USD/JPY: BoJ lässt Geldpolitik unverändert

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Die Bank of Japan (BoJ) hält an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest, wie die Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung am Dienstag mitteilte. Somit werden weiterhin jährlich zwischen 60 und 70 Billionen Yen (ca. 424 bis 495 Milliarden Euro) in die Märkte gepumpt. Auf diesem Weg soll die Geldbasis verdoppelt, die seit 15 Jahren andauernde Deflation überwunden und bis zum Jahr 2015 eine Inflationsrate von 2,0 Prozent erreicht werden. Auch der Leitzins wurde bei null bis 0,1 Prozent belassen. Experten hatten die Entscheidung so erwartet.

Im begleitenden Statement prognostizierte die BoJ, dass die japanische Wirtschaft, trotz der negativen Effekte durch die Anfang April erhöhte Mehrwertsteuer, ihre moderate Erholung fortsetzen wird. Die Mehrwertsteuererhöhung von 5 auf 8 Prozent war die erste seit 17 Jahren. Die Regierung will durch die Mehreinnahmen vor allem die stark wachsenden Kosten im Gesundheitssystem tragen und die Staatsverschuldung senden. Japan hat die mit Abstand höchste Verschuldungsrate aller Industrieländer. Viele Ökonomen fürchten aber, dass sich  durch die höhere Mehrwertsteuer nun der private Konsum, welcher rund 60 Prozent des japanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht, verringern könnte.

Die neun Mitglieder des geldpolitischen Rats der BoJ gehen trotzdem davon aus, dass sich die Konjunktur und Inflation weiterhin im Rahmen ihrer Erwartungen entwickeln wird. Die Exporte hätten sich stabilisiert und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen würde kontinuierlich zunehmen. Der private Konsum habe sein Wachstum ebenfalls beibehalten. Zudem gebe es Anzeichen, dass sich auch auf dem Arbeitsmarkt die Situation bessere und die Löhne anziehen würden. Gleichzeitig besserten sich die Inflationserwartungen. Japan hat inzwischen die jahrelange Deflation überwunden und die Preise steigen inzwischen mit einer Jahresrate von 1,25 Prozent.

Man würde die Entwicklung dennoch genau beobachten und bei Bedarf reagieren. Insbesondere globale Risiken seien vorhanden, welche die japanische Konjunkturerholung bedrohen. Insgesamt sei aber auch in anderen Ländern die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die BoJ ihre Geldpolitik in diesem Jahr nochmals lockern wird, um ihre Inflations- und Konjunkturziele zu erreichen. Als wahrscheinlichster Zeitpunkt wird dafür der Juli angesehen, da bis dahin genügend Daten vorhanden sein sollten, um die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung besser beurteilen zu können. In einer Umfrage der japanischen Zeitung „Nikkei“ unter 18 Ökonomen waren nur drei der Ansicht, dass es im laufenden Jahr zu keiner weiteren Lockerung kommen wird. 10 erwarten dagegen neue geldpolitische Maßnahmen für Juli und fünf Ökonomen zu einem anderen Zeitpunkt in diesem Jahr.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Der Dollar befindet sich gegenüber dem Yen seit Oktober 2012 in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Ausgehend von rund 78 wurde dabei am 2. Januar 2014 ein vorläufiges Hoch bei 105,44 erreicht. Anschließend hat das Paar aber deutlich korrigiert. Anfang Februar lag der Dollar im Tief bei nur noch 100,73, wodurch sämtliche Gewinne seit Mitte November wieder verloren waren. Seitdem ist nur noch sehr wenig Bewegung zu beobachten und die Kurse pendeln größtenteils um 102. Bereits Anfang März wurde ein zwischenzeitlicher Anstieg bis 103,76 sofort wieder abverkauft. Das gleiche ist nun erneut geschehen. In der vergangen Woche ging es kurzfristig bis leicht über 104 nach oben, doch inzwischen hat der Dollar wieder in den Bereich 102 abgewertet. Das Chartbild bleibt damit neutral und der Kurs könnte sich weiterhin seitwärts bewegen. Entscheidend nach oben ist der Bereich bei 104 und entscheidend nach unten das genannte Februar-Tief bei 100,73. Oberhalb von 104 könnte von einer weiteren Aufwertung zum genannten Januar-Hoch bei 105,44 und einer anschließenden Fortsetzung des Aufwärtstrends mit Zielen bei 107 und 108 ausgegangen werden. Unterhalb von 100,73 und der derzeit auf ähnlichem Niveau liegenden 200-Tagesliniewürden dagegen weitere Abgaben bis 95,77; 93,77 und vielleicht bis 92,53/90,84 drohen. Zwischen diesen Bereichen bleibt die längerfristige Entwicklung unklar.

Tageschart USD/JPY:
USDJPY

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