USD/JPY: BoJ lässt Geldpolitik unverändert

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Die Bank of Japan (BoJ) hat auf ihrer Sitzung am Dienstag an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festgehalten. Somit werden weiterhin jährlich zwischen 60 und 70 Billionen Yen (ca. 582 bis 680 Milliarden Euro) in die Märkte gepumpt. Auf diesem Weg soll die Geldbasis verdoppelt, die seit 15 Jahren andauernde Deflation überwunden und bis zum Jahr 2015 eine Inflationsrate von 2,0 Prozent erreicht werden. Auch der Leitzins wurde bei null bis 0,1 Prozent belassen. Experten hatten die Entscheidung so erwartet.

Die Erholung der Wirtschaft habe sich „moderat“ fortgesetzt, teilte die Notenbank mit. Auch für die weitere Entwicklung zeigt man sich grundsätzlich optimistisch. Vor allem die Inlandsnachfrage habe sich verstärkt. Allerdings wird in Japan zum 1. April die Mehrwertsteuer erhöht, wodurch viele Verbraucher größere Anschaffungen vorgezogen haben, was sich aktuell bemerkbar macht. Daher geht auch die Notenbank davon aus, dass sich der Inlandsmarkt anschließend wieder etwas abschwächen könnte. Dies dürfte aber durch ebenfalls anziehende Exporte ausgeglichen werden. Doch auch diesbezüglich betonte die BoJ durchaus vorhandene Risiken. So hätten die Exporte zuletzt etwas unter den Erwartungen gelegen. Entsprechend sprach die Notenbank im begleitenden Statement nur noch davon, dass sich die Exporte „stabilisiert“ hätten, während man bei der vorangegangenen Sitzung vor einem Monat noch formuliert hatte, dass sich die Exporte auf dem Weg der Erholung befinden würden.

Die meisten Ökonomen erwarten zwar kurzfristig keine Änderung der japanischen Geldpolitik, gehen aber davon aus, dass die BoJ schnell mit weiteren Lockerungen reagieren würde, falls sich die aktuelle konjunkturelle Entwicklung und Inflationsrate eintrüben und somit die langfristigen Ziele gefährdet würden.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Der Dollar hatte gegenüber dem Yen seine ursprünglich bereits im Oktober 2012 bei rund 78 begonnene Aufwärtsbewegung in den letzten Monaten des vergangenen Jahres fortgesetzt und am 2. Januar dieses Jahres ein Hoch bei 105,44 erreicht. Anschließend hat das Paar aber deutlich nach unten korrigiert. Anfang Februar war der Dollar im Tief bis nur noch 100,73 gefallen, wodurch sämtliche Gewinne seit Mitte November wieder verloren waren. Anschließend war nur noch wenig Bewegung zu sehen und der Kurs bewegte sich größtenteils um den Bereich von 102. Erst in der vergangenen Woche gelang ein neuer Anstieg bis 103,76. Obwohl das Paar seitdem kaum noch Bewegung zeigt und nur noch leicht über 103 liegt, hat sich das Chartbild kurzfristig wieder etwas aufgehellt. Ganz eindeutig ist die weitere Entwicklung aber noch nicht. Ein wichtiger Widerstand befindet sich im Bereich 104 und dann 105. Spätestens darüber könnte von einer direkten Fortsetzung der Aufwärtsbewegung mit Zielen bei 108 und 110 ausgegangen werden. Dreht der Kurs aber erneut nach unten, müsste schon ab dem Bereich 102 eine Fortsetzung der jüngsten Seitwärtsbewegung erwartet werden. Wirklich eintrüben würde sich die Situation aber erst unter 101,40 unter dem genannten Tief von Anfang Februar bei 100,73. Dann könnten anschließend nicht nur die markante Unterstützungszone zwischen der bei ungefähr 100,24 liegenden 200-Tageslinie, der psychologisch wichtigen Marke von 100 und der Unterstützung bei 99,54 (Tagestief vom 19. November) getestet werden, sondern sogar weitere Abgaben bis 95,77; 93,77 und vielleicht in den Bereich 92,53/90,84 folgen.

Tageschart USD/JPY (Stand Dienstag, 11.3.14, ca. 12:00 Uhr):
USDJPY

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