EUR/USD: EZB sieht Inflationsausblick als stabil an

Teilen!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent belassen. Obwohl einige Marktteilnehmer im Vorfeld eine Zinssenkung für möglich gehalten haben, hatte die Mehrheit der Experten die Entscheidung so erwartet. Etwas überraschend war dagegen, dass auch keine Maßnahmen zur besseren Liquiditätsversorgung der Banken beschlossen oder zumindest angekündigt wurden.

Die Inflationserwartung wurde für das laufende Jahr leicht um 0,1 auf jetzt 1,0 Prozent gesenkt. Für 2015 erwartet man unverändert 1,3 Prozent und für 2016 auf Jahressicht 1,5 Prozent. Bis zum Ende des vierten Quartals 2016 soll die Teuerung dann auf 1,7 Prozent gestiegen sein. Auf absehbare Zeit dürfte der Preisanstieg also deutlich unter der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent bleiben. Die Risiken für diesen Ausblick bezeichnete EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz nach der Notenbanksitzung als „in beide Richtungen weitgehend ausgewogen“. Da somit derzeit keine Deflationsgefahren gesehen werden, ist eine Senkung des Leitzinses wohl auch bei der nächsten Notenbanksitzung im April eher unwahrscheinlich. Hier hatten einige Marktteilnehmer durchaus eine andere Erwartungshaltung gehabt.

Gleichzeitig hob die EZB ihre Prognosen zum Wirtschaftswachstum leicht an. Für das laufende Jahr wird nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,2 Prozent gerechnet. Für 2015 und 2016 soll das Wachstum 1,5 und 1,8 Prozent betragen. Draghi betonte, dass diesbezüglich aber immer noch hohe Abwärtsrisiken vorhanden seien.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, ausgehend von 1,2753, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Ende Dezember wurde ein vorläufiges Hoch bei 1,3892 erreicht. Danach konsolidierte das Paar unterhalb davon seitwärts. Seit Anfang Februar ist nun wieder ein zwar langsamer aber dennoch kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Da die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi nach der Notenbanksitzung kurzfristige Zinssenkungs-Erwartungen weitgehend aus dem Markt genommen haben, konnte der Euro am heutigen Donnerstag deutlich zulegen. Dabei ist aktuell (Stand Donnerstag, 6.3.2014, ca. 16:15 Uhr) auch die bei rund 1,3825 sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) überschritten worden. Sollte sich der Kurs nun oberhalb dieser Trendlinie stabilisieren können, wäre dies ein stark bullishes Zeichen. Gelingt anschließend auch ein Anstieg über das genannte Dezember-Hoch bei 1,3892 wären die nächsten Ziele bei 1,42 und möglicherweise 1,46 zu finden. Beachtet werden sollte allerdings, dass die am morgigen Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten erneut zu erheblichen Marktbewegungen führen können. Dies kann natürlich dann auch einen Rückfall in den Abwärtstrend bedeuten, was die Situation insgesamt wieder eintrüben würde. Von einer nachhaltigeren Abwärtsbewegung ist allerdings erst unter dem Tief vom gestrigen Mittwoch bei 1,3705 auszugehen. Auf ähnlichem Niveau befindet sich derzeit auch die Trendlinie der aktuellen Aufwärtsbewegung ausgehend vom bisherigen 2014-Tief vom 6. Februar bei 1,348. Darunter liegen weitere Unterstützungen bei 1,364; 1,36 und 1,356.

Tageschart EUR/USD (Stand Donnerstag, 6.3.14, ca. 16:15 Uhr):
EURUSD

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Chartanalysen, EUR/USD, Europa, Finanznachrichten abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.