EUR/USD: Industrieproduktion in Europa verringert sich

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Die Industrieproduktion hat sich im Mai 2014 gegenüber April sowohl im Euroraum als auch in der gesamten Europäischen Union um 1,1 Prozent verringert. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in einer Schätzung mit. Ökonomen hatten mehrheitlich eigentlich einen leichten Anstieg um 0,3 Prozent prognostiziert. Im April war die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat noch um 0,7 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich gegenüber Mai 2013 ist die Industrieproduktion um 0,5 Prozent im Euroraum und um 1,1 Prozent in der Europäischen Union insgesamt angestiegen.

Nach Angaben von Eurostat ist der Rückgang im Monatsvergleich auf eine sinkende Produktion von Vorleistungsgütern (minus 2,4 Prozent im Euroraum bzw. minus 2,1 Prozent in der EU) und von Verbrauchsgütern (minus 2,2 Prozent im Euroraum bzw. minus 1,6 Prozent in der EU) zurückzuführen. Die Produktion von Gebrauchsgütern sank um 1,8 Prozent im Euroraum und um 1,6 Prozent in der EU. Auch Investitionsgüter waren im Euroraum 0,5 Prozent und in der EU 1,0 Prozent rückläufig. Ein Zuwachs konnte mit plus 3,0 Prozent im Euroraum bzw. 2,2 Prozent in der EU nur im Energiesektor verzeichnet werden.

 Die höchsten Rückgänge der Industrieproduktion waren im Vergleich zum April in Portugal mit minus 3,6 Prozent, in Schweden mit minus 3,2 Prozent und in Dänemark mit minus 2,1 Prozent zu verzeichnen. Die höchsten Zuwächse gab es in Rumänien mit 2,6 Prozent, in Litauen mit 1,6 Prozent und in den Niederlanden mit 1,1 Prozent.

Im Jahresvergleich war im Euroraum nur die Produktion von Energie um 2,9 Prozent rückläufig, während bei Investitionsgütern, Vorleistungsgütern, Verbrauchsgütern und Gebrauchsgütern ein Anstieg zu verzeichnen war. In der EU insgesamt waren auch die Gebrauchsgüter rückläufig.

Das höchste Wachstum der Industrieproduktion verzeichnete im Jahresvergleich Rumänien mit einem Anstieg um 15,0 Prozent, Litauen mit plus 10,2 Prozent und Ungarn mit 9,5 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es in Malta mit einer Verringerung um 11,9 Prozent, in Frankreich mit minus 4,2 Prozent und in Finnland mit minus 2,9 Prozent. In Deutschland stieg die Industrieproduktion um 1,7 Prozent. Die Krisenländer Portugal und Spanien konnten ihre Industrieproduktion um 0,3 bzw. 2,4 Prozent gegenüber Mai 2013 steigern. Italien verzeichnete dagegen einen Rückgang um 1,8 Prozent. Für Österreich, Belgien, Irland, Zypern und Luxemburg lagen noch keine Zahlen vor.

Unter der Industrieproduktion versteht man die Gesamtheit aller Güter, welche im produzierenden Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) erwirtschaftet werden. Die Entwicklung des Index ist einer von mehreren Indikatoren, über welche ersichtlich wird, ob sich eine Volkswirtschaft im Auf- oder Abschwung befindet.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Schon seit Anfang Juni ist bei EUR/USD nur noch sehr wenig Bewegung zu beobachten. Derzeit schwankt das Paar ziemlich orientierungslos um 1,36 herum. Übergeordnet befindet sich EUR/USD zwar immer noch in einem seit Juli 2012 anhaltenden Aufwärtstrend, durch welchen der Kurs ausgehend von 1,204 bis zu einem Hoch bei 1,3993 am 8. Mai dieses Jahres steigen konnte. Die charttechnische Situation hat sich inzwischen aber eingetrübt. Nach dem genannten Hoch von Anfang Mai war nämlich eine deutliche Abwertung zu beobachten. Bereits am 5. Juni wurde dabei ein Tief bei 1,3501 erreicht, was der tiefste Stand seit Anfang Februar war. Eine anschließende Stabilisierung bis exakt 1,37 am 1. Juli war zunächst nicht nachhaltig und der Euro hat wieder abgewertet. Zusätzlich negativ zu werten ist, dass EUR/USD damit weiterhin auch unterhalb der 100- und 200-Tageslinien bleibt. Obwohl das Paar zuletzt sehr orientierungslos ist und somit eine demnächst anstehende Bewegung in beide Richtungen möglich erscheint, sieht es insgesamt nicht gut für Euro-Bullen aus. Schon unterhalb des Tiefs von Anfang der vergangenen Woche bei 1,3573 würde sich die Situation nämlich auch kurzfristig wieder eintrüben. Danach könnte ein Test des wichtigen Unterstützungsbereiches bei 1,35 folgen. Dort liegen sowohl die Tiefs von Juni, als leicht darüber auch die langfristige Aufwärtstrendlinie. Fällt der Kurs darunter, könnte eine Abwertung bis 1,30 oder 1,28 in den kommenden Wochen folgen. Eine Bodenbildung und anschließende Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends ist zwar kurzfristig ebenfalls denkbar. Dafür müsste aber zunächst ein Anstieg über 1,365; 1,37 und dann insbesondere über 1,3734 gelingen.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 14.7.14, ca. 23:45 Uhr):
EURUSD

 

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