USD/JPY: BoJ lässt Geldpolitik unverändert

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Die Bank of Japan (BoJ) hält an ihrer extrem lockeren Geldpolitik unverändert fest, Dies teilte die Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung heute Morgen mit. Somit werden weiterhin jährlich rund 80 Billionen Yen (ca. 672 Milliarden Euro) in die Märkte gepumpt. Auf diesem Weg soll die Geldbasis verdoppelt, die seit 15 Jahren andauernde Deflation überwunden und eine Inflationsrate von 2,0 Prozent erreicht werden. Auch der Leitzins wurde bei null bis 0,1 Prozent belassen. Experten hatten die Entscheidung so erwartet.

Gemäß den jüngsten Daten kam die japanische Wirtschaft im vierten Quartal des vergangenen Jahres aus der Rezession. Trotzdem fiel das aufs Jahr gerechnete Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent enttäuschend aus. Die BoJ hält aber an ihre Einschätzung einer moderaten wirtschaftlichen Erholung fest. Der Anstieg der Preise dürfte sich allerdings angesichts des Ölpreisverfalls für einige Zeit abschwächen.

Viele Ökonomen prognostizieren, dass die Notenbank im Laufe des Jahres eine weitere geldpolitische Lockerung vornehmen wird, um ihre Ziele zu erreichen. BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda sieht derzeit dafür aber noch keine Notwendigkeit. Nach seiner Ansicht bewegt sich die Inflation, trotz der zuletzt schwächeren Zahlen, weiterhin auf dem Weg zurück zum Zielwert. Ungewöhnlich deutlich sagte er auf der Pressekonferenz: „Ich habe derzeit überhaupt nicht den Eindruck, dass sich der Trend der Inflation ändert, und deshalb sehe ich keine Notwendigkeit, jetzt eine zusätzliche Lockerung in Betracht zu ziehen“.

Bezüglich des Wechselkurses des Yen erklärte Kuroda, dass sich dieser entsprechend den wirtschaftlichen Bedingungen entwickeln solle. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Notenbank im Moment eine weitere Schwächung des Yen als unwillkommen ansehen könnte. Nach der deutlichen Yen-Abwertung im letzten Quartal des vergangenen Jahres, gab es bereits Berichte, nach denen im geldpolitischen Rat Besorgnisse aufgekommen seien, dass eine zusätzliche Lockerung die Währung auf ein Niveau treiben könne, welches der Wirtschaft schaden und die Glaubwürdigkeit untergraben würde.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Im vergangenen Jahr wertete USD/JPY von August bis Anfang Dezember stark auf. Am 8. Dezember wurde ein Hoch bei 121,84 erreicht, was der höchste Stand seit mehr als sieben Jahren war. Im weiteren Verlauf kam es allerdings wieder zu einer Dollar-Abwertung. Mitte Dezember fiel der Kurs bis 115,55. Seitdem ist nur noch wenig Bewegung zu sehen und der Kurs pendelt zwischen den genannten Marken seitwärts. Aktuell befindet sich USD/JPY mit leicht über 119 ungefähr in der Mitte dieser Range (Stand: Mittwoch, 18.2.2015, ca. 18:30 Uhr). Die weitere Entwicklung ist sowohl kurz-, als auch längerfristig nicht eindeutig. Unterhalb des Tiefs dieser Woche bei 118,21 könnte von einer weiteren Abwärtsbewegung bis zum unteren Rand der Range, also unterhalb von 116 ausgegangen werden. Oberhalb vom Hoch der vergangenen Woche bei 120,48 könnte dagegen eine weitere Aufwertung bis rund 120,80 und darüber dann auch ein Test des genannten Hochs bei 121,84 erwartet werden. Für ein Ende der übergeordneten Seitwärtsbewegung und ein längerfristig orientiertes Chartsignal müsste dagegen der Bereich bei 115,55 oder 121,84 nachhaltig überwunden werden.

Tageschart USD/JPY (Stand Mittwoch, 18.2.15, ca. 18:30 Uhr):
USDJPY

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