik verursachten Risiken, sowie der immer noch zu schleppenden Wirtschaftsentwicklung. Mehrere Mitglieder sprachen dabei allerdings von einer „engen Entscheidung“. Diese fiel letztendlich aber fast einstimmig aus. Lediglich Esther George, Präsidentin der Fed von Kansas, stimmte für eine sofortige Verringerung.

Bei der nächsten Notenbank-Sitzung am 30. Oktober halten die meisten Analysten eine Verringerung der Anleihenkäufe für sehr unwahrscheinlich. Neben der inzwischen entstandenen zusätzlichen Belastung durch den Haushaltsstreit liegen dann nämlich auch keine aktualisierten Schätzungen zur weiteren Entwicklung der Konjunktur, Inflation und Arbeitslosigkeit vor. Zudem ist für diese Sitzung keine anschließende Pressekonferenz vorgesehen, bei welcher der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke die Entscheidung begründen könnte. Die nächste „große“ Notenbank-Sitzung einschließlich aktualisierter Prognosen und einer Pressekonferenz findet erst am 18. Dezember statt. Das wäre dann also die letzte Gelegenheit um die Anleihenkäufe tatsächlich noch in diesem Jahr zu drosseln. Obwohl die meisten FOMC-Mitglieder laut Protokoll weiterhin von einer Verringerung noch in diesem Jahr ausgehen, beziffern Experten die Wahrscheinlichkeit dafür inzwischen nur noch auf 50 Prozent.

Yellen folgt Bernanke als Fed-Gouverneur

Ebenfalls am Mittwoch gab Präsident Obama die Nominierung von Janet Yellen als Nachfolgerin des im Januar aus dem Amt scheidenden Notenbank-Vorsitzenden Ben Bernanke bekannt. Yellen muss zwar noch vom Senat bestätigt werden, was aber nach Ansicht von Beobachtern auch geschehen wird. Der Vorsitzende des Bankenausschusses, Senator Tim Johnson, sagte bereits: „Ich habe keine Zweifel, dass sie eine exzellente Chefin der Federal Reserve sein wird“.

Yellen würde die erste Frau an der Spitze der Notenbank sein. Die 67-jährige Ökonomin ist seit mehr als 10 Jahren für die Fed tätig und seit 2010 Vize-Gouverneurin. Sie gilt als sogenannte „Taube“, welche den expansiven Kurs ihres Vorgängers Bernanke unterstützt. Obwohl somit also auch keine grundlegende Änderung im Kurs zu erwarten ist, wird sie trotzdem die schwierige Aufgabe haben die lockere Geldpolitik langsam zu beenden. Yellen wurde von Marktteilnehmern bereits als Favoritin gehandelt, seitdem der frühere Finanzminister Larry Summers seine Kandidatur Mitte September zurückgezogen hat.

Charttechnische Betrachtung von  USD/JPY (Stand 10.10.13, ca. 16:45 Uhr):

Von Oktober vergangenen Jahres bis zum Frühjahr dieses Jahres hatte USD/JPY eine steile Rallye hingelegt. Beflügelt durch die ultralockere japanische Geldpolitik ging es ausgehend von Kursen bei rund 78 im Hoch bis 103,73 am 22. Mai nach oben. Danach war diese Aufwärtsbewegung aber zum Erliegen gekommen. Das Paar konsolidierte deutlich und fiel Mitte Juni bis 93,77. Nach einer Erholung bis 101,55 am 8. Juli, ist der Kurs in eine breite Seitwärtsbewegung zwischen diesem Hoch und einem Tief bei 95,77 am 8. August
übergegangen. Nachdem USD/JPY Mitte September innerhalb dieser Rangenochmals über 100 steigen konnte, wertete das Paar wieder bis zu einem Tief bei 96,53 am vergangenen Montagab. Von dort konnte sich der Dollar inzwischen erneut bis über 98 erholen (Stand Donnerstag, 10.10.2013, ca. 16:45 Uhr). Die nächsten Hürden liegen nun bei den Hochs vom 1. Oktober bei 98,72 und vom 20. September bei 99,66. Darüber würde dann ein Test des Widerstandes bei 100,61 und dem genannten Juli-Hoch bei 101,55 wahrscheinlich. Wird auch dieses überwunden, könnten zum Jahreshoch bei 103,73 und anschließend sogar bis105 und 108steigende Kurse erwartet werden. Eintrüben würde sich die Situation dagegen unter 96,53. Ungefähr in diesem Bereich findet sich derzeit auch die wichtige 200-Tageslinie. Fällt USD/JPY nachhaltig darunter und anschließend auch unter 95,77 müsste von einer weiteren Abwertung bis 93,77 und danach möglicherweise bis 92,53 und 90,84 ausgegangen werden.

Tageschart USD/JPY (Stand Donnerstag, 10.10.2013, ca. 16:45 Uhr):
USDJPY

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