NZD/USD: RBNZ erhöht erneut den Leitzins

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Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch den Leitzins erneut um 25 Basispunkte auf jetzt 3,25 Prozent angehoben. Es handelte sich bereits um die vierte Erhöhung in Folge. Davor lag der Schlüsselzins seit Januar 2011 unverändert bei 2,5 Prozent, was für Neuseeland ungewöhnlich niedrig war. Vor Beginn der Finanzkrise betrug der Leitzins im Juni 2008 noch 8,25 Prozent. Dann wurde dieser schrittweise verringert.

Experten hatten die Entscheidung überwiegend so erwartet. Allerdings lässt das begleitende Statement etwas überraschend darauf schließen, dass bei der nächsten Notenbanksitzung keine weitere Zinserhöhung erfolgt. Während man nach der vorangegangenen Erhöhung im Juni noch mitgeteilt hatte, dass der Inflationsdruck zunehmen dürfte und die Zinsen daher auf ein normaleres zurückkehren müssten, wird jetzt nur noch gesagt, dass der neue Zinsschritt dazu beitragen würde die künftige durchschnittliche Inflationsrate in der Nähe des 2-Prozent-Zieles zu halten. Zudem scheine sich die Wirtschaft laut RBNZ auf die seit Beginn des Jahres stattgefundene Straffung der Geldpolitik einzustellen. Es sei daher „ratsam“, das man nun eine Zeit lang abwartet und die Entwicklung bewertet, bevor die Zinsen weiter auf ein neutrales Niveau steigen. Der Zeitpunkt und das Ausmaß einer weiteren Leitzinserhöhung würden von dieser Bewertung abhängen.

Für die neuseeländische Wirtschaft erwartet die Notenbank ein Wachstum von 3,7 Prozent im aktuellen Jahr. Die globalen Finanzbedingungen seien weiterhin sehr expansiv, was sich in niedrigen Zinsen, schmalen Risikoaufschlägen und geringer Volatilität der Finanzmärkte widerspiegeln würde. Das Wirtschaftswachstum bei Neuseelands wichtigsten Handelspartnern habe sich im ersten Halbjahr 2014 zwar verlangsamt, dies scheine jedoch nur auf temporären Faktoren zu beruhen.

Der hohe Wechselkurs des Neuseeland Dollars sei „ungerechtfertigt und unhaltbar“, insbesondere wenn man die rückläufigen Rohstoffpreise berücksichtige. Nach Ansicht der Notenbank gebe es daher „Potenzial für einen deutlichen Rückgang“.

Charttechnische Betrachtung von NZD/USD:

Im Juni 2013 lag NZD/USD bei Jahrestiefs unterhalb von 0,77. Danach konnte der Neuseeland Dollar sukzessive zulegen. Am 10. Juli dieses Jahres wurde mit einem Hoch bei 0,8836 der höchste Stand seit Anfang August 2011 erreicht. Leicht darüber bei 0,8843 liegt das Hoch aus dem Jahr 2011, welches gleichzeitig die höchste Bewertung des Neuseeland Dollars seit 1981 war und entsprechend als starker Widerstand zu betrachten ist. Es war daher keine Überraschung, dass NZD/USD von diesem Bereich zunächst nach unten korrigiert hat und bereits vor der Notenbank-Sitzung nur noch leicht unterhalb von 0,87 lag. Die jetzige Zinserhöhung wurde von den Märkten erwartet, war bereits eingepreist und führte daher zu keiner neuen Aufwertung des Neuseeland Dollars. Ganz im Gegenteil sorgte das begleitende Statement für eine deutliche Abwertung, da dieses darauf schließen lässt, dass die Notenbank nun erst mal eine Zeit lang abwarten möchte und zumindest bei der kommenden Notenbanksitzung wohl mit keiner weiteren Zinserhöhung zu rechnen ist. Aktuell (Stand Donnerstag, 24.7.2014, ca. 1:45 Uhr) ist das Paar im Tief bis 0,8595 gefallen. Diese Korrektur könnte sich in den nächsten Tagen noch fortsetzen. Unterhalb von 0,86 finden sich die nächsten Unterstützungen bei 0,85 und 0,84. Darunter müsste auch mit einer deutlicheren Abwertung bis 0,824 und 0,805 ausgegangen werden. Auch kurzfristig wieder aufhellen würde sich die Situation nur bei einem Anstieg über 0,872/0,875. In diesem Fall könnte anschließend auch das oben genannte 2011-Hoch bei 0,8843 getestet und überwunden werden.

Tageschart NZD/USD (Stand Donnerstag, 24.7.14, ca. 1:45 Uhr):
NZDUSD

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