EUR/USD: ifo Geschäftsklima, die deutsche Konjunktur hält Kurs

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Das monatlich ermittelte Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Juni zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Das teilte das Münchener ifo Institut am Montag mit. Der Anstieg fiel mit 105,9 Punkten (gegenüber 105,7 Punkten im Mai) allerdings nur leicht aus. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 106,0 Punkten minimal mehr erwartet. Das gegenwärtige Niveau ist aber historisch betrachtet hoch und der Indikator bewegt sich kontinuierlich seit November über dem langjährigen Durchschnitt von 101,1 Punkten.

Die aktuelle Geschäftslage wird mit 109,4 Punkten zwar etwas schlechter beurteilt. Im Mai wurden noch 110,0 Punkte erzielt. Das wurde aber durch einen gestiegen Optimismus für die weitere Entwicklung kompensiert. Die Erwartungen lagen bei 102,5 Punkten gegenüber 101,6 Punkten im Mai. „Die deutsche Industrie hält Kurs“, kommentierte Kai Carstensen, Bereichsleiter Konjunktur und Befragungen beim ifo Institut, das Ergebnis.

Der Index konnte vor allem durch das verarbeitende Gewerbe steigen, in welchem der Index zum dritten Mal in Folge zulegen konnte. Hier zeigt man sich sowohl mit der aktuellen Geschäftslage, als auch bei den Erwartungen optimistischer. Insbesondere die Export-Erwartungen haben deutlich zugelegt.

Nicht so positiv ist die Entwicklung im Handel. Im Großhandel wird sowohl die aktuelle Geschäftslage schlechter, als auch die Aussichten pessimistischer eingeschätzt. Auch der Einzelhandel beurteilt die aktuelle Lage weniger gut, als noch im Mai. Hier zeigt man sich allerdings optimistischer für die weitere Entwicklung.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex geringfügig gesunken. Zwar wird die aktuelle Lage von den Bauunternehmen als geringfügig besser eingeschätzt. Dafür ist man aber weniger optimistisch bezüglich des weiteren Geschäftsverlaufs. Auch wenn der Rückgang des Index  geringfügig ausgefallen ist, war es bereits der vierte Rückgang in Folge.

Dienstleistungsbereich: Schlechtester Wert seit November

Das separat ermittelte Geschäftsklima für den Dienstleistungsbereich konnte der positiven Entwicklung in der Industrie nicht folgen. Nachdem das Klima im Mai noch auf 15,0 Punkte angestiegen war, musste nun wieder ein Rückgang auf 11,6 Punkte verzeichnet werden. Der Index liegt damit auf dem tiefsten Stand seit November 2012. Die aktuelle Lage wird dabei nur geringfügig schlechter beurteilt. Die Erwartungen für die weitere Entwicklung waren allerdings deutlich rückläufig und sind mit 3,6 Punkten (gegenüber 9,6 Punkten im Mai) auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten gefallen. Trotz des gesunkenen Optimismus sei aber eine weitere Erhöhung des Personalbestandes geplant, teilte das ifo Institut mit.

Beim ifo Geschäftsklima handelt essich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Der Euro hat am heutigen Montag gegenüber dem US-Dollar die Abwertung der letzten Woche vorerst nicht fortgesetzt. Zwar ging es nochmal kurzfristig bis zu einem Tief bei 1,3056 nach unten. Im Anschluss konnte sich das Paar aber wieder erholen und liegt aktuell (Montag, ca. 22:15 Uhr) bei rund 1,312, also auf einem ähnlichen Stand, wie vor dem Wochenende. Unterhalb von dem aktuellen Niveau liegen wichtige Unterstützungsbereiche. Bei ungefähr 1,3084 findet sich derzeit die 100-Tageslinie und bei ungefähr 1,3071 die 200-Tageslinie. Sollte der Kurs nachhaltig auf Tagesschlussbasis unter diesen Bereich rutschen, würde sich die Situation nochmals eintrüben. Die nächsten Ziele finden sich dann bei 1,30 und 1,295. Darunter müsste von einer weiteren Abwertung bis 1,28 und zum Jahrestief bei 1,2744 ausgegangen werden. Nach den deutlichen Verlusten der letzten Woche wäre es allerdings keine Überraschung, falls vorher noch eine gewisse Korrektur nach oben zu sehen sein sollte. Das bearishe Bild würde sich dadurch aber nicht ändern und im weiteren Wochenverlauf könnte es trotzdem wieder nach unten gehen. Erst oberhalb von 1,3254 und insbesondere oberhalb von 1,33 würde sich die Situation für den Euro aufhellen und doch wieder eine Fortsetzung der bis Mitte der letzten Woche zu sehenden Aufwärtsbewegung wahrscheinlich machen.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, ca. 22:15 Uhr):
EURUSD

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