EUR/USD: US-Notenbank verringert die Anleihenkäufe erneut

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Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den im Dezember begonnenen langsamen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, das sogenannte „Tapering“, auch bei der jetzigen März-Sitzung fortgesetzt. Wie der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) nach seinen zweitägigen Beratungen am Mittwochabend mitteilte, wird das Volumen der Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren ab April um weitere 10 Milliarden auf dann monatlich 55 Milliarden Dollar gesenkt. Bis einschließlich Dezember vergangenen Jahres wurden monatlich noch 85 Milliarden Dollar in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Die jetzige Entscheidung fiel bei einer Gegenstimme. Ökonomen gehen mehrheitlich davon aus, dass die Fed nun voraussichtlich jeden Monat die Wertpapierkäufe um weitere 10 Milliarden senken wird, bis das Programm im Oktober ganz ausläuft.

Der Leitzins blieb erwartungsgemäß auf dem historischen Tief zwischen null und 0,25 Prozent. Dies soll auch noch geraume Zeit so bleiben. Die ursprünglich einmal genannte Zielmarke von 6,5 Prozent Arbeitslosigkeit, ab welcher man frühestens über eine Anhebung nachdenken wollte, wurde aufgegeben. Die Arbeitslosenquote war dieser Marke in den vergangenen Monaten bereits sehr nahe gekommen. Die neue Fed-Gouverneurin Janet Yellen sagte auf der Pressekonferenz, dass die Fortschritte am Arbeitsmarkt besser ausgefallen seien, als erwartet. Man dürfe sich aber nicht nur auf die Arbeitslosenrate konzentrieren, sondern müsse viele Indikatoren in Betracht ziehen. Eine Anhebung des Leitzinses würde daher erst in Frage kommen, wenn sich die Inflationsrate in Richtung ihres Zielwertes von 2,0 Prozent bewege und es Fortschritte in Richtung der Vollbeschäftigung gebe. Die Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses erwartet eine erste Zinserhöhung erst im kommenden Jahr. Diese könnten dann allerdings stärker ausfallen, als bisher gedacht. Im Schnitt prognostizieren die Notenbank-Mitglieder einen Anstieg auf 1,0 Prozent bis Ende 2015. Janet Yellen betonte aber, dass der Leitzins in jedem Fall noch sehr lange auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau bleiben dürfte. Als langfristig normales Niveau sieht die Notenbank einen Wert von ungefähr vier Prozent an.

Die Wachstumsprognose wurde etwas gesenkt. Im aktuellen Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 2,8 bis 3,0 Prozent steigen. Bei den letzten Projektionen im Dezember hatte man noch ein Wachstum von 2,8 bis 3,2 Prozent angenommen. Die zuletzt etwas schwächer ausgefallen Wirtschaftsdaten seien allerdings in erster Linie auf das ungewöhnlich kalte Winterwetter und nicht auf strukturelle Probleme zurückzuführen. Im Jahr 2015 soll das Wachstum 3,0 bis 3,2 Prozent betragen. Gleichzeitig geht man von einer schnelleren Erholung des Arbeitsmarktes aus. In diesem Jahr soll die Arbeitslosenquote bis auf einen Wert zwischen 6,1 und 6,3 Prozent sinken. Bisher hatte man 6,3 bis 6,6 Prozent angenommen.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, ausgehend von 1,2753, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Anfang März wurde dabei auch die leicht oberhalb von 1,38 liegende sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) und das Jahreshoch aus 2013 bei 1,3892 überschritten. Am 13. März wurde ein Hoch bei 1,3966 erreicht, was der höchste Stand seit Oktober 2011 war. Anschließend war zunächst nur noch wenig Bewegung zu sehen. Das Sitzungsergebnis der US-Notenbank führte nun aber zu einer deutlichen Abwertung. Von Werten oberhalb von 1,39 fiel der Kurs im Tief bis 1,3817 (Stand Donnerstag, 20.3.2014, ca. 0:00 Uhr). Der Kurs hat damit fast wieder die ehemalige langfristige Abwärtstrendlinie erreicht. Sollte sich die Abwertung nun fortsetzen und der Euro nachhaltig unter 1,38 und somit in den ehemaligen Abwärtstrend zurückfallen, würde sich die Situation deutlich eintrüben. Die nächsten Unterstützungen finden sich dann bei 1,37; 1,364 und rund 1,36. Noch besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass sich EUR/USD auf dem aktuellen Niveau stabilisiert und wieder nach oben dreht. Sollte dies geschehen und eine Rückkehr über den Bereich 1,39/1,3924 gelingen, würde dies für eine kurzfristige Fortsetzung des bisherigen Aufwärtstrends sprechen. Oberhalb von 1,3966 und 1,40, könnte dann ein weiterer Anstieg bis 1,42 und möglicherweise 1,46 folgen.

Tageschart EUR/USD (Stand Donnerstag, 19.3.14, ca. 0:00 Uhr):
EURUSD

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