USD/JPY: BoJ führt lockere Geldpolitik unverändert fort

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Die Bank of Japan (BoJ) hat auf ihrer zweitägigen Sitzung entschieden die extrem expansive  Geldpolitik unverändert fortzuführen. Dies teilte die Notenbank am frühen Donnerstagmorgen mit. Demnach bleibt der Leitzins zwischen null und 0,1 Prozent. Außerdem soll über Anleihenkäufe die Geldbasis jährlich um etwa 60 bis 70 Billionen Yen ausgeweitet und somit innerhalb der kommenden zwei Jahre verdoppelt werden. Das Ziel ist Japan aus der jahrelangen Deflation zu führen und innerhalb der kommenden zwei Jahre eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen.

Die konjunkturelle Entwicklung bewertet die Notenbank gegenüber der vorangegangenen Sitzung im Juli unverändert. „Die Wirtschaft fängt an, sich langsam zu erholen“, ist im begleitenden Statement zu lesen. Das Wort „Erholung“ wurde im Juli das erste Mal seit über zwei Jahren verwendet. Auch bezüglich der Inflation zeigt man sich optimistisch. Die Inflationserwartungen würden aufs Ganze betrachtet steigen.

Mahnende Worte richtete BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda auf der anschließenden Pressekonferenz an die Regierung. Ohne ein klares Bekenntnis zur Haushaltssanierung drohe die Wirkung der Geldpolitik zu verpuffen. Die Notenbank kauft derzeit rund 70 Prozent der von Japan herausgegebenen Staatsanleihen. Würden die Märkte beginnen dies aufgrund fehlender Reformen als Staatsfinanzierung zu betrachten, könnten Zinsaufschläge die Folge sein, welche Japan nur schwer verkraften würde. Daher müsse die für das kommende Jahr angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer nun unbedingt auch umgesetzt werden.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Seit Oktober vergangenen Jahres hatte USD/JPY eine steile Rallye hingelegt. Beflügelt durch die ultralockere japanische Geldpolitik ging es ausgehend von Kursen bei rund 78 im Hoch bis 103,73 am 22. Mai dieses Jahres nach oben. Inzwischen ist diese Aufwärtsbewegung aber ins Stocken geraten. Seit nun bald drei Monaten konnte kein neues Hoch mehr gebildet werden. Das Paar konsolidierte zunächst deutlich und fiel Mitte Juni im Tief bis 93,77. Danach gelang zwar eine Erholung bis 101,55 am 8. Juli. Doch seitdem bewegt sich der Kurs wieder langsam nach unten. Das setzte sich auch in dieser Woche fort und verstärkte sich im Anschluss an die Notenbank-Sitzung sogar nochmals. Der Grund war, dass die Entscheidung der BoJ komplett so erwartet wurde und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass es in diesem Jahr voraussichtlich keine weiteren geldpolitischen Schritte mehr geben wird. Im Tief ist USD/JPY am Donnerstag bis 95,77 gefallen (Stand Donnerstag ca. 17:30 Uhr) und ein Ende der Abwärtsbewegung ist nicht in Sicht. Das nächste wichtige Ziel liegt jetzt beim Juni-Tief bei 93,77. Darunter finden sich weitere Unterstützungen bei 92,53 und 90,84. Aufhellen würde sich die Situation erst wieder bei einem Anstieg über 100. Dann wären bis 101,55; 103,73 und längerfristig 105 steigende Notierungen wahrscheinlich.

Insgesamt spricht die Situation derzeit zwar für eine Fortsetzung der Dollar-Abwertung. Allerdings sollte das Potenzial begrenzt bleiben. Längerfristig dürfte die extrem expansive japanische Geldpolitik, bei einer gleichzeitig wahrscheinlichen langsamen Straffung der amerikanischen Geldpolitik, den Yen soweit schwächen, dass der Kurs über kurz oder lang doch wieder nach oben dreht.

Tageschart USD/JPY (Stand Donnerstag, ca 17:30 Uhr):
USDJPY

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