EUR/USD: Konjunkturaussichten in der Eurozone verbessern sich weiter

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Der vom Londoner Markit-Institut monatlich ermittelte Einkaufsmanagerindex zeigt für die Eurozone im März weiterhin die höchste Wachstumsrate seit der ersten Jahreshälfte 2011. Laut der am Montag veröffentlichten Schätzung gab der Composite Index, welcher ein gewichteter Durchschnittswert zwischen dem Einkaufsmanagerindex für die Industrie und dem für den Dienstleistungsbereich ist, gegenüber dem 32-Monatshoch aus Februar lediglich 0,1 Punkte auf 53,2 Punkte nach. Damit wird das neunte Wachstum in Folge signalisiert. Zudem würde das höchste Auftragsplus seit Mai 2011 und die stärkste Zunahme der Auftragsbestände seit Juni 2011 darauf hindeuten, dass der Aufschwung der Eurozone im April weiter an Dynamik gewinnen könnte, teilte Markit mit.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es inzwischen positiver aus. Die Beschäftigung legte erstmals seit Ende 2011 wieder zu und würde auf einen „marginalen Jobaufbau“ hindeuten. „Dies steht im krassen Gegensatz zur Entlassungswelle im Vorjahresmonat und zeigt, dass die Zuversicht unter den Unternehmen wieder gestiegen ist“, bewertet Markit das Ergebnis.

Im Dienstleistungssektor seien die Geschäftsaussichten sogar so optimistisch wie zuletzt im Mai 2011. Die aktuellen Geschäfte haben sich dort im März zwar leicht abgeschwächt, laufen aber zum achten Mal in Folge gut. Das Neugeschäft habe dabei sogar das höchste Plus seit Juni 2011 gehabt und zum höchsten Jobaufbau seit Dezember 2011 geführt, obwohl die Einstellungsbereitschaft insgesamt immer noch verhalten sei.

Im Industriebereich lagen die Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingang ungefähr auf dem Vormonatsniveau. Dabei war bereits das dritte Mal in Folge ein Jobaufbau zu verzeichnen, welcher allerdings weiterhin schwach ausfällt.

Auch aus Frankreich, wo die konjunkturelle Entwicklung zuletzt entgegen dem allgemeinen Trend enttäuscht hatte, haben sich die Vorzeichen überraschend deutlich verbessert. Geschäftswachstum, Auftragseingang und Auftragsbestände haben gegenüber Februar jeweils so stark zugelegt wie zuletzt im August 2011. Laut Markit würde dies darauf hindeuten, dass es im April auch in Frankreich mit der Beschäftigung wieder aufwärts gehen könnte. Die Lage am Arbeitsmarkt würde sich stabilisieren und die Geschäftsaussichten auf Jahresfrist blieben auf dem 23-Monatshoch von Februar.

In Deutschland hat die konjunkturelle Entwicklung dagegen etwas nachgelassen. Trotzdem habe die Wirtschaftsleistung erneut kräftig zugelegt, womit das erste Quartal 2014 insgesamt so gut ausfallen dürfte wie zuletzt im zweiten Quartal 2011.

Auch außerhalb dieser beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone haben sowohl die Geschäfte als auch der Auftragseingang den achten Monat in Folge zugenommen, wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau als noch im Februar.

„Der anhaltende Frühjahrsaufschwung im März sorgte dafür, dass die Eurozone im ersten Quartal 2014 so gut abschnitt wie zuletzt im zweiten Quartal 2011“, kommentierte Chris Williamson, Chef-Ökonom von Markit, das Ergebnis. Die vorliegenden Daten würden ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,5 Prozent im ersten Quartal signalisieren. Im vierten Quartal 2013 lag der Anstieg noch bei nur 0,3 Prozent. Deutschland dürfte dabei mit 0,7 Prozent der Spitzenreiter sein. „Am erfreulich ist jedoch, dass der Aufschwung auch Frankreich wieder erfasst hat.“ Der Einkaufsmanagerindex würde dort zwar lediglich eine Stabilisierung signalisieren. Der höchste Indexwert seit zweieinhalb Jahren nähre aber die Hoffnung, dass Frankreichs Wirtschaft im zweiten Quartal wieder richtig in Schwung komme. Auch in den übrigen Ländern würde sich die Konjunktur aktuell so gut entwickeln wie seit drei Jahren nicht mehr. Damit dürfte auch den Peripherie-Ländern ein robuster Aufschwung bevorstehen.

Beim Einkaufsmanagerindex handelt es sich um einen wichtigen monatlich ermittelten Konjunkturindikator, für welchen Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrie- und rund 2.000 Dienstleistungsunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da dann bereits rund 85 Prozent der Fragebögen ausgewertet sind und es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. Die endgültigen Ergebnisse werden am 1. April für die Industrie und am 3. April für den Dienstleistungsbereich bekannt gegeben. Dann stehen insbesondere die Krisenländer Spanien und Italien im Fokus, da es für diese Länder keine Vorabschätzung gegeben hat.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, ausgehend von 1,2753, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Anfang März wurde dabei auch die leicht oberhalb von 1,38 liegende sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) und das Jahreshoch aus 2013 bei 1,3892 überschritten. Am 13. März wurde ein Hoch bei 1,3966 erreicht, was der höchste Stand seit Oktober 2011 war. Anschließend war zunächst nur noch wenig Bewegung zu sehen und in der vergangenen Woche hat der Euro nun aber deutlich abgewertet. Von Kursen oberhalb von 1,39 fiel der Euro bis zu einem Tief bei 1,3747 am vergangenen Donnerstag. Damit hat EUR/USD die massive Kreuz-Unterstützung aus den Trendlinien des genannten langfristigen Abwärtstrends und des steilen untergeordneten Aufwärtstrends beginnend vom 6. Februar nach unten durchbrochen (siehe dazu auch das beigefügte Chartbild). Die Situation hat sich dadurch kurz- und mittelfristig deutlich eingetrübt. Nach einer zwischenzeitlichen leichten Stabilisierung bis leicht über 1,38, womit aber nicht eine Rückkehr über die beiden genannten Trendlinien gelungen ist, nähert sich EUR/USD am heutigen Montag erneut dem genannten Tief von Donnerstag an (Stand Montag, 24.3.2014, ca. 16:30 Uhr). Darunter finden sich die nächsten wichtigen Unterstützungen bei 1,375; 1,37 und 1,364. Aufhellen würde sich die Situation nur wieder bei einer nachhaltigen Rückkehr über die genannten derzeit ungefähr bei 1,38 und 1,382 liegenden Trendlinien. Sollte anschließend auch ein Anstieg über 1,385 erfolgen, könnte sich der Aufwärtstrend doch kurzfristig wieder fortsetzen. Die Ziele liegen dann bei 1,3966; 1,40 und 1,42. Solange der Kurs aber unter 1,382/1,385 bleibt, ist eine weitere Abwertung kurzfristig die wahrscheinlichere Entwicklung.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 24.3.14, ca. 16:45 Uhr):
EURUSD

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