USD/JPY: BoJ führt Negativzinzen ein

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Die Bank of Japan (BoJ) weitet ihre lockere Geldpolitik erneut aus. Der geldpolitische Rat hat in einer knappen Entscheidung mit 5 zu 4 Stimmen die Einführung eines negativen Zinssatzes von 0,1 Prozent auf Guthaben beschlossen, welche Banken bei der Zentralbank parken. Dies teilte die BoJ am frühen Freitagmorgen überraschend mit. Ziel ist es die Banken durch den Strafzins zu animieren, das Geld stattdessen über Kreditvergaben in die Wirtschaft fließen zu lassen. Grund für die Maßnahme sind die anhaltend niedrige Inflation, der Preisverfall beim Öl, die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China und anderen Schwellenländern, sowie die Turbulenzen an den Finanzmärkten, welche die japanische Wirtschaftserholung bedrohen.

„Die BoJ wird die Zinssätze im negativen Bereich weiter senken, wenn sich dies als notwendig herausstellen sollte“, kündigte BoJ-Gouverneur Kuroda an. Die quantitativen Lockerungen blieben dagegen unverändert. Die Notenbank weitet die Geldmenge derzeit um jährlich 80 Billionen Yen (rund 617 Milliarden Euro) aus.

Zugleich verringerte die Notenbank ihre Inflationsprognose für das im April beginnende Fiskaljahr. Erwartet wird nun nur noch eine Teuerung von 0,8 Prozent, während man bisher 1,4 Prozent prognostiziert hatte. Das selbst gesteckte Inflationsziel von zwei Prozent soll nun erst im Sommerhalbjahr 2017 erreicht werden.

Charttechnische Betrachtung von USD/JPY:

Der japanische Yen reagierte auf die Entscheidung mit einer deutlichen Abwertung. USD/JPY stieg ausgehend von Notierungen leicht unterhalb von 119 im Tagesverlauf bis auf ein Hoch bei 121,69. Zum Wochenschluss liegt der Kurs wieder etwas tiefer. Trotz der deutlichen Steigerung konnte die derzeit bei 121,48 liegende wichtige 200-Tageslinie aber nicht nachhaltig überwunden werden. Die weitere Entwicklung muss daher abgewartet werden. Übergeordnet bullish wird die Chartlage erst bei einem nachhaltigen Überwinden der oben genannten 200-Tageslinie und nachfolgend den Widerständen bei 122 und 123,75. In diesem Fall sind anschließend weiter steigende Kurse zumindest bis zum Jahreshoch 2015 bei 125,28 und dem Widerstand bei 125,85 wahrscheinlich. Aus jetziger Sicht muss aber damit gerechnet werden, dass das Paar trotz der Notenbank-Entscheidung, insgesamt in den nächsten Wochen eher seitwärts orientiert bleibt. Ein Rückfall unter 118 wäre negativ zu bewerten. Aber erst unter 115,55 (Dezember-Tief aus dem Jahr 2014) müsste anschließend von einer deutlichen Dollar-Abwertung ausgegangen werden. Ein solches Szenario erscheint im Moment nicht sehr wahrscheinlich.

Tageschart USD/JPY:
USDJPY

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