EUR/USD: Ifo-Index sinkt erneut

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland hat sich im August bereits das vierte Mal in Folge verschlechtert. Wie das ifo-Institut mitteilte sank der Index gegenüber Juli um 1,7 Punkte auf jetzt 106,3 Punkte. Ökonomen hatten überwiegend einen geringeren Rückgang prognostiziert. Das Geschäftsklima liegt damit auf dem niedrigsten Wert seit Juli 2013, bleibt aber über dem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Damit bleibt die Situation in Deutschland trotz der Abschwächung auf einem guten Niveau.

„Die deutsche Wirtschaft verliert an Kraft“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Die Unternehmen seien erneut weniger zufrieden mit Ihrer aktuellen Geschäftslage gewesen. Auch mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf sei man skeptischer als im Vormonat.

Leicht um 0,2 Punkte steigen konnte der Index nur im Bauhauptgewerbe. Die Baufirmen seien mit Ihrer aktuellen Lage etwas zufriedener gewesen als im Juli, teilte das ifo Institut mit. Auch auf den weiteren Geschäftsverlauf würden sie etwas optimistischer blicken. Der Teilindex bleibt mit jetzt minus 5,3 Punkte aber weiterhin negativ. Abgesehen vom Juli ist dies zudem der schlechteste Wert seit Oktober 2013.

In den anderen Konjunktursektoren hat sich das Klima gegenüber Juli eingetrübt. Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index mit jetzt 9,5 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Juli 2013 gefallen. Hier wurde die aktuelle Geschäftslage schon das dritte Mal in Folge weniger gut beurteilt und auch der Ausblick auf die kommenden Monate hat sich deutlich eingetrübt. Insbesondere vom Export würden immer weniger Impulse erwartet werden.

Im Großhandel ist der Geschäftsklimaindex auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gesunken. Man beurteilt sowohl die aktuelle Geschäftslage, als auch die Erwartungen schlechter als noch im Vormonat. Die Erwartungen weisen dabei erstmals seit Juli 2013 wieder ein Minus aus. Dies bedeutet, dass die Mehrheit der Umfrageteilnehmer pessimistisch ist. Nicht besser sieht die Entwicklung im Einzelhandel aus. Auch hier haben sich sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage, als auch die Erwartungen deutlich eingetrübt.

Ebenfalls rückläufig war das separat ermittelte Geschäftsklima für den Dienstleistungsbereich. Dieser Index fiel von 22,4 Punkten im Juli auf jetzt 20,1 Punkte. Der Rückgang lag an deutlich schlechteren Prognosen zur weiteren Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Allerdings wird im Dienstleistungsbereich die aktuelle Lage besser beurteilt, als zuvor. Zudem wollen die Unternehmen deutlich mehr Personal einstellen.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Seit dem Jahreshoch bei 1,3993 vom 8. Mai befindet sich EUR/USD in einer starken Abwärtsbewegung. Nach einem Tief bei 1,3218 am vergangen Freitag, eröffnete das Paar nach dem Wochenende mit einem Gap und sank bis 1,3181. Das ist der tiefste Stand seit September 2013 und auch aktuell liegt der Kurs nur wenig höher (Stand Montag, 25.8.2014, ca. 17:00 Uhr). Zwar könnte es jederzeit zu einer gewissen Korrektur nach oben kommen. Dafür spricht zu einem der überverkaufte Kurs und zumindest das entstandene Gap sollte eigentlich noch geschlossen werden. Tatsächliche Signale für ein Ende der Abwärtsbewegung sind aber selbst auf sehr kurzfristiger Ebene keine vorhanden. Vielmehr muss von weiter sinkenden Notierungen ausgegangen werden. Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 1,3102, dem September-Tief  2013. Darunter sind weitere Ziele bei 1,30 und 1,28 auszumachen. Aufhellen würde sich die Situation für den Euro erst wieder über 1,33. Allerdings dürfte selbst in diesem Fall das mögliche Aufwertungspotenzial begrenzt bleiben. Weitere wichtige Widerstände folgen bei 1,34 und insbesondere 1,3444. Erst darüber könnte übergeordnet auf längere Sicht zumindest wieder von einer neutralen Chartsituation gesprochen werden. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 25.8.2014, ca. 18:00 Uhr):
EURUSD

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