GBP/USD: BoE ist sich einig

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Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (BoE) waren sich bei ihrer letzten Sitzung am 10. Oktober erneut einig den Leitzins unverändert auf dem bereits seit März 2009 gültigen Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen. Auch die Entscheidung das schon seit über einem Jahr ausgeschöpfte Volumen der Anleihenkäufe bei 375 Milliarden Pfund zu belassen wurde einstimmig getroffen. Letztmalig gab es im Juni Mitglieder, welche sich für eine Ausweitung ausgesprochen hatten.

Für das dritte und vierte Quartal prognostiziert die Notenbank jetzt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um jeweils „0,7 Prozent pro Quartal oder mehr“, was etwas zuversichtlicher ist, als bei der letzten Schätzung im August.

Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt etwas schneller erholen könne, als bisher gedacht. Allerdings wurde dafür keine genaue Prognose gegeben. Die BoE hatte zugesichert frühestens über eine Anhebung des Leitzinses nachzudenken, wenn die derzeit bei 7,7 Prozent liegende Arbeitslosenquote auf 7,0 Prozent gesunken ist. Bisher ging der Ausschuss davon aus, dass dieser Wert erst Ende 2016 erreicht wird. Eine schnellere Erholung könnte also auch zu einer früheren Anhebung des Schlüsselzinses führen. Allerdings hatten die meisten Ökonomen ungeachtet der bisherigen BoE-Prognose ohnehin schon eine schneller sinkende Arbeitslosigkeit erwartet.

Die nächste geldpolitische Sitzung der Bank of England findet am 7. November statt. Aktualisierte Zahlen zum Arbeitsmarkt werden erst eine Woche später am 13. November bekannt gegeben.

Charttechnische Betrachtung von GBP/USD: 

Seit dem Jahrestief vom 9. Juli bei 1,4809 war GBP/USD in eine steile Aufwärtsbewegung übergegangen, welche das Paar bis zu einem Hoch bei 1,626 am 1. Oktober geführt hatte. Damit näherte sich das Britische Pfund einem wichtigen Widerstandsgebiet an, in welchem auch das Jahreshoch aus Januar bei 1,638 liegt. Nach einer Korrektur bis 1,589, konnte das Pfund wieder zulegen und am gestrigen Mittwoch mit einem Hoch bei 1,6257 das genannte Oktober-Hoch fast wieder erreichen. Ein Anstieg darüber blieb aber zunächst aus und GBP/USD fällt inzwischen wieder zurück in Richtung der Tiefs der vergangenen Tage bei 1,6112. Sollte der Kurs nachhaltig darunter fallen, würde sich das Chartbild kurzfristig etwas eintrüben und es müsste zumindest mit einer weiteren Korrektur gerechnet werden. Wichtig ist dann der Unterstützungsbereich 1,589/1,5881. Darunter könnte auch eine ausgeprägtere Pfund-Abwertung entstehen. Da der Bereich 1,63/1,64 fast erreicht wurde und ein starkes Widerstandsgebiet ist, sollte ein solches Szenario zumindest nicht ausgeschlossen werden. Weitere Unterstützungen finden sich in diesem Fall bei 1,5772 und 1,556. Eine Rückkehr zum Jahrestief ist allerdings sogar erst unter 1,5418 zu erwarten. Sollte das Pfund dagegen die Aufwärtsbewegung direkt fortsetzen und über das Hoch bei 1,626 steigen, dürfte anschließend auch der Bereich 1,63/1,64 und das dort befindliche Jahreshoch getestet werden. Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 1,64 wäre der Weg frei bis rund 1,66 und 1,6746.

Tageschart GBP/USD (Stand Donnerstag, 24.10.13, ca. 17:15 Uhr):
GBPUSD

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