EUR/USD: ZEW-Index steigt weiter

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Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland sind im Oktober weiter angestiegen. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Der Index konnte gegenüber dem Vormonat um 3,2 auf jetzt 52,8 Punkte zulegen, wodurch ein 42-Monatshoch erreicht wurde. Experten hatten dagegen einen nur stagnierenden Index erwartet. Der Wert liegt zudem deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 23,9 Punkten. Lediglich 5,1 Prozent der Umfrageteilnehmer befürchten eine sich in den kommenden sechs Monaten verschlechternde wirtschaftliche Situation in Deutschland. 37,0 Prozent prognostizieren eine unverändert gute Lage, während 57,9 Prozent sogar an eine weitere Verbesserung glauben. Die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich dabei allerdings um 0,9 auf 29,7 Punkte leicht verschlechtert. Trotzdem betrachten nur 4,3 Prozent der Experten die wirtschaftliche Situation als „schlecht“, während 61,7 Prozent diese als „normal“ und 34,0 Prozent sogar als „gut“ ansehen.

„Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch. Größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar“, kommentierte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest das Ergebnis.

Minimal verbessert hat sich auch die Einschätzung für den Euroraum insgesamt. Zwar bezeichnen immer noch 63,0 Prozent der Experten die wirtschaftliche Situation als „schlecht“ und gerade einmal 2,1 Prozent als „gut“. Mit 63,8 Prozent geht aber die Mehrheit davon aus, dass sich die Konjunktur im Euroraum in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. 31,5 Prozent erwarten keine Veränderung und nur 4,7 Prozent Pivot befürchten eine weitere Verschlechterung. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für den Euroraum steigt dadurch leicht um 0,5 auf jetzt 59,1 Prozent, womit diese sogar noch höher liegen, als die Erwartungen für Deutschland. Negativ fällt allerdings auf, dass sich die Erwartungen für Frankreich und Italien auf 25,3 Punkte (minus 3,7 Punkte) bzw. 27,3 Punkte (minus 4,9 Punkte) gegenüber dem Vormonat verschlechtert haben. Hier sind mit 53,5 bzw. 49,3 Prozent die meisten Experten der Meinung, dass die konjunkturelle Lage in den kommenden Monaten unverändert (und somit schlecht) bleibt.

Auch wenn sich die Anzahl der Experten, welche den kommenden Monaten stagnierende oder sogar sinkende Aktienkurse erwarten leicht erhöht hat, geht die Mehrheit zumindest für den DAX, den STOXX 50, den Dow Jones und den Nikkei von weiter steigenden Notierungen aus. Die jeweiligen Indikatoren liegen deutlich im positiven Bereich. Das gilt zwar auch für den französischen und italienischen Aktienindex. Dort geht aber eine leichte Mehrheit von 43,8 bzw. 42,0 Prozent von stagnierenden Kursen aus, während 40,3 bzw. 40,0 Prozent einen weiteren Anstieg erwarten. Die Anzahl der Pessimisten, welche fallende Kurse prognostizieren, ist aber auch für diese beiden Länder mit 15,9 bzw. 18,0 Prozent gering.

Wenig optimistisch zeigt man sich dagegen bei der Einschätzung zur Entwicklung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Nur 16,0 Prozent erwarten steigende Kurse für EUR/USD, wobei sich diese Zahl allerdings um 7,2 Prozent gegenüber dem Vormonat erhöht hat. 52,5 Prozent (-2,8) gehen von einem sinkenden Euro aus, während 31,5 Prozent eine Seitwärtsbewegung prognostizieren.

Gegenüber dem Britischen Pfund und dem Schweizer Franken erwartet man mit 62,9 Prozent bzw. 75,3 Prozent für den Euro überwiegend eine Seitwärtsbewegung. Bei EUR/JPY prognostizieren 39,7 Prozent einen sinkenden Kurs in den kommenden sechs Monaten, während nur 12,5 Prozent von einer Euro-Aufwertung ausgehen. Die Mehrheit von 47,8 Prozent der Umfrageteilnehmer hält aber auch hier eine Seitwärtsbewegung für wahrscheinlich.

An der Umfrage haben sich 237 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD (Stand 15.10.13, ca. 15:15 Uhr):

Ausgehend von Notierungen unter 1,28 befindet sich EUR/USD seit dem 10. Juli in einer Aufwärtsbewegung. Vor allem nachdem die amerikanische Notenbank Mitte September auf die allgemein erwartete Reduzierung ihrer Anleihenkäufe verzichtet hatte, ging es steil bis zunächst 1,357 nach oben, was bereits der höchste Stand seit Anfang Februar war. Am 3. Oktober wurde ein neues Hoch bei 1,3646 erreicht, womit sich EUR/USD weiter dem Jahreshoch aus Februar bei 1,371 annäherte. Seitdem konsolidiert der Kurs aber darunter, zeigt nur noch sehr wenig Bewegung und hat vor allem am heutigen Dienstag deutlich bis unter 1,35 abgewertet. Bis jetzt ist aus charttechnischer Sicht dadurch zwar nicht viel passiert und die übergeordnete Situation bleibt noch bullish. Der Kurs befindet sich aber nahe an einem wichtigen Unterstützungsbereich, welcher aus der Sicht von Euro-Bullen nicht unterschritten werden sollte. Falls das Paar nämlich unter 1,3458/1,345 abrutscht, würde sich die Situation auch übergeordnet eintrüben und eine längere Seitwärtsbewegung könnte folgen. Wobei aber erst unter der derzeit ungefähr bei 1,32 liegende 200-Tageslinie und insbesondere unter der wichtigen Unterstützung bei 1,3102 von einer erneuten Bewegung zum Jahrestief ausgegangen werden müsste. Aus jetziger Sicht besteht aber anderseits weiterhin die Möglichkeit, dass sich der Euro kurzfristig wieder stabilisiert. Schon ein Anstieg über 1,3607 würde für eine direkte Fortsetzung der langfristigen Aufwärtsbewegung sprechen. Sollte anschließend auch das genannte Hoch bei 1,3646 überschritten werden, wäre der nächste wichtige Widerstand das Jahreshoch bei 1,371. Darüber würden dann Ziele bei rund 1,38 und längerfristig beim Hoch aus Oktober 2011 bei 1,4247 in Reichweite kommen.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 15.10.13, ca. 15:00 Uhr):
EURUSD

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