EUR/USD: Gfk Konsumklima Europa stützt Hoffnung auf Krisen-Ende

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„In Europa macht sich Hoffnung breit, dass das Schlimmste der Krise überstanden ist und sich die Wirtschaft wieder langsam erholt.“ Dieses Fazit zieht die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) aus den Ergebnissen des am Montag veröffentlichten neuen Konsumklimaberichts für Europa, in welchem einen Überblick über die Entwicklung von Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie der Anschaffungsneigung der Konsumenten in 14 europäischen Staaten im 3. Quartal des Jahres zu finden ist.

Seit dem zweiten Quartal würden sich die Anzeichen mehren, dass die Talsohle der Krise überwunden sei. So sei die Wirtschaft mit einem Plus von 0,4 Prozent erstmals gegenüber dem Vorquartal wieder gewachsen. Einige Länder hatten dabei sogar ein deutliches Plus erreichen können. Und selbst die Krisenländer Italien und Spanien erholten sich, auch wenn die Wirtschaft dort noch schrumpfen würde.

Die Gfk sieht gleich mehrere Gründe für die positive Entwicklung. So profitieren die Exporteure vom bescheidenden weltweiten Wachstum, während die Verbraucher gleichzeitig bereit seien wieder mehr Geld auszugeben. Die Politik rücke etwas von ihrer harten Sparpolitik ab, wodurch die Binnenkonjunktur weniger gebremst würde. Und insbesondere die südlichen Länder hätten von steigendem Tourismus profitieren können.

Keine Trendwende sei dagegen im Arbeitsmarkt zu beobachten. Zwar hätte es auch hier einen kleinen Rückgang gegeben. Die Arbeitslosenquote liege in der EU aber immer noch bei 11,0 Prozent und für das kommende Jahr sei sogar ein neuerlicher Anstieg zu erwarten. Erst in 2015 sei voraussichtlich von einer „signifikanten Reduzierung“ auszugehen. Das Vorkrisenniveau sei aber auch dann nach Ansicht von Experten mittelfristig nicht zu erreichen. Und auch die Verschuldung der EU-Staaten dürfte noch weiter zunehmen, da das erwartete Wachstum zu gering sei, um diese Entwicklung zu beenden.

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher hätten sich gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert. Die höchsten Zuwächse seien in Frankreich, der Tschechischen Republik und Österreich zu verzeichnen gewesen. Lediglich in Griechenland und Italien hätten die Erwartungen stagniert. Dort sind mit minus 41,1 und minus 34,8 Punkten auch die niedrigsten Werte aller Länder festgestellt worden. Polen liegt mit minus 29,5 Punkten auf dem drittletzten Platz, wobei das Ergebnis aber eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorquartal darstellt.

Auch die Einkommenserwartungen konnten in fast allen Ländern zulegen. Eine Stagnation gab es nur in Deutschland mit (plus) 33,7 Punkten auf sehr hohem und in Griechenland mit minus 46,8 Punkten auf sehr niedrigem Niveau.

Positiv ist die Entwicklung der Einkommenserwartung in den Krisenländern Italien und Spanien, wenn auch diese in beiden Ländern noch im negativen Bereich bleiben. Trotzdem erzielt Italien mit minus 16,9 Punkten das beste Ergebnis seit Dezember 2010, was die Gfk insbesondere auf ein ambitioniertes Konjunkturprogramm der Regierung zurückführt. Die Bürger würden zwar nicht mit steigenden Einkommen rechnen, aber immerhin doch mit gleichbleibenden und nicht noch weiter fallenden. Eine ähnliche Situation beobachtet die Gfk in Spanien, wo die Wirtschaft auf einem guten Weg sei. Die Einkommenserwartungen liegen dort derzeit bei minus 11,8 Punkten, was deutlich vom historischen Tiefstand von minus 62,4 Punkten aus August 2012 entfernt ist. Allein in den vergangenen fünf Monaten sei der Indikator um 22 Punkte gestiegen.

Angesichts der deutlich gestiegenen Konjunktur- und Einkommenserwartungen habe sich auch die Anschaffungsneigung verbessert. Eine Stagnation gab es in Frankreich, Österreich, Rumänien, der Tschechei, Griechenland und Portugal, während in allen anderen Ländern ein teilweise auch starker Anstieg festgestellt wurde. Die niedrigsten Werte weisen die Tschechei mit minus 25,8 Punkten, Frankreich mit minus 36,6 Punkten und Portugal mit minus 42,2 Punkte auf. Griechenland liegt mit minus 25,1 Punkten nur noch auf dem viertletzten Platz. Dort würden sich die Anzeichen mehren, dass die Wirtschaft langsam wieder Fuß fasst und die Rezession bereits im kommenden Jahr überwunden werden könne. Die höchste Anschaffungsneigung haben weiterhin die deutschen Verbraucher. Angesichts der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der niedrigen Arbeitslosigkeit ist diese mit 45 Punkten auf den höchsten Stand seit Dezember 2006 gestiegen.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Ausgehend von Notierungen unter 1,28 befindet sich EUR/USD seit dem 10. Juli in einer stabilen Aufwärtsbewegung. Am vergangenen Freitag wurde nach einem erneuten steilen Anstieg mit 1,3704 fast das Jahreshoch aus Februar bei 1,371 erreicht. Seitdem konsolidiert das Paar zwar leicht darunter und fiel heute im Tief bis 1,3647 (Stand Montag, 21.10.13, ca. 17:15 Uhr). Angesichts des starken vorangegangen Anstiegs und des wichtigen Widerstandes beim Jahreshoch ist eine gewisse Korrektur aber zu erwarten gewesen. Diese könnte sich durchaus auch noch etwas fortsetzen. Trotzdem bleibt das Chartbild auch in diesem Fall deutlich bullish für den Euro. Sobald ein Anstieg über das Jahreshoch gelingt, wäre Potential bis 1,38 und vielleicht 1,39 vorhanden. Darüber würde dann auch das Hoch aus Oktober 2011 bei 1,4247 in Reichweite kommen. Längerfristig eintrüben würde sich die Lage für den Euro erst unter 1,3458/1,345. Wobei selbst dann erst unter der derzeit ungefähr bei 1,32 liegenden 200-Tageslinie und sogar erst unter der wichtigen Unterstützung bei 1,3102 von einer erneuten Bewegung zum Jahrestief ausgegangen werden müsste.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 21.10.13, ca. 17:15 Uhr):
EURUSD

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