EUR/USD: Ifo-Index steigt wieder

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Juli von 107,5 Punkten im Vormonat auf jetzt 108,0 Punkte gestiegen. Im Juni war dieser aufgrund der Griechenlandkrise leicht rückläufig gewesen. Ökonomen hatten im Vorfeld im Konsens nur einen minimalen Anstieg auf 107,6 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage wird mit 113,9 Punkten (+ 0,8) erstmals nach zwei Rückgängen in Folge wieder besser beurteilt. Und auch bei den Erwartungen für die kommenden Monate zeigt man sich mit einem kleinen Plus von 0,3 Punkten auf 102,4 Punkte erstmals nach drei Monaten wieder optimistischer.

„Die vorläufige Entspannung bei der Griechenlandfrage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Die Unternehmen würden die Lage nach einem Dämpfer im Vormonat wieder deutlich besser beurteilen und auch die Geschäftsaussichten seien nach drei Rückgängen in Folge wieder etwas optimistischer.

Am stärksten war der Anstieg im Großhandel mit einem Plus von 6,6 auf jetzt 14,1 Punkte. Die Einschätzungen zur Geschäftslage verbesserten sich auf den höchsten Stand seit Februar 2012. Auch die Erwartungen hellten sich auf. Im Einzelhandel gab der Klimaindikator dagegen erneut um 1,6 auf jetzt nur noch 4,0 Punkte nach. Dies war auf merklich zurückhaltendere Geschäftsaussichten zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde von den Einzelhändlern hingegen wieder etwas besser beurteilt.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex leicht um 0,4 Punkte auf 11,3 Punkte gestiegen. Die Industrieunternehmen würden deutlich optimistischer auf den kommenden Geschäftsverlauf blicken, teilte das ifo Institut mit. Ihre sehr guten Urteile zur aktuellen Geschäftslage hätten hingegen leicht nachgegeben und die Kapazitätsauslastung sei minimal um 0,1 Prozentpunkte auf 84,2 Prozent gefallen.

Im Bauhauptgewerbe hat sich die Geschäftslage nach drei Anstiegen in Folge erstmals wieder leicht um 0,8 Punkte auf jetzt minus 4,5 Punkte verschlechtert. Dies lag an einer weniger guten Beurteilung der aktuellen Lage. Die Erwartungen für die kommenden Monate hellten sich dagegen erneut auf.

Der separat ermittelte Geschäftsklimaindikator für den Dienstleistungsbereich ist im Juli von 27,4 auf jetzt 25,9 Punkte leicht gefallen. Zwar hat sich die ohnehin schon sehr gute Lageeinschätzung wieder etwas verbessert. Dafür sind aber die ebenfalls auf hohem Niveau liegenden Erwartungen etwas weniger optimistisch. Die Dienstleister gehen davon aus die Preise in den kommenden Monaten etwas seltener anheben zu können.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Ausgehend von Kursen bei fast 1,40 wertete EUR/USD seit Mai 2014 deutlich ab und erreichte am 13. März dieses Jahres ein Tief bei 1,0461, was der tiefste Stand seit Januar 2003 war. Anschließend stabilisierte sich das Paar deutlich um rund 1.000 Pips bis zu einem Hoch bei 1,1466 am 15. Mai. Dann kam es noch einmal zu einer Abwertung bis 1,0817 Ende Mai und einer erneuten Erholung bis rund 1,14. Anfang der vergangenen Woche sank der Kurs bis 1,0807 und testete damit das Mai-Tief. Im weiteren Wochenverlauf hat sich die Gemeinschaftswährung wieder erholt, was sich auch am heutigen Montag fortgesetzt hat. Aktuell liegt der Kurs bereits wieder etwas über 1,11 (Stand Montag, 27.7.15, ca. 18:30 Uhr). Übergeordnet ist das Chartbild nicht ganz eindeutig, hat aber durch den heutigen Anstieg über die bei ungefähr 1,1002 liegende 100-Tageslinie ein bullishes Signal geliefert. Wichtig ist nun das Juli-Hoch bei 1,1215. Wird dieses überwunden, dürfte anschließend auch der Bereich bei 1,14 getestet werden. Steigt der Kurs in diesem Fall in der Folge auch über das genannte Hoch bei 1,1466 und anschließend über 1,1533 würde dies für eine übergeordnete Bodenbildung sprechen und den Weg frei machen für weiter bis 1,1679; 1,18 und 1,20 steigende Notierungen. Der langfristige Abwärtstrend würde dagegen bestätigt werden, falls der Kurs nachhaltig unter 1,08 fällt. In diesem Fall würden die nächsten Ziele beim Jahrestief bei 1,0461, sowie anschließend 1,02, der Parität (=Kursverhältnis von 1:1) und 0,965 liegen.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 27.7.15, ca. 18:30 Uhr):
EURUSD

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