NZD/USD: RBNZ lässt Leitzins bei 2,5 Prozent

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat am Donnerstag bei ihrer geldpolitischen Sitzung den Leitzins unverändert auf dem bereits seit Anfang 2011 gültigen Wert von 2,5 Prozent belassen. Voraussichtlich wird dies auch bis mindestens Ende des Jahres so bleiben, teilte Gouverneur Graeme Wheeler nach der Sitzung mit.

Die Notenbank begründete ihre Entscheidung unter anderem mit dem unterschiedlichen globalen Wachstum. Während in Europa und einigen anderen Ländern die eingehenden Daten enttäuschend seien, wären die Indikatoren für die USA und Japan positiv. Insgesamt seien die Aussichten für die wichtigsten neuseeländischen Handelspartner aber stabil und auch die Stimmung auf den globalen Finanzmärkten dürfte konstruktiv bleiben.

Das Wachstum der neuseeländischen Konjunktur würde zwar anziehen, dabei aber uneinheitlich in den verschiedenen Sektoren ausfallen. Sorge bereitet der Notenbank die auf Grund der Erdbeben und dem notwendig gewordenem Wiederaufbau deutlich gestiegenen Immobilienpreise. Der Neuseeland-Dollar bleibe, trotz der jüngsten Abwertung, aus Sicht der Notenbank überbewertet, was insbesondere den Export belasten würde.

Die Inflation lag in Neuseeland seit dem 3. Quartal 2012 unter 1 Prozent, wofür laut Notenbank vor allem sinkende Preise für handelbare Güter und Dienstleistungen verantwortlich sind. Auch wenn die Teuerung in diesen Sektoren niedrig bleiben dürfte, geht RBNZ davon aus, dass die Verbraucherpreise in der nächsten Zeit wieder anziehen und die Inflation sich bis zum zweiten Halbjahr 2014 in der Mitte des Notenbank-Zielbandes von 1 bis 3 Prozent einpendeln wird. Ebenfalls bis zur zweiten Hälfte 2014 soll ein jährliches BIP-Wachstum von 3,5 Prozent erreicht werden. Angesichts dieser Aussichten sei bis Ende des Jahres ein unveränderter Leitzins zu erwarten.

Charttechnische Betrachtung von NZD/USD:

NZD/USD bewegt sich übergeordnet schon seit Anfang 2011 in einer volatilen Seitwärts-Range zwischen ungefähr 0,74 und 0,87. Ende Mai/Anfang Juni 2012 wurde ein Tief bei 0,7474 gebildet. Danach war ein stabiler Aufwärtstrend zu sehen, welcher den Kiwi in der Spitze bis 0,8676 am 11. April dieses Jahres, also nahe an die obere Begrenzung der genannten Range, geführt hat. Seitdem wertet der Neuseeland-Dollar aber wieder massiv ab. Am Dienstag wurde ein vorläufiges Jahrestief bei nur noch 0,7756 erreicht. Von dort ist aktuell eine deutliche Erholung bis über 0,80 (Stand Donnerstag, ca. 18:00 Uhr) zu beobachten, welche aber nach der starken Abwärtsbewegung fast schon überfällig war und noch kein Zeichen für einen Trendwechsel darstellt. Erst oberhalb von 0,82/0,83 würde sich die Situation wieder aufhellen und eine Rückkehr zum oberen Range-Bereich bei 0,87 wahrscheinlich machen. Im Moment sieht es aber noch danach aus, dass es nach der aktuellen Zwischen-Erholung bald doch wieder nach unten gehen könnte. Bei einem erneuten Rutsch unter 0,78 würden die Ziele für die kommende Zeit bei 0,7454 und 0,7367 liegen.

Die Ansicht der Notenbank, dass der Kiwi trotz der deutlichen Abwertung immer noch überbewertet bleibt, ist historisch betrachtet nicht unbegründet. Das seit 2011 zu sehende Niveau gab es zuvor seit den frühen achtziger Jahren nicht mehr. Ein wichtiger Grund für die Aufwertung war die expansive amerikanische Geldpolitik, welche den US-Dollar schwächt. Somit dürfte auch die jüngste Kiwi-Abwertung insbesondere durch die Spekulationen über eine Straffung dieser Geldpolitik verursacht worden sein und die Entscheidungen der amerikanischen Fed ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung von NZD/USD sein. Sollte es tatsächlich schon in diesem Jahr zu einer strafferen Geldpolitik kommen, könnten die Kurse noch viel deutlicher fallen. Während ansonsten aber auch eine Erholung des Kiwis möglich wäre. Vielleicht wird man in der kommenden Woche nach der amerikanischen Notenbanksitzung am Mittwoch mehr Klarheit darüber haben, wie es in den USA diesbezüglich weiter geht.

Tageschart NZD/USD (Stand Donnerstag ca. 18:00 Uhr):
NZDUSD

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