EUR/USD: Ifo-Index sinkt erneut

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist im September von 106,3 Punkten im Vormonat auf jetzt nur noch 104,7 Punkte gesunken. Es handelt sich bereits um den fünften Rückgang in Folge und um den niedrigsten Wert seit April 2013. Ökonomen hatten überwiegend einen geringeren Rückgang prognostiziert. Trotzdem bleibt der Index oberhalb seines langfristigen Durchschnitts von 100 Punkten.

„Der deutsche Konjunkturmotor läuft nicht mehr rund“, kommentierte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn, das Ergebnis. Die Unternehmen seien erneut weniger zufrieden mit Ihrer aktuellen Geschäftslage gewesen. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate seien sogar auf den tiefsten Stand seit Dezember 2012 gefallen.

Im Verarbeitenden Gewerbe zeigen sich die Unternehmen etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage, welche jedoch weiterhin gut ist. Die Erwartungen sind erstmals seit Januar 2013 leicht negativ. Dies liegt insbesondere am Auslandsgeschäft, von welchem man sich kaum noch Zuwächse verspricht. Der ifo-Index ist dadurch von 5,3 auf jetzt 2,3 Punkte gesunken.

Am stärksten rückläufig war mit einem Rückgang um 5,1 auf jetzt minus 2,4 Punkte der Großhandel. Die Beurteilung der aktuellen Lage sank auf den niedrigsten Stand seit März 2010 und auch der Ausblick auf die weitere Entwicklung trübte sich erneut ein.

Im Einzelhandel wird immerhin die aktuelle Lage etwas besser beurteilt, als noch im August. Dies war der einzige Teilbereich, in welchem im September ein Anstieg beobachtet wurde. Allerdings hat auch bei den Einzelhändlern die Skepsis auf den weiteren Geschäftsverlauf merklich zugenommen. Dadurch war auch in diesem Wirtschaftsbereich der Geschäftsklimaindikator insgesamt um 1,4 auf minus 2,1 Punkte rückläufig.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index um 1,8 auf jetzt minus 7,1 Punkte gefallen, was der niedrigste Stand seit Dezember 2012 ist. Sowohl die aktuelle Lage wird etwas schlechter beurteilt, als auch die Aussichten haben sich leicht eingetrübt. Trotz des Rückganges und des negativen Index-Wertes befindet sich dieser historisch betrachtet aber noch auf sehr hohem Niveau.

Ebenfalls rückläufig war das separat ermittelte Geschäftsklima für den Dienstleistungsbereich. Dieser Index fiel von 20,1 Punkten im August auf jetzt 18,9 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage hat sich hier merklich eingetrübt, bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Auf den weiteren Geschäftsverlauf wird allerdings wieder vermehrt optimistisch geblickt.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Seit dem Jahreshoch bei 1,3993 vom 8. Mai befindet sich EUR/USD in einer starken Abwärtsbewegung. Der Euro liegt inzwischen auf dem tiefsten Stand seit Juli 2013 und am Montag wurde ein neues Tief bei 1,2814 erreicht. Allerdings ist seit einigen Tagen kaum noch Bewegung zu sehen. Bei 1,275 findet sich eine wichtige Unterstützungslinie. Zudem ist der Kurs deutlich überverkauft. Dies und fehlende neue Impulse scheinen die Abwärtsbewegung derzeit aufzuhalten. Es erscheint daher möglich, dass es kurzfristig zu einer Korrektur nach oben kommt. Allerdings könnte auch auf sehr kurzfristiger Zeitebene erst oberhalb von 1,293 tatsächlich von einer gewissen Aufhellung gesprochen werden, wobei dann bereits bei 1,30 der nächste starke Widerstand wartet. Und selbst im Falle einer auch ausgeprägteren Korrektur würde das langfristige Chartbild bearish bleiben. Erst oberhalb von 1,316/1,322 müsste die Situation neu beurteilt werden. Über eine Fortsetzung des Aufwärtstrends des ersten Halbjahres könnte allerdings sogar erst oberhalb von 1,3444 nachgedacht werden. Aus jetziger Sicht ist es aber wesentlich wahrscheinlicher, dass es entweder direkt oder mittelfristig nach einer gewissen Korrektur weiter nach unten geht. Unterhalb von 1,275 finden sich die nächsten Ziele bei 1,266 und 1,25.

Tageschart EUR/USD (Stand Mittwoch, 24.9.14, ca. 12:15 Uhr):
EURUSD

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