EUR/USD: ifo Geschäftsklima steigt erneut

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Das monatlich ermittelte Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Januar um 1,1 Punkte auf 110,6 Punkte gestiegen.  Das teilte das Münchener ifo Institut am Dienstag mit. Es handelte sich bereits um den dritten Anstieg in Folge, welcher damit etwas besser ausgefallen ist, als im Vorfeld befragte Ökonomen prognostiziert hatten. Diese waren nur von einem Anstieg auf 110,2 Punkten ausgegangen. Das Geschäftsklima hält sich bereits seit März 2010 über dem Indexwert von 100 Punkten und der aktuelle Stand ist der höchste seit rund zweieinhalb Jahren. Während die Bewertung der aktuellen Geschäftslage auf dem höchsten Wert seit Juni 2012 liegt, waren die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlaufs fast drei Jahre lang nicht mehr so optimistisch wie heute. „Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsfroh ins neue Jahr“, kommentierte Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, das Ergebnis.

Vor allem im Großhandel hat der Geschäftsklimaindex deutlich zugelegt und stieg von 9,4 auf 15,3 Punkte. Laut der Umfrage waren die Firmen erheblich zufriedener mit den laufenden Geschäften und auch der Optimismus bezüglich der Geschäftsaussichten ist auf ein Zweijahreshoch gestiegen.

Im verarbeitenden Gewerbe bewerten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage ebenfalls deutlich besser. Auch der Optimismus für den weiteren Geschäftsverlauf hat zugenommen. Dies führt das ifo Institut vor allem auch auf die gestiegenen Exporterwartungen zurück. Die Kapazitätsauslastung sei um 0,2 Prozent angestiegen.

Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge wieder im positiven Bereich. Hier hatte sich die Lage im Spätsommer und Herbst vergangenen Jahres etwas eingetrübt. Zwar wird die aktuelle Geschäftssituation etwas schlechter beurteilt als im Vormonat. Die Erwartungen haben sich aber deutlich verbessert und liegen sogar über dem Niveau, das vor einem Jahr bekundet wurde.

Mit einem Minus von 0,5 Punkten war der ifo-Index lediglich im Einzelhandel leicht rückläufig. Dort fiel die Bewertung der aktuellen Situation etwas schlechter aus. Allerdings sind auch hier die Erwartungen für den weiteren Geschäftsverlauf gegenüber dem Vormonat etwas optimistischer.

Auch der separat ermittelte Konjunkturtest für den Dienstleistungsbereich ist bereits das vierte Mal in Folge um 2,0 auf 25,5 Punkte gestiegen. Die Dienstleister beurteilen sowohl die aktuelle Geschäftslage besser, als auch den Ausblick für die kommenden Monate. Zudem wollen die Unternehmen laut der Umfrage weiterhin zusätzliches Personal einstellen.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD lag Anfang Juli vergangenen Jahres nur wenig über dem Jahrestief aus April 2013 bei 1,2744. Von dort konnte sich die Gemeinschaftswährung sukzessive erholen und bereits Ende Oktober mit 1,3832 auf ein Jahreshoch steigen. Dann gab es eine zwischenzeitliche Korrektur  bis knapp unter 1,33 Anfang November. Doch auch davon erholte sich der Euro nochmals in Richtung 1,38. Während dem dünnen Handel zwischen den Jahren gelang am 27. Dezember sogar kurzfristig ein steiler Anstieg bis 1,3892, wodurch die sehr langfristige Abwärtstrendlinie ausgehend von 1,6039 (Juli-Hoch 2008) fast exakt erreicht wurde. Danach wertete der Euro zunächst wieder bis zu einem Tief bei 1,3532 am Anfang der vergangenen Woche ab, konnte sich aber im weiteren Wochenverlauf bis über 1,37 erholen. Am heutigen Montag zeigt das Paar insgesamt nur wenig Bewegung, dreht dabei allerdings wieder langsam nach unten und war zwischenzeitlich auf ein Tief bei nur noch 1,365 gefallen (Stand Montag, 27.1.2014, ca. 16:20 Uhr). Die Situation hat sich durch die Erholung in der vergangenen Woche übergeordnet zwar grundsätzlich aufgehellt. Trotzdem ist die weitere Entwicklung noch nicht eindeutig und die heutige (bisher) leichte Abwertung eher negativ zu bewerten, auch wenn entscheidende Chartmarken noch nicht unterschritten wurden. Wichtig sind nun folgende Bereiche: Ein Anstieg über 1,3739 und dann 1,3775 würde dafür sprechen, dass anschließend auch der Widerstandsbereich leicht über 1,38 und letztendlich wohl auch die genannte langfristige Abwärtstrendlinie erneut getestet werden, welche inzwischen bei ungefähr 1,387 liegt. Allerdings müsste schon unter 1,36 und dann insbesondere unter 1,355 von einer weiteren Euro-Abwertung ausgegangen werden. Die nächsten Unterstützungen finden sich in diesem Fall bei 1,3488; 1,34 und 1,3294. Darunter würde die ungefähr bei 1,316 liegende sehr langfristige Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) in Reichweite kommen.

Eine Entscheidung über die mittelfristige Richtung von EUR/USD fällt möglicherweise erst im Anschluss an das Sitzungsergebnis der amerikanischen Notenbank (Mittwoch, 20:00 Uhr). Dieser Termin sollte daher unbedingt beachtet werden.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 27.1.14, ca. 16:20 Uhr):
EURUSD

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