EUR/USD: Krim-Krise belastet ZEW-Index

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Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland haben sich im März deutlich verschlechtert und sind gegenüber Februar um 9,1 Punkte auf 46,6 Punkte gefallen. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Experten hatten einen wesentlich leichteren Rückgang erwartet. Schon im Februar war der Index um 6,0 Punkte gesunken und hatte damit eine 5-monatige Serie mit steigender Konjunkturzuversicht beendet. Der jetzige Wert ist der niedrigste seit August vergangenen Jahres. Trotzdem befindet sich der ZEW-Index damit weiterhin auf einem hohen Niveau und deutlich über dem langfristigen Mittelwert von 24,6 Punkten. Konjunktur-Pessimismus würde sogar erst unter null signalisiert werden. „Die Krim-Krise belastet die Konjunkturaussichten für Deutschland. Dennoch deutet der Indikatorstand darauf hin, dass der wirtschaftliche Aufwärtstrend derzeit nicht gefährdet ist“, kommentierte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest das Ergebnis.

Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im März um 7,0 auf nun 61,5 Punkte rückläufig gewesen. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage ist dagegen sowohl für Deutschland, als auch für die Eurozone gestiegen. Für Deutschland wird die Situation dabei mit einem leichten Plus von 1,3 auf 51,3 Punkten weiterhin als sehr gut beurteilt. Für den Euroraum bleibt die Bewertung mit minus 36,7 Punkten negativ, was aber 3,5 Punkte über dem Februar-Wert liegt.

Die zuletzt häufig zu hörenden Deflations-Gefahren sehen die Finanzmarkt-Profis nicht. Zwar geht mit 59,6 Prozent für den Euroraum und 57,4 Prozent für Deutschland die Mehrheit davon aus, dass die derzeit ungewöhnlich niedrige Inflationsrate auch in den kommenden sechs Monaten ähnlich bleiben wird. Aber lediglich 7,7 Prozent für den Euroraum und 6,0 Prozent für Deutschland prognostizieren eine sich weiter verringernde Teuerung.

Überwiegend positiv sieht man die weitere Entwicklung der Aktienkurse. Für den deutschen DAX prognostizieren 47,6 Prozent steigende Notierungen in den kommenden sechs Monaten, während 33,6 Prozent von einer Seitwärtsbewegung ausgehen. Nur 18,8 Prozent fürchten sinkende Kurse. Beim Dow Jones sind sogar 49,1 Prozent optimistisch, während nur 16,4 Prozent sinkende Kurse erwarten. Beim japanischen Nikkei gehen 38,3 Prozent der Experten von steigenden und 19,0 Prozent von sinkenden Kursen aus. Die restlichen 42,7 Prozent prognostizieren hier eine Seitwärtsbewegung.

Dem stark gestiegenen Kurs von EUR/USD sollte nach Ansicht der Finanzexperten bald die Puste ausgehen. 63,3 Prozent erwarten einen sinkenden Kurs in den kommenden sechs Monaten. Nur 10,6 Prozent prognostizieren einen weiteren Anstieg. Gegenüber dem Yen mit 50,2 Prozent, dem britischen Pfund mit 59,0 Prozent und dem Schweizer Franken mit 71,3 Prozent erwartet man dagegen überwiegend eine Seitwärtsbewegung.

An der Umfrage haben sich 241 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, ausgehend von 1,2753, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Anfang März wurde dabei auch die leicht oberhalb von 1,38 liegende sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) und in der Folge das Jahreshoch aus 2013 bei 1,3892 überschritten. In der vergangenen Woche konnte ein neues Hoch bei 1,3966 erreicht werden, was der höchste Stand seit Oktober 2011 war. In dieser Woche ist bisher nur sehr wenig Bewegung zu sehen. Das Chartbild bleibt dennoch durchweg bullish. Oberhalb von 1,3966 liegt der nächste wichtige Widerstand bei 1,40. Sollte dieser Bereich nachhaltig überwunden werden, könnte ein weiterer Anstieg bis 1,42 und möglicherweise 1,46 folgen. Eine gewisse Konsolidierung sollte allerdings kurzfristig oder zumindest unter 1,40 nicht ausgeschlossen werden. Wichtige Unterstützung findet sich bei 1,3832 und dann insbesondere der ehemaligen Abwärtstrendlinie bei leicht über 1,38. Idealerweise fällt der Kurs nicht mehr nachhaltig in diesen Abwärtstrend zurück. Andernfalls würde sich die Situation wieder eintrüben. Weitere Unterstützungen finden sich in diesem Fall bei 1,37; 1,364 und rund 1,36.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 18.3.14, ca. 15:45 Uhr):
EURUSD

 

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