EUR/USD: ZEW-Index stoppt Abwärtstrend

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Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland sind im November überraschend deutlich um 15,1 auf jetzt 11,5 Punkte gestiegen. Dies war der erste Zugewinn seit Anfang des Jahres. Auch konnte der Index damit in den positiven Bereich zurückkehren, nachdem er im Oktober erstmals seit November 2012 negativ gewesen war. Volkswirte hatten nur mit einem deutlich geringeren Anstieg auf 0,9 Punkte gerechnet. Trotzdem bleiben die Konjunkturerwartungen unterhalb des langfristigen Mittelwertes von 24,4 Punkten.

„Zum Anstieg dürften die jüngst veröffentlichten Wachstumszahlen für den Euroraum beigetragen haben, die für eine wirtschaftliche Stabilisierung sprechen. Dennoch bleibt das wirtschaftliche Umfeld angespannt, nicht zuletzt aufgrund der weiter anhaltenden geopolitischen Spannungen“, erklärte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland war mit einem Zugewinn um 0,1 Punkte fast unverändert und liegt bei 3,3 Punkten. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind ebenfalls gestiegen, mit einem Plus von 4,1 Punkten auf 11,0 Punkte aber nicht ganz so deutlich. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage im Euroraum hat sich dagegen um 2,9 auf minus 59,7 Punkte verschlechtert.

Bei genauer Betrachtung des Ergebnisses zeigt sich, dass die Mehrheit der Finanzmarktexperten eine unveränderte konjunkturelle Entwicklung prognostiziert. Für Deutschland waren 57,1 Prozent, für den Euroraum 57,6 Prozent, für die USA 63,6 Prozent und für Japan 74,0 Prozent dieser Ansicht.

Positiv gestimmt ist man für die weitere Entwicklung des Aktienmarktes. 50,0 Prozent (+5,3) erwarten einen steigenden DAX in den kommenden sechs Monaten. Eine größere DAX-Abwertung befürchten dagegen nur 16,5 Prozent der Experten. Für den amerikanischen Dow Jones prognostizieren 53,7 Prozent steigende Notierungen, während nur 15,3 Prozent vom Gegenteil ausgehen.

Sehr eindeutig fällt die Einschätzung zur weiteren Entwicklung von EUR/USD aus. Obwohl der Kurs in der letzten Zeit bereits deutlich abgewertet hatte, gehen 80,0 Prozent der Experten davon aus, dass sich dies auch in den kommenden sechs Monaten fortsetzen wird. Nur 14,3 Prozent erwarten eine Seitwärtsbewegung und nur 5,7 Prozent einen steigenden Euro-Kurs. Gegenüber dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken geht man dagegen überwiegend von einer Seitwärtsbewegung aus. Bei EUR/GBP erwarten 45,5 Prozent eine Seitwärtsbewegung und eine leichte Mehrheit von 49,4 Prozent einen aufwertenden Britischen Pfund.

An der Umfrage haben sich 220 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Am 8. Mai erreichte EUR/USD ein Hoch bei 1,3993. Von dort hat der Euro im weiteren Jahresverlauf erheblich abgewertet. Am 7. November wurde mit einem Tief bei 1,2356 der niedrigste Stand seit August 2012 erreicht. Seitdem ist zwar eine gewisse Stabilisierung zu beobachten und der Kurs erreichte am gestrigen Montag sogar ein Hoch bei 1,2577. Trotzdem bleibt das Chartbild übergeordnet bearish. Leicht aufhellen würde sich die Situation erst oberhalb von 1,26. Aber selbst in diesem Fall müsste anschließend auch ein Anstieg über 1,277 und 1,2887 gelingen, bevor die Chartlage neu bewertet werden müsste. Unterhalb von 1,24 und insbesondere unter dem genannten Tief bei 1,2356 würde sich die Lage für die Gemeinschaftswährung dagegen auch kurzfristig wieder eintrüben. Die nächsten Ziele liegen dann bei rund 1,226 und 1,22. Insgesamt wäre es in diesem Fall wahrscheinlich, dass auch das Jahrestief aus dem Jahr 2012 bei 1,204 getestet wird.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 18.11.2014, ca. 15:30 Uhr):
EURUSD

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