EUR/USD: US-Notenbank bleibt auf Ausstiegskurs

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Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) geht davon aus, dass der Umfang ihrer regelmäßigen Anleihenkäufe „in den kommenden Monaten“ verringert werden kann. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der letzten Notenbanksitzung vom 29. und 30. Oktober hervor. „Der geldpolitische Ausschuss erwartet eine Verbesserung am Arbeitsmarkt, der eine Verminderung der Anleihenkäufe in den kommenden Monaten rechtfertigt“, wird mitgeteilt. Derzeit kauft die Notenbank Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von monatlich 85 Milliarden Dollar.

Im Protokoll wird zwar bekräftigt, dass das Kaufprogramm fortgesetzt werden soll, bis sich der Arbeitsmarkt „substanziell“ erholt hat. Allerdings wurde erstmals auch darüber diskutiert, dass eine Verringerung möglicherweise nötig werden könne, noch bevor eine Verbesserung im Wirtschaftsausblick eindeutig sei. Diese Situation könne eintreten, falls die Kosten des Programms beginnen würden, den Nutzen zu übersteigen. Zum jetzigen Zeitpunkt waren aber bei nur einer Gegenstimme fast alle stimmberechtigten Mitglieder der Ansicht, dass zunächst mehr Beweise einer wirtschaftlichen Erholung nötig seien. Ausgiebig diskutiert wurde allerdings bereits darüber, wie auch bei einer Verringerung oder Beendigung des Kaufprogrammes die kurzfristigen Zinsen niedrig gehalten werden können.

Bekräftigt wird, dass der seit 2008 auf dem Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent liegende Leitzins nicht erhöht werden soll, bis die derzeit bei 7,3 Prozent liegende Arbeitslosenquote mindestens auf 6,5 Prozent gefallen ist. Aber auch das Erreichen dieser Schwelle würde keinen Automatismus auslösen.

Mit diesen Aussagen bleibt weiterhin unklar, wann genau eine erste Reduzierung der Anleihenkäufe vorgenommen wird. Zwar kann dies für die kommende Notenbanksitzung am 18. Dezember nicht ausgeschlossen werden. Die meisten Experten sind aber der Meinung, dass es erst im kommenden Jahr dazu kommen wird. Bernanke scheidet Ende Januar aus dem Amt und dürfte die schrittweise Beendigung der expansiven Geldpolitik somit seiner Nachfolgerin Janet Yellen überlassen. Aufgrund der niedrigen Inflation besteht für die Notenbank kein Grund zur Eile. Der Anstieg der Verbraucherpreise lag im Oktober nur noch bei 1,0 Prozent und war bereits den dritten Monat in Folge rückläufig. Im September betrug der Anstieg noch 1,2 Prozent.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar ausgehend vom Jahreshoch bei 1,3832 Ende Oktober deutlich bis zu einem Tief bei 1,3294 am 7. November ab. Damit wurde auch die Trendlinie des vorhergehenden Aufwärtstrends ausgehend vom 10. Juli bei 1,2761deutlich gebrochen. Danach konnte sich die Gemeinschaftswährung zwar wieder sukzessive erholen und hat in der ersten Hälfte dieser Woche mehrfach sogar die frühere Aufwärtstrendlinie leicht überschritten. Letztendlich korrigierte die Gemeinschaftswährung anschließend aber immer wieder nach unten, womit eine Rückkehr in den Aufwärtstrend nicht gelungen ist. Das oben genannte Sitzungsprotokoll der amerikanischen Notenbank sorgte zwar nur für wenig Bewegung. Zuvor kam es aber bereits am Mittwochnachmittag durch Spekulationen über einen negativen Einlagenzins der Europäischen Zentralbank zu einer neuen deutlichen Abwertung, wodurch sich der Kurs wieder von der Trendlinie entfernt hat und in der Spitze bis 1,3413 gefallen ist. Auch aktuell liegt EUR/USD nur wenig höher (Stand Donnerstag, 21.11.2013, ca. 0:15 Uhr). Die durch den Bruch des Aufwärtstrends übergeordnet ohnehin schon vorher negative Chartlage hat sich dadurch auch kurzfristig wieder eingetrübt und es muss mit einer weiteren Abwertung gerechnet werden. Zwar finden sich bei 1,3389 und ungefähr 1,335 noch leichte Unterstützungsbereiche. Insgesamt ist es aber wahrscheinlich, dass in Kürze das genannte November-Tief bei 1,3294 getestet wird. Anschließend sind die nächsten wichtigen Unterstützungen bei der derzeit ungefähr bei 1,3216 liegenden 200-Tageslinie und dem September-Tief bei 1,3102 zu finden. Darunter kommt die langfristige Aufwärtstrendlinie ausgehend vom 2012-Tief in Reichweite, welche derzeit leicht oberhalb von 1,30 verläuft. Nach oben bleibt weiterhin der Bereich bei 1,355 entscheidend. Dort findet sich sowohl das Tageshoch vom 6. November, als auch die ehemalige Aufwärtstrendlinie. Nur bei einem nachhaltigen Anstieg auf Tagesschlussbasis über diesen Bereich, würde doch wieder eine Fortsetzung des vorhergehenden Aufwärtstrends mit Zielen beim Jahreshoch bei 1,3832 und der aktuell ungefähr bei 1,394 liegenden langfristigen Abwärtstrendlinie ausgehend von 1,6039 (Juli-Hoch 2008) wieder wahrscheinlich.

Tageschart EUR/USD (Stand Donnerstag, 21.11.13, ca. 0:15 Uhr):
EURUSD

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