GBP/USD: Bank of England sieht die weitere Entwicklung etwas optimistischer

Die Bank of England (BoE) sieht die weitere konjunkturelle Entwicklung in Großbritannien etwas optimistischer und die Inflation etwas niedriger, als noch vor drei Monaten. Das geht aus dem vierteljährlichen Inflationsbericht hervor, welchen BoE-Gouverneur Mervyn King am Mittwoch vorstellte. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal des Jahres um 0,3 Prozent steigen konnte, geht die BoE für das zweite Quartal von einem weiteren Anstieg um 0,5 Prozent aus. Auch in den kommenden drei Jahren soll die Wirtschaft mit steigender Tendenz wachsen. Trotzdem dürfte es noch ein Jahr dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird. Bei der vorangegangenen Schätzung im Februar hatte man dies allerdings erst für 2015 erwartet.

Aufgrund der sich bessernden konjunkturellen Lage erwartet man im Jahresverlauf außerdem einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. BoE-Gouverneur King warnte aber vor zu großen Erwartungen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt dürfte angespannt bleiben und sich nur langsam verbessern.

Auch die Inflationsrate soll noch längere Zeit über dem Inflationsziel der Notenbank von zwei Prozent liegen. Im dritten Quartal 2013 wird mit 3,1 Prozent der Höhepunkt erwartet. Danach soll die Teuerung langsam sinken, aber erst im Herbst 2015 unter zwei Prozent fallen.

Trotz der sich bessernden konjunkturellen Aussichten und der zu hohen Inflationsrate schließen Experten nicht aus, dass es in den kommenden Monaten zu weiteren geldpolitischen Lockerungen kommen wird. Bei den vorangegangenen geldpolitischen Sitzungen hatten bereits drei der neun stimmberechtigten Mitglieder, darunter Gouverneur King, für eine Aufstockung der seit November ruhenden Anleihenkäufe gestimmt. Die Mehrheit hatte sich aber dagegen ausgesprochen. Ab Juli wird der jetzige Vorsitzende der kanadische Notenbank, Mark Carney, die Leitung der BoE übernehmen. Je nachdem wie sich die Konjunktur bis dahin entwickelt, könnte dann im Sommer oder Herbst ein geldpolitischer Schritt erfolgen.

Charttechnische Betrachtung von GBP/USD:

Das britische Pfund hat gegenüber dem amerikanischen Dollar seine in der vergangenen Woche bei rund 1,56 begonnene Abwertung auch in dieser Woche fortgesetzt. Dabei wurde nicht nur die Trendlinie des seit Mitte März zu sehenden Aufwärtstrends gebrochen, sondern am Mittwoch mit einem Tagestief bei nur noch 1,517 auch die wichtige Unterstützungszone bei 1,5195 kurzfristig unterschritten. Im weiteren Tagesverlauf konnte sich das Pfund dann zwar wieder über 1,52 stabilisieren. Trotzdem hat sich die Situation für die britische Währung deutlich eingetrübt und eine weitere Abwärtsbewegung ist in den kommenden Tagen wahrscheinlich. Die nächsten wichtigen Unterstützungen finden sich bei 1,503 und dann dem Jahrestief bei 1,4829. Unter 1,48 könnten sogar weitere Abgaben bis 1,423 drohen. Wieder aufhellen würde sich das Chartbild dagegen, falls eine nachhaltige Rückkehr in den Aufwärtstrend und damit über 1,54 gelingt.

Tageschart GBP/USD (Stand Mittwoch, ca. 23:30 Uhr):
GBPUSD

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