EUR/USD: Ifo-Index steigt leicht an

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Wie das Münchener ifo Institut am gestrigen Montag mitteilte, ist der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland im Januar von 105,5 Punkten im Vormonat auf jetzt 106,7 Punkte gestiegen. Es handelte sich um den dritten Anstieg in Folge und um den höchsten Wert seit Juli vergangenen Jahres. Ökonomen hatten das Ergebnis überwiegend so erwartet.

„Die deutsche Wirtschaft startet gut ins neue Jahr“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Die Unternehmen seien merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem würden Sie wieder mehrheitlich optimistisch auf die kommende Entwicklung blicken.

Am stärksten hellte sich die Bewertung der aktuellen Lage im Einzelhandel auf. Auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich verbessert. Der diesbezügliche Indexwert drehte erstmals seit Juli 2014 wieder ins positive und stieg von minus 4,3 Punkten auf jetzt plus 3,2 Punkte.

Auch im Großhandel hat sich das Geschäftsklima erneut verbessert. Laut ifo Institut sei dies insbesondere auf eine deutlich günstigere Lageeinschätzung zurückzuführen, während die Erwartungen zurückhaltender ausfielen. Der Indexwert stieg von 7,1 auf 8,3 Punkte, was bereits der vierte Anstieg in Folge war.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator das dritte Mal in Folge gestiegen. Die Lageeinschätzung der Industriefirmen fiel erneut besser aus. Auch bei der Einschätzung für die kommenden sechs Monate ist die Zuversicht angestiegen. Aufgrund des sinkenden Euro-Wechselkurses würde man sich stärkere Impulse vom Export erwarten. Die Kapazitätsauslastung ist dabei um 0,4 Prozentpunkte auf 84,6 Prozent gestiegen.

Verschlechtert hat sich das Geschäftsklima dagegen im Bauhauptgewerbe, wo es bereits den fünften Rückgang in Folge gab. Der Indikator sank von minus 5,3 auf jetzt minus 5,8 Punkte und ist damit bereits seit März 2014 negativ. Der abermalige Rückgang lag daran, dass die Baufirmen die aktuelle Lage etwas schlechter beurteilen, als noch im Vormonat. Allerdings haben sich die Erwartungen für das kommende halbe Jahr etwas aufgehellt.

Ebenfalls leicht rückläufig war das separat ermittelte Geschäftsklima für den Dienstleistungsbereich. Dieser Index fiel von 25,8 Punkten im Vormonat auf jetzt 24,5 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Lage war weniger optimistisch, bleibt aber auf einem insgesamt hohen Niveau. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich etwas verschlechtert. Das ifo Institut teilte mit, dass sich der Anteil der Firmen, die Preiserhöhungen planen, wieder erhöht habe.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Schon seit Mai vergangenen Jahres, ausgehend von 1,3993, befindet sich EUR/USD in einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung. Diese hat sich in diesem Jahr nochmals deutlich verstärkt. Während der Kurs zum Jahreswechsel noch knapp unter 1,21 lag, fiel er zu Beginn dieser Handelswoche bis 1,1097, was der tiefste Stand seit September 2003 war. Inzwischen hat die Gemeinschaftswährung zwar deutlich nach oben korrigiert und nähert sich aktuell dem Bereich bei 1,14 an (Stand Dienstag, 27.1.2015, ca. 15:45 Uhr). Daraus kann aber nicht ein Ende der langfristigen Abwärtsbewegung abgeleitet werden. Auch übergeordnet etwas aufhellen würde sich die Situation erst oberhalb des Hochs der vergangenen Woche bei 1,1679. In diesem Fall könnte es zu einer ausgeprägteren Korrektur bis 1,185 und gegebenenfalls auch 1,20 kommen. Wahrscheinlicher ist aber, dass es bald wieder nach unten geht. Fällt der Kurs erneut unter 1,11, liegen die nächsten Ziele bei 1,106; 1,10 und 1,08.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 27.1.15, ca. 15:45 Uhr):
EURUSD

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