EUR/USD: Neue Geldspritze für die Banken der Eurozone?

Teilen!

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Banken bald erneut über ein Refinanzierungsangebot mit ungewöhnlich langer Laufzeit mit frischer Liquidität versorgen. EZB-Präsident Mario Draghi bestätigte entsprechende Überlegungen am Montag während seiner vierteljährlichen Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Zuletzt hatte man dies zum Höhepunkt der Eurokrise Ende 2011 und Anfang 2012 getan. Damals deckten sich die Geldinstitute mit insgesamt einer Billion Euro ein, wobei für die Rückzahlung eine Laufzeit von 3 Jahren eingeräumt wurde. Normal sind bis zu drei Monate. Nun könnte es wieder dazu kommen. EZB-Präsident Mario Draghi sagte: „Wir sind bereit im Bedarfsfall alle Instrumente einzusetzen, auch langfristige Refinanzierungen, um die Geldmärkte stabil zu halten.“

Die Gründe für die Überlegungen liegen allerdings nicht in einer Verschärfung der Schuldenkrise. Im Gegenteil hat sich die Lage der Banken deutlich gebessert, wodurch viele Institute damit begonnen haben das bisherige Darlehen schon vorzeitig zurückzuzahlen. Dadurch entstehen aber andere Probleme. So ist die Überschussliquidität zuletzt deutlich von 800 auf nur noch 225 Milliarden Euro gesunken. Der Rückgang dieser Liquidität sorge für einen Anstieg der Kreditraten für kurzfristige Geldanleihen, erklärte Draghi. Dies wiederum bedrohe die wirtschaftliche Erholung im Euroraum. Man würde die Entwicklung daher genau beobachten und – wenn nötig – handeln. In einer Umfrage von Reuters erwarten inzwischen 13 von 22 befragten Experten, dass die EZB noch in diesem Jahr erneut derartige langfristige Liquidität anbieten wird.

Draghi erneuerte zudem seine Zusage, dass die Zinsen noch „für einen längeren Zeitraum niedrig bleiben“. Die Arbeitslosigkeit sei weiterhin viel zu hoch und die Konjunktur erhole sich nur langsam. Gleichzeitig gebe es keinen Inflationsdruck. Die Preisstabilität sei ausgewogen und der unterschwellige Preisdruck verhalten. Die Inflationsrate dürfte sich noch längere Zeit unter dem Zielwert von 2 Prozent bewegen. Dadurch habe man den Spielraum die lockere Geldpolitik fortzusetzen.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Nach dem deutlichen Anstieg bis 1,357 konsolidiert EUR/USD seit letztem Donnerstag langsam nach unten. Insgesamt zeigt das Paar dabei aber nur sehr wenig Bewegung. Diese Entwicklung setzte sich auch am heutigen Dienstag fort, wobei ein neues Tief bei 1,346 gebildet wurde. Auchaktuell liegt der Kurs unter 1,35 (Stand Dienstag, 24. September, ca. 17:00 Uhr). Die Konsolidierung ist nach dem vorangegangenen Anstieg nicht ungewöhnlich und  könnte sich auch noch etwas fortsetzen. Insgesamt gibt es bisher aber kein Anzeichen für ein Ende der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Sobald ein Anstieg über das genannte Hoch der Vorwoche bei 1,357 gelingt, ist aus charttechnischer Sicht der Weg frei für einen weiteren Anstieg bis zum Jahreshoch vom 1. Februar bei 1,371. Darüber sind längerfristig Ziele bei 1,38; 1,39 und dem Oktober-Hoch aus 2011 bei 1,4247 möglich. Eintrüben würde sich die Situation erst  unter 1,332, wobei aber sogar erst unter 1,3102 wieder von einer langfristigen und nachhaltigen Euro-Abwertung ausgegangen werden müsste.

Tageschart EUR/USD (Stand 24.09.2013, ca. 17:00 Uhr):
EURUSD

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Chartanalysen, EUR/USD, Europa, Finanznachrichten abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.