Fed lässt Geldpolitik unverändert

Die amerikanische Notenbank hat bei ihrer zweitägigen Sitzung in der vergangenen Woche keine Änderung an der Geldpolitik vorgenommen. Ökonomen hatten dies so erwartet. Der Leitzins blieb auf dem seit Dezember 2008 gültigen Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent und auch das monatliche Volumen von 85 Milliarden Dollar für das Bond-Kaufprogramm wird unverändert fortgeführt. „Das Komitee sieht weiterhin Risiken für die konjunkturelle Entwicklung“, wurde mitgeteilt. Wie bereits im Januar stimmte lediglich Esther George, Gouverneur der Fed von Kansas City, dagegen.

Der Notenbank-Vorsitzende Ben Bernanke bekräftigte auf der Pressekonferenz, dass der Leitzins so lange so niedrig bleiben soll, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent gefallen oder die Inflationsprognose auf über 2,5 Prozent gestiegen sei. Auch die Anleihenkäufe würden fortgesetzt, bis sich die Situation deutlich gebessert habe. Die Mehrheit des Offenmarktausschusses prognostiziert daher Niedrig-Zinsen bis in das Jahr 2015.

Nach der Schwäche am Ende des vergangenen Jahres, würden die jüngsten Daten auf „eine Rückkehr zu moderatem Wirtschaftswachstum“ schließen lassen, sagte Bernanke. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt habe sich verbessert. Trotzdem sei die Arbeitslosenquote weiterhin zu hoch und würde sich auch nur langsam erholen.

Durch die Krise in Zypern erwartet Bernanke keine größeren Auswirkungen auf die USA. Zypern sei eine sehr kleine Volkswirtschaft und Probleme für die USA seien nur vorstellbar, falls es zu Ansteckungseffekten auf andere Länder kommen würde. Man beobachte die Entwicklung aber sehr genau.

Die Wachstumsprognose wurde gegenüber der letzten Schätzung im Dezember etwas nach unten korrigiert. Für dieses Jahr erwartet man nun einen BIP-Anstieg zwischen 2,3 und 2,8 Prozent. Zuvor ging man von 2,3 bis 3,0 Prozent aus. Im Jahr 2014 sollen es dann 2,9 bis 3,4 (vorher 3,0 bis 3,5) Prozent und im Jahr 2015 2,9 bis 3,7 (vorher 3,0 bis 3,7) Prozent sein. Der Arbeitsmarkt könnte sich etwas schneller erholen, als ursprünglich angenommen. Für dieses Jahr erwartet man, dass die Arbeitslosenquote auf 7,3 bis 7,5 Prozent sinkt. Zuvor war man von 7,4 bis 7,7 Prozent ausgegangen. Die Quote fiel nun aber bereits im Februar auf 7,7 Prozent. Trotzdem geht die Notenbank immer noch davon aus, dass die Arbeitslosigkeit erst im Jahr 2015 wieder unter 6,5 Prozent liegen wird. Inflationsgefahren sieht man dagegen trotz der expansiven Geldpolitik weiterhin nicht. Für dieses Jahr erwartet man inzwischen sogar nur noch eine Inflation zwischen 1,3 und 1,7 Prozent. Im Dezember hatte man noch 1,3 bis 2,0  Prozent geschätzt. Auch für 2014 und 2015 prognostiziert man einer Teuerung unter dem Zielbereich von 2,0 Prozent.

 

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