US-Notenbank signalisiert schrittweises Ende der Anleihenkäufe

Die amerikanische Notenbank (Fed) wird weiterhin Anleihen und immobilienbesicherte Wertpapiere im Umfang von monatlich 85 Milliarden Dollar kaufen. Das gab der geldpolitische Rat am Mittwoch nach zweitägigen Beratungen bekannt. Auch der Leitzins wurde auf dem bereits seit Dezember 2008 gültigen Rekordtief von null bis 0,25 Prozent belassen. Ökonomen hatten die Entscheidung so erwartet.

Die Prognose zur Entwicklung der Konjunktur wurde für das laufende Jahr leicht nach unten revidiert. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) soll zwischen 2,3 und 2,6 Prozent liegen. Bei der letzten Schätzung im März hatte man noch eine Spanne von 2,3 bis 2,8 Prozent angenommen. Im kommenden Jahr könnte die Wirtschaft dann zwischen 3,0 und 3,5 Prozent und in 2015 zwischen 2,9 und 3,6 Prozent wachsen.

Die Arbeitslosenquote soll sich etwas schneller verringern, als bisher angenommen, und möglicherweise schon am Ende des kommenden Jahres auf 6,5 Prozent fallen. Bisher hatte man dies erst für 2015 erwartet. Dieser Wert ist wichtig, da die Notenbank in der Vergangenheit mehrfach angekündigt hatte ihre Niedrigzins-Politik unverändert zu lassen, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent gefallen ist. Im Mai lag die Quote bei 7,6 Prozent.

Auch die Inflationserwartung wurde niedriger angesetzt und liegt für das laufende Jahr nur noch zwischen 0,8 und 1,2 Prozent. Bisher war man von 1,3 bis 1,7 Prozent ausgegangen. In den kommenden Jahren soll die Teuerung dann zwar wieder ansteigen, aber stabil unter dem Notenbank-Zielwert von zwei Prozent bleiben.

Verringerung der Anleihenkäufe schon in diesem Jahr

Auf der Pressekonferenz sprach Fed-Gouverneur Ben Bernanke erstmals von einem konkreten Zeitplan zum Ausstieg aus den Anleihenkäufen. Alles hänge zwar weiterhin von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ab und das Kaufprogramm könne jederzeit verringert oder auch ausgeweitet werden. Sollte die Entwicklung aber im Rahmen der Prognosen verlaufen, würde der Umfang der Bond-Käufe bereits in diesem Jahr gedrosselt. Danach würde man das Volumen Schritt für Schritt weiter verringern und bis Mitte des kommenden Jahres würde das Programm ganz enden.

Gleichzeitig bekräftigte Bernanke, dass das Ende der Anleihenkäufe kein Ende der expansiven Geldpolitik bedeuten würde. Sis zu einer ersten Zinserhöhung würde auch danach noch eine „geraume Zeit“ vergehen. Die Ziel-Marke einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent, welche die Notenbank stets als Bedingung für höhere Zinsen genannt hatte, sei ein Schwellenwert, aber kein Auslöser für eine Straffung der Geldpolitik. „Wenn bestimmte Ziele, etwa auf dem Arbeitsmarkt, erreicht sind, heißt das nicht automatisch, dass wir die Geldpolitik verschärfen“, sagte Bernanke. Zudem rechne man frühestens Ende 2014 mit dem Erreichen dieses Schwellenwertes. Mitte 2014, also zum möglichen Zeitpunkt eines Endes der Anleihenkäufe, dürfte die Arbeitslosenquote dagegen noch bei rund sieben Prozent liegen. „Wenn es angebracht ist, werden wir nicht bremsen, sondern den Fuß vom Gas nehmen“, betonte der Notenbank-Vorsitzende. Die überwiegende Mehrheit des geldpolitischen Rats geht erst im Jahr 2015 von einer Erhöhung des Leitzinses aus. Ein Mitglied sogar erst im Jahr 2016.

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