NZD/USD: RBNZ könnte den Leitzins bald anheben

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Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am heutigen Mittwoch den Leitzins unverändert auf dem bereits seit Januar 2011 gültigen Rekordtief von 2,5 Prozent belassen. Ökonomen hatten die Entscheidung so erwartet.

Eine wichtige Änderung gegenüber der letzten geldpolitischen Sitzung von Ende Oktober gab es allerdings im begleitenden Statement. Während man zuletzt formuliert hatte, dass eine Erhöhung des Leitzinses im kommenden Jahr „wahrscheinlich benötigt“ würde, wird nun mitgeteilt: „Die Notenbank wird den Leitzins wie nötig erhöhen, um die durchschnittliche Inflationsrate in der Nähe des 2-Prozent-Zieles zu halten“. Die Verbraucherpreise seien im dritten Quartal auf eine Jahresrate von 1,4 Prozent gestiegen und der Inflationsdruck dürfte weiter zunehmen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit seien davon abhängig, wie sich die Bewegungen des Wechselkurses, die Änderungen der Rohstoffpreise und die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt und der Bautätigkeit auf den Preisdruck auswirken würden.

Die Verschärfung dieser Formulierung deutet auf eine Zinserhöhung bei einer der kommenden Notenbank-Sitzungen hin. Ob dies allerdings schon beim nächsten Mal am 30. Januar der Fall sein wird, muss abgewartet werden. Ausgeschlossen ist es nicht.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Land zeigt sich die Notenbank zufrieden. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes sei im letzten Quartal auf über drei Prozent gestiegen und die Expansion in der Wirtschaft habe deutlich an Dynamik zugenommen. Das Wachstum bei Neuseelands wichtigsten Handelspartnern würde zwar moderat bleiben. Gleichzeitig hätten sich aber die Exportpreise für die wichtigsten Rohstoffe des Landes erhöht, dabei vor allem für Milchprodukte.

Der Anstieg der Immobilienpreise sei in einigen Regionen Neuseelands hoch. Von der Notenbank bereits im Oktober eingeführte Maßnahmen, sollten aber dazu beitragen diesen Anstieg zu verlangsamen. Die jetzigen Daten würden die Auswirkungen dieser Maßnahmen noch nicht aufzeigen. Man werde die weitere Entwicklung genau beobachten.

Neben der Inflation und dem Immobilienmarkt betrachtet die RBNZ vor allem den hohen Wechselkurs des Neuseeland Dollars mit Sorge. Dieser in Verbindung mit der Haushaltskonsolidierung würde die Stärke der Binnennachfrage teilweise wieder kompensieren. Zudem sei der Wechselkurs Gegenwind für den Sektor der handelbaren Güter. Die Notenbank gehe aber nicht davon aus, dass der Neuseeland Dollar langfristig so hoch bewertet bleiben würde.

Charttechnische Betrachtung von NZD/USD:

NZD/USD lag Mitte des Jahres bei Jahrestiefs unterhalb von 0,77, erholte sich anschließend aber deutlich bis zu einem Hoch bei 0,8543 am 22. Oktober. Seitdem ist der Kursverlauf recht unentschlossen, wobei der Neuseeland Dollar langsam wieder nach unten abzudriften scheint. Ende November ist der Kurs bis 0,8078 gefallen, konnte sich aber anschließend wieder erholen. Die charttechnische Situation ist interessant. Kurzfristig betrachtet würde bereits ein Anstieg über 0,8334 für einen anschließenden Test des November-Hochs bei 0,8414 sprechen. Darüber könnten dann nicht nur das Zwischenhoch bei 0,8543 angesteuert werden, sondern möglicherweise auch die Hochs aus diesem Jahr bei 0,8676 (11. April) und aus 2011 bei 0,8843. Nach unten ist dagegen das genannte November-Tief bei 0,8078 wichtig. Sollte diese unterschritten werden, müsste mit einer erneuten Abwertung bis ungefähr 0,77 gerechnet werden. Unterhalb des Jahrestiefs bei 0,7679 würden sogar Ziele bei rund 0,745 und 0,7367 wahrscheinlich.

Tageschart NZD/USD (Stand Mittwoch, 11.12.2013, ca. 22:00 Uhr):
NZDUSD

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