GBP/USD: Bank of England ändert die Geldpolitik nicht

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Keine Überraschung gab es am Donnerstag beim Sitzungsergebnis der Bank of England (BoE). Die von Ökonomen erwartet, bleibt der Leitzins auf dem bereits seit März 2009 gültigen Rekordtief von 0,5 Prozent und auch das seit Ende Oktober 2012 ausgeschöpfte Volumen des Anleihenkaufprogramms über 375 Milliarden Pfund wird nicht ausgeweitet. Da im zweiten Quartal des Jahres das britische Bruttoinlandsprodukt nach einer ersten Schätzung um 0,6 Prozent angestiegen ist und auch die jüngsten Konjunkturindikatoren auf eine allmähliche wirtschaftliche Stabilisierung hindeuten, gab es für die Notenbank keinen Grund für eine zusätzliche Stimulierung.

Wie bei einer unveränderten Geldpolitik üblich, wurde kein begleitendes Statement veröffentlicht. Somit konnten also auch keine neuen Informationen gewonnen werden. Wichtiger dürfte daher der vierteljährlich erscheinende Inflationsbericht werden, welcher am kommenden Mittwoch um 11:30 Uhr veröffentlicht wird. Hier werden zum einen die neuesten Prognosen zur Entwicklung der Konjunktur, Arbeitslosigkeit und Inflation – also den Schlüsselfaktoren für die Geldpolitik – bekannt gegeben. Beobachter erwarten außerdem, dass auf der begleitenden Pressekonferenz der neue BoE-Gouverneur Mark Carney seine Pläne zu einer besseren Steuerung der Markterwartungen nach amerikanischem Vorbild vorstellt.

Charttechnische Betrachtung von GBP/USD:

GBP/USD zeigt sich bereits das ganze Jahr sehr volatil. Von einem Hoch bei 1,638 am 2. Januar ging es zunächst bis 1,4829 am 12. März nach unten. Danach gelang eine Zwischen-Erholung bis 1,5751 am 17. Juni. Doch dann sorgte die Ankündigung der amerikanischen Notenbank die Geldpolitik unter Umständen schon dieses Jahr zu straffen für einen aufwertenden Dollar, wodurch GBP/USD wieder nach unten drehte und am 9. Juli ein neues Jahrestief bei 1,4809 bildete. Der Bereich 1,48 ist als wichtige Unterstützung zu werten. Von dort konnte sich das Paar nochmals bis knapp über 1,54 erholen. In dieser Woche verliert das Pfund allerdings erneut und liegt aktuell (Donnerstag ca. 19:30 Uhr) nur noch wenig über 1,51. Das charttechnische Bild trübt sich damit auch kurzfristig wieder ein. Sollte sich die Abwertung nun fortsetzen und der Kurs auch unter das Tief vom 15. Juli bei 1,5023 sowie die psychologisch wichtige Marke von 1,50 fallen, müsste in der Folge auch von einem Test des Jahrestiefs und längerfristig möglicherweise sogar bis 1,423 fallenden Notierungen ausgegangen werden. Die weitere Entwicklung ist derzeit allerdings noch nicht eindeutig. Denn bereits oberhalb des Bereiches 1,5254/1,526 würde sich die Lage schon wieder aufhellen. Sollte anschließend auch eine nachhaltige Rückkehr über 1,54 gelingen, wären die nächsten Ziele bei 1,553; der 200-Tageslinie bei 1,5551 und  1,56 zu finden. Darüber sind dann Ziele bei 1,5751; 1,59 und 1,60 zu nennen.

Die US-Arbeitsmarktdaten am morgigen Freitag um 14:30 Uhr könnten genügend Bewegung in das Paar bringen, um einen der genannten Bereiche nachhaltig zu überschreiten. Möglicherweise wird sich die mittelfristige Richtung des britischen Pfund aber auch erst bei dem (im obigen Artikel erwähnten) Inflationsbericht am kommenden Mittwoch entscheiden.

Tageschart GBP/USD (Stand Donnerstag ca. 19:30 Uhr):
GBPUSD

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