EUR/USD: ifo Index sinkt deutlich

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland hat im Februar um 1,6 auf 105,7 Punkte nachgegeben. Ökonomen hatten im Vorfeld einen nur geringen Rückgang um 0,3 Punkte erwartet. Es handelte sich bereits um den dritten Rückgang in Folge. Der Index liegt damit auf dem niedrigsten Wert seit Ende 2014. Erstmals seit mehr als einem Jahr zeigten sich die Unternehmen bezüglich ihrer Geschäftsaussichten mehrheitlich pessimistisch. Nur die aktuelle Lage wurde etwas besser eingeschätzt, weswegen der Index insgesamt mit einem Wert über 100 noch im positiven Bereich bleibt. „Die Sorgen der deutschen Wirtschaft werden größer, insbesondere in der Industrie“, sagte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn.

Am stärksten gefallen ist der Index im Verarbeitenden Gewerbe, wo es von 8,1 Punkten im Januar auf jetzt 3,4 Punkte nach unten ging. Dies war der stärkste Rückgang innerhalb von einem Monat seit der Finanzkrise im November 2008. Die Erwartungen der Industriefirmen gaben merklich nach. Immerhin verbesserten sich die Urteile zur aktuellen Lage etwas. Das Muster Rückgang der Erwartungen und Verbesserung der Lage zeige sich in vielen Sparten, teilte das ifo Institut mit. Die Industrie befürchte eine Fortsetzung des Abschwungs, nachdem ihre Produktion am Jahresende bereits rückläufig war.

Auch im Gross- und Einzelhandel war der Index rückläufig. Die Einzelhändler beurteilen dabei ihre aktuelle Lage nahezu unverändert gut. Die Erwartungen haben sich aber eingetrübt, nachdem im Vormonat noch eine Aufhellung zu beobachten war. Im Großhandel ist es direkt umgekehrt. Dort bleibt die Erwartungshaltung unverändert leicht optimistisch, während die sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage zurückgenommen wurden.

Lediglich im Bauhauptgewerbe konnte der Index leicht um 0,8 Punkte zulegen und liegt damit mit 0,3 Punkten wieder leicht im positiven Bereich. Dies war auf einen neuen Rekord bei der Beurteilung der aktuellen Lage zurückzuführen. Die Erwartungen verschlechterten sich hingegen das vierte Mal in Folge.

Auch im separat ermittelten Geschäftsklimaindex für den Dienstleistungsbereich trübte sich die Stimmung ein. Dieser sank von 28,1 auf 27,2 Punkte. Während die Dienstleister ihre aktuelle Lage auf hohem Niveau wieder besser einschätzen, blicken Sie weniger optimistisch auf die kommenden Monate. Auch die Beschäftigungsdynamik schwächt sich weiter ab, bleibt aber positiv.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Im März 2015 fiel EUR/USD auf ein Tief bei 1,0461. Seitdem ist übergeordnet eine Seitwärtsrange oberhalb von diesem Tief und nach oben begrenzt durch ein Hoch bei 1,1714 im August vergangenen Jahres zu beobachten. Im Moment sieht es nicht so aus, dass sich in den nächsten Wochen an dieser übergeordneten Range etwas ändern könnte. Im kurzfristigeren Zeitrahmen sind dennoch lukrativ handelbare Bewegungen möglich. Während der Kurs von Anfang Dezember letzten Jahres bis Anfang Februar kaum Bewegung zeigte und sich in einer für diesen langen Zeitraum ungewöhnlich engen Range von nur rund 300 Pips bewegte, ist die Volatilität inzwischen wieder angestiegen. Zunächst konnte der Euro bis zu einem Hoch bei 1,1376 am 11. Februar zulegen. Danach hat die Gemeinschaftswährung wieder verloren und liegt aktuell nur noch leicht über 1,10 (Stand: Dienstag, 30.2.2016, ca. 16:45 Uhr). Sollte der Kurs nachhaltig unter 1,10 fallen, müsste mit weiteren Abgaben in den Bereich 1,07/1,08 gerechnet werden unter 1,07 wären die Tiefs aus 2015 bei 1,0461 und 1,0521 die nächsten Ziele. Durchaus möglich ist aber auch eine Stabilisierung auf dem jetzigen Niveau. Wobei erst ein Anstieg über 1,12 den Weg nach oben mit Zielen bei 1,1376 und 1,15 tatsächlich wieder frei machen würde.

Tageschart EUR/USD (Stand: Dienstag, 23.2.2016, ca. 16:45 Uhr):
EURUSD

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