EUR/USD: Ifo-Index steigt erneut

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im März von 106,8 Punkten im Vormonat auf jetzt 107,9 Punkte gestiegen. Das ist bereits der fünfte Anstieg in Folge und der höchste Stand seit Juli 2014. Ökonomen hatten im Vorfeld im Konsens einen etwas schwächeren Anstieg auf nur 107,4 Punkte erwartet.

„Die deutsche Wirtschaft expandiert weiter“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Die Unternehmen seien wieder zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch mit Blick auf die zukünftigen Geschäfte würde man sich deutlich optimistischer äußern.

Am stärksten war der Anstieg im Verarbeitenden Gewerbe. Die Industriefirmen zeigten sich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage und auch der Optimismus für die kommenden Monate hat merklich zugenommen. Die Produktionspläne liegen auf dem höchsten Stand seit Mai 2014. Der Teilindikator für diesen Bereich stieg um 3,0 auf jetzt 12,5 Punkte.

Auch im Groß- und Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Der Teilindikator stieg jeweils um 1,9 Punkte auf 10,1 bzw. 5,2 Punkte. Im Großhandel fielen die aktuellen Lageeinschätzungen deutlich günstiger aus, während die leicht optimistischen Erwartungen etwas zurückgenommen wurden. Auch im Einzelhandel wird die aktuelle Lage wieder etwas besser beurteilt, nachdem der Lageindikator im vergangenen Monat rückläufig war. Mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung zeigt man sich optimistischer.

Einzig im Bauhauptgewerbe ist der Indikator um 2,0 Punkte auf jetzt minus 7,8 Punkte gefallen, womit er aber historisch betrachtet trotz des negativen Wertes immer noch auf einem hohen Niveau liegt. Es handelte sich bereits um den sechsten Rückgang in Folge. Die Baufirmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Aussichten etwas weniger gut als im Vormonat. „Der Bauboom ist noch vorhanden, schwächt sich aber ab“, teilte das ifo Institut mit.

Auch der separat ermittelte Geschäftsklimaindikator für den Dienstleistungsbereich ist im März von 22,8 auf jetzt 23,1 Punkte leicht gestiegen. Die Dienstleister zeigten sich merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Lage, prognostizieren die Entwicklung in den kommenden Monaten aber etwas pessimistischer. Trotzdem sollen wieder mehr Mitarbeiter eingestellt werden.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Schon seit Mai vergangenen Jahres, ausgehend von 1,3993, befindet sich EUR/USD in einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung. In diesem Jahr hat sich dies nochmals deutlich verstärkt. Während der Kurs zum Jahreswechsel noch knapp unter 1,21 lag, fiel er am 13. März bis 1,0461, was der tiefste Stand seit Januar 2003 war. Aktuell ist allerdings eine deutliche Gegenbewegung zu sehen. Schon in der vergangenen Woche schoss der Kurs nach Veröffentlichung des Sitzungsergebnisses der amerikanischen Notenbank kurzfristig einmal am Mittwochabend von rund 1,06 in der Spitze bis 1,1040 nach oben. Zwar wurde dies in einem hochvolatilen Umfeld bereits am folgenden Tag wieder weitgehend abverkauft. Doch seit Freitag kann der Euro erneut aufwerten und liegt aktuell wieder nahe bei 1,10 (Stand: Mittwoch, 25.3.2015, ca. 14:00 Uhr). Die Situation ist interessant. Zwar ist das übergeordnete Chartbild immer noch bearish zu bewerten. Dennoch könnte die aktuelle Erholung durchaus der Beginn einer noch stärkeren Korrektur sein. Sollte ein nachhaltiger Anstieg über das genannte Hoch bei 1,1040 gelingen, wäre eine weitere Kurserholung bis leicht oberhalb von 1,12; leicht über 1,14 und eventuell bis 1,1535 möglich. Eintrüben würde sich auch die kurzfristige Situation dagegen unterhalb des Tagestiefs von Montag bei 1,0766. Und spätestens unterhalb von 1,06 müsste von einer direkten Fortsetzung der Abwärtsbewegung mit Zielen bei 1,0461 und den Hochs aus 2002 bei knapp 1,02 ausgegangen werden.

Tageschart EUR/USD (Stand Mittwoch, 25.3.15, ca. 14:00 Uhr):
EURUSD

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