EUR/USD: Rückgang beim ZEW-Index

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Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland haben sich im Februar verschlechtert und sind gegenüber Januar um 6,0 Punkte auf 55,7 Punkte gefallen. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Experten hatten einen nur wesentlich leichteren Rückgang auf 61,3 Punkten prognostiziert. Trotzdem bleibt der Index damit auf einem sehr hohen Niveau und deutlich über dem langfristigen Mittelwert von 24,5 Punkten. Zuvor waren die Konjunkturerwartungen sechsmal in Folge gestiegen und hatten im Januar den höchsten Wert seit Mai 2012 erreicht. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland stieg dagegen auch im Februar um 8,8 auf 50,0 Punkte, was der beste Stand seit August 2011 ist.

„Dass die Finanzmarktexperten im aktuellen Monat vorsichtigere Prognosen abgeben, dürfte mit einigen Unsicherheitsfaktoren zusammenhängen, die zuletzt verstärkt in den Vordergrund getreten sind“, erklärte das ZEW-Institut. In den USA hätten beispielsweise schwächelnde Beschäftigungszahlen und einige gedämpfte Vorlaufindikatoren Sorgen aufkeimen lassen, dass der Aufschwung an Tempo verlieren könne. Zudem spiegele die volatile Kapitalmarktentwicklung in einigen Schwellenländern Unsicherheit über deren mittelfristige Konjunkturperspektiven wider. ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest ergänzte allerdings: „Der Rückgang der Konjunkturerwartungen sollte nicht überbewertet werden. Die Finanzmarktexperten bleiben mehrheitlich optimistisch“.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone insgesamt waren im Februar ebenfalls rückläufig. Dieser Indikator sank um 4,8 Punkte auf jetzt 68,5 Punkte, was aber ebenfalls weiterhin hohen Optimismus signalisiert. Die aktuelle konjunkturelle Lage im Euroraum wird mit einem Plus von 8,0 Punkte gegenüber Januar dagegen etwas besser bewertet, liegt mit nun minus 40,2 Punkte aber immer noch auf einem sehr tiefen Niveau.

Überwiegend optimistisch zeigen sich die Finanzexperten bei den Aktienmärkten. Für den deutschen DAX erwarten beispielsweise 49,4 Prozent der Umfrageteilnehmer einen weiterhin steigenden Kurs in den kommenden sechs Monaten. Für den Dow Jones sind es 50,4 Prozent und für den japanischen Nikkei 43,8 Prozent. Rückläufige Kurse erwarten für den DAX nur 18,7 Prozent, für den Dow Jones ebenfalls 18,7 Prozent und für den Nikkei 17,3 Prozent. Der Rest der Experten geht von einer Seitwärtsphase aus.

Obwohl sich EUR/USD in letzter Zeit recht stark präsentiert, nimmt die Anzahl der Euro-pessimistischen Finanzmarktexperten kontinuierlich zu. Inzwischen prognostizieren 68,4 Prozent (+5,4) einen sinkenden Kurs in den kommenden Monaten. Nur 9,1 Prozent glauben an einen steigenden Euro. Dabei sehen die Experten aber eher eine allgemeine Dollar-Stärke, als eine Euro-Schwäche. Gegenüber anderen Währungen wird beim Euro nämlich meist eine Seitwärtsphase prognostiziert. Diese Angabe machen bei EUR/GBP 63,9 Prozent und bei EUR/CHF sogar 75,2 Prozent. Auch bei EUR/JPY sind mit 49,1 Prozent die meisten Umfrageteilnehmer dieser Meinung. Allerdings ist hier mit 36,2 Prozent die Anzahl derjenigen, welche einen steigenden Euro erwarten, auch recht hoch.

An der Umfrage haben sich 251 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD hatte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ausgehend von 1,2753 deutlich bis zu einem Hoch bei 1,3892 am 27. Dezember aufgewertet. Anschließend drehte die Gemeinschaftswährung aber wieder nach unten und war Anfang Februar bis 1,3475 gefallen. Seitdem ist eine langsame, aber kontinuierliche, Erholung zu beobachten. Am heutigen Dienstag lag das Paar in der Spitze (bisher) bei 1,3734 (Stand Dienstag, 18.2.2014, ca. 14:00 Uhr) und hat damit einen wichtigen Widerstand erreicht. Dieser ist das Tageshoch vom 24. Januar bei 1,3739. Sollte ein nachhaltiger Anstieg darüber gelingen, würde anschließend auch ein Test der Hochs von Ende Dezember wahrscheinlich. In diesem Bereich würde dann die derzeit ungefähr bei 1,3844 liegende sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) wichtig werden. Bei einem nachhaltigen Überschreiten dieser Trendlinie, wäre der Weg für eine deutliche Euro-Aufwertung bis 1,42 und möglicherweise 1,46 frei. Wichtig für Euro-Bullen ist, dass der Kurs nicht mehr unter 1,355 fällt. Andernfalls würde sich die Situation deutlich eintrüben. In diesem Fall finden sich die nächsten Unterstützungen bei rund 1,34 und 1,3294. Darunter würde dann die aktuell leicht über 1,32 liegende langfristige Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) in den Fokus kommen.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 18.2.14, ca. 14:00 Uhr):
EURUSD

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