EUR/USD: ifo-Index sinkt leicht

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Erstmals seit Juni war der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland im Oktober wieder rückläufig. Allerdings fiel der Index nur minimal um 0,3 auf jetzt 108,2 Punkte und lag damit im Rahmen der Erwartungen von Ökonomen. Der Teilindex für die aktuelle Lage liegt nur noch bei 112,6 Punkten, während im September noch 114,0 Punkte zu verzeichnen waren. Dies stellt den dritten Rückgang in Folge dar. Allerdings sind gleichzeitig die Erwartungen für die kommenden sechs Monate zum dritten Mal in Folge auf jetzt 103,8 Punkte gestiegen.

„Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage etwas weniger zufrieden als im September“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Der Optimismus mit Blick auf die künftigen Geschäfte habe jedoch weiter zugenommen. Die deutsche Konjunktur zeige sich erstaunlich widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen Herausforderungen des Herbstes. Sogar in der Automobilindustrie sei man vom VW-Skandal unbeeindruckt. Der Klimaindex für den Automobilsektor sei sogar weiter angestiegen.

Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Index das dritte Mal in Folge. Die Industriefirmen haben ihre (allerdings sehr guten) Einschätzungen zur aktuellen Lage erneut zurückgenommen. Sie gehen allerdings von besseren Geschäften in der Zukunft aus. Der Index sank von 10,1 auf jetzt 9,7 Punkte.

Im Großhandel liegt der Index unverändert gegenüber dem Vormonat bei 13,7 Punkten. Auch hier wurde die aktuelle Lage etwas schlechter beurteilt, während man optimistischer in die Zukunft schaut.

Im Einzelhandel ist der Index dagegen von 14,7 auf jetzt 10,9 Punkte gesunken, womit dieser aber weiterhin auf einem hohen Niveau und ungefähr gleich wie im August liegt. Der Rückgang war insbesondere auf die deutlich weniger gute Beurteilung der aktuellen Lage zurückzuführen. Aber auch die Erwartungen haben etwas nachgegeben.

Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima das dritte Mal in Folge und liegt mit 0,8 Punkten den zweiten Monat in Folge im positiven Bereich. Zwar wurde hier auch die aktuelle Lage etwas weniger gut bewertet, man blickt aber ebenfalls optimistischer in die Zukunft.

Der separat ermittelte Geschäftsklimaindikator für den Dienstleistungsbereich ist im Gegensatz zum normalen Index im Oktober mit 32,4 Punkten auf einen neuen historischen Rekordwert gestiegen. Zwar wurden auch hier die sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage etwas zurückgenommen, man zeigt sich aber für die kommenden Monate so optimistisch wie seit Dezember 2010 nicht mehr. Auch die Zahl der Beschäftigten soll weiter erhöht werden.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Nach einer mehrmonatigen Abwärtsbewegung fiel EUR/USD im März dieses Jahres bis 1,0461. Danach konnte sich der Euro stabilisieren und am 24. August stieg der Kurs in der Spitze bereits wieder bis 1,1714. Anschließend war über einen längeren Zeitraum kaum Bewegung vorhanden und das Paar pendelte in einer Spanne zwischen rund 1,11 und etwas über 1,14 seitwärts. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) von weiteren geldpolitischen Lockerungen für Dezember hat in der vergangenen Woche zu einer erneuten deutlichen Abwertung geführt. Ausgehend von Kursen bei rund 1,135 am Donnerstagvormittag ging es in der Folge im Tief bis knapp unter 1,10 nach unten. Am heutigen Montag stabilisiert sich der Euro leicht und liegt aktuell bei rund 1,105 (Stand der Auswertung: Montag, 26.10.2015, ca. 17:00 Uhr). Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Woche ist diese Korrektur keine Überraschung, deutet aber keineswegs auf ein Ende der Abwärtsbewegung hin. Vielmehr ist es wahrscheinlich, dass in der nächsten Zeit auch die Tiefs aus Mai und Juli bei etwas über 1,08 angelaufen werden. Ein nachhaltiger Fall unter 1,10 könnte diese neue Abwärtsbewegung einleiten. Aufhellen würde sich die Situation erst wieder bei einer nachhaltigen Rückkehr über 1,13.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 26.10.15, ca. 17:00 Uhr):
EURUSD

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