NZD/USD: RBNZ lässt Leitzins bei 2,5 Prozent

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Die Reservebank of New Zealand (RBNZ) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am vergangenen Mittwoch den Leitzins erwartungsgemäß unverändert auf dem bereits seit Januar 2011 gültigen Rekordtief von 2,5 Prozent belassen. Das begleitende Statement wurde ähnlich formuliert, wie bei der vorangegangenen Sitzung im September. So teilt die RBNZ mit, dass es im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich keine Änderung der Schlüsselzinses geben wird. Im kommenden Jahr würde eine Zinserhöhung dann aber „wahrscheinlich benötigt“ werden.

RBNZ-Gouverneur Graeme Wheeler begründete die Entscheidung unter anderem mit der globalen wirtschaftlichen Situation. So sei in den Vereinigten Staaten und anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften nur eine moderate Erholung zu sehen. Dennoch würden die Weltmarktpreise für Neuseelands Rohstoffe sehr hoch bleiben. Die langfristigen Zinsen seien weltweit immer noch niedrig. Die Volatilität habe aber wegen der Unsicherheit über den Zeitpunkt eines Ausstiegs aus der lockeren Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank zugenommen.

Die neuseeländische Wirtschaft sei im vergangenen Quartal mehr als drei Prozent gewachsen. Auch die Ausgaben der privaten Haushalte würden steigen. Zudem habe der Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Canterbury zu einer verstärkten Bautätigkeit im gesamten Land geführt. Dabei habe sich die Hauspreisinflation stark erhöht, was die Preisstabilität gefährden könne. Die RBNZ gehe aber davon aus, dass kürzlich eingeführte Kredit-Beschränkungen zu einem Rückgang der Inflation führen werden. Insgesamt sei die Inflationsrate in Neuseeland im vergangenen Quartal auf 1,4 Prozent gestiegen. Dies ist zwar der höchste Wert seit über einem Jahr, aber immer noch am unteren Rand der Notenbank-Zielspanne von einem bis drei Prozent. Wheeler sagte, dass die Notenbank bestrebt sei die Inflationserwartungen mittelfristig der Nähe von zwei Prozent zu halten.

Der Wechselkurs des Neuseeland Dollars bleibe weiterhin hoch. Sollte dies so andauern, könne dies den Inflationsdruck senken und der Notenbank somit auch mehr Flexibilität für den Zeitpunkt und das Ausmaß einer künftigen Erhöhung des Leitzinses bieten. Zudem würde die Haushaltskonsolidierung voraussichtlich auch noch in den nächsten Jahren die Nachfrage belasten. Trotzdem bleibe man bei der Einschätzung, dass eine Leitzins-Erhöhung im kommenden Jahr wahrscheinlich erforderlich werden wird. Der genaue Zeitpunkt und das Ausmaß einer solchen Erhöhung würde weitgehend davon abhängen, wie die Dynamik auf dem Immobilienmarkt und dem Bausektor sich auf die Nachfrage und den Inflationsdruck auswirkt.

Charttechnische Betrachtung von NZD/USD:

NZD/USD bewegte sich seit Ende Mai in einer Range zwischen 0,8162 (Tageshochs vom 29. Mai und 19. August) und 0,7679 (Tagestief vom 24. Juni). Möglicherweise wird dies auch noch längere Zeit so bleiben. Von einem Tief bei 0,7715 am 30. August, also am unteren Rand der genannten Range, drehte der Neuseeland Dollar zwar bis 0,8543 am zweiten 20. Oktober nach oben. Seitdem wertet der Kurs aber wieder ab und fiel am gestrigen Mittwoch im Tief bis 0,819. Genau dort liegt auch das Tagestief vom 2. Oktober. Sollte NZD/USD darunter fallen, müsste von einem Ende der letzten Aufwärtsbewegung ausgegangen werden. Spätestens unter 0,81 würde dann wieder der Bereich bei 0,77 in Reichweite kommen. Sollte dagegen eine Rückkehr über 0,85 gelingen, könnten im Anschluss über das Jahreshoch bei 0,8676 weiter bis zum 2011-Hoch bei 0,8843 steigende Notierungen zu sehen sein.

Tageschart NZD/USD (Stand Donnerstag, 31.10.13, ca. 15:45 Uhr):
NZDUSD

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