GBP/USD: Bank of England ist sich einig

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Keine Überraschung gab es im Protokoll der Sitzung vom 4. und 5. September der Bank of England (BoE). Wie von Ökonomen erwartet, war die die Entscheidung den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen und auch das bei 375 Milliarden Pfund liegende Anleihenkaufprogramm nicht aufzustocken einstimmig. Im Juni hatten zuletzt drei der neun Ratsmitglieder für eine Aufstockung der Anleihenkäufe gestimmt, was von den übrigen sechs Mitgliedern aber abgelehnt wurde. Unter den Befürwortern einer geldpolitischen Lockerung war damals auch der ehemalige Notenbank-Gouverneur Mervyn King, welcher Ende Juni aus dem Amt gestiegen ist. Unter dem neuen BoE-Gouverneur Mark Carney und der sich gleichzeitig stabilisierenden konjunkturellen Lage sind die Abstimmungen dagegen seit Juli stets einstimmig ausgefallen.

Die weitere konjunkturelle Entwicklung sieht die Notenbank etwas optimistischer, als noch vor einem Monat. Für das dritte Quartal des Jahres wird ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 Prozent prognostiziert. Die wirtschaftliche Erholung würde sich festigen.

Die Notenbank hatte angekündigt, den Leitzins so lange auf dem Rekordtief zu halten, bis die derzeit bei 7,7 Prozent liegende Arbeitslosenquote mindestens auf 7,0 Prozent gefallen ist. Dies wird frühestens im Jahr 2016 erwartet. Bedingung für diese Zusicherung war allerdings, dass die langfristigen Inflationserwartungen stabil bleiben. Dies sei nach Ansicht der Ratsmitglieder weiterhin der Fall. Zwar könne der hohe Ölpreis die Inflation kurzfristig antreiben. Man sei aber anderseits der Ansicht, dass die zu beobachtende Aufwertung des Pfund die Inflation wieder senken wird. Etwas Sorge bereiten der Notenbank dagegen die stark steigenden Immobilienpreise. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, habe man aber zahlreiche Möglichkeiten gegenzusteuern.

Charttechnische Betrachtung von GBP/USD
(Stand Mittwoch, ca. 16.00 Uhr):

Am 9. Juli war GBP/USD auf ein Jahrestief bei 1,4809 gefallen. Inzwischen hat sich das britische Pfund deutlich erholt. In der vergangenen Woche stieg der Kurs über das Juni-Hoch bei 1,5751, wodurch ein wichtiges Kaufsignal entstanden ist. Die Pfund-Aufwertung setzte sich anschließend fort und erreichte am heutigen Mittwoch einen vorläufigen Höhepunkt bei 1,598 (Stand Mittwoch, ca. 16:00 Uhr). Das war der höchste Stand seit Mitte Januar. Die charttechnische Lage spricht für weiter steigende Notierungen. Die nächsten Ziele finden sich bei 1,60 und knapp unter 1,62. Anschließend könnte das Jahreshoch vom 2. Januar bei 1,638 angesteuert und möglicherweise überschritten werden. Eintrüben würde sich die Situation dagegen unter den bei 1,5772 liegenden Tagestiefs von Donnerstag und Freitag vergangener Woche. Dann müsste zumindest von einer größeren Korrektur ausgegangen werden. Die nächste wichtige Unterstützung findet sich in diesem Fall bei 1,556. Ein nachhaltiges und längerfristiges Verkaufssignal würde allerdings sogar erst unter dem Tief vom 14. August bei 1,5418 entstehen. Dann könnte über die Unterstützungen bei 1,52 und 1,51 sogar das Jahrestief bei 1,4809 getestet werden.

Großen Einfluss auf die weitere Entwicklung dürfte zumindest kurzfristig das Sitzungsergebnis der amerikanischen Notenbank haben, welches heute (Mittwoch) Abend um 20:00 Uhr bekannt gegeben wird. Eine Pressekonferenz mit dem Fed-Gouverneur Ben Bernanke folgt ab 20:30 Uhr. Die Märkte erwarten dabei eine leichte Verringerung der monatlichen Anleihenkäufe. Sollte es aber zu Überraschungen kommen, würde sich dies auch bei GBP/USD bemerkbar machen.

Tageschart GBP/USD (Stand Mittwoch, ca. 16:00 Uhr):
GBPUSD

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